Die ganz große Feier bleibt aus

Der SV Sachsen 90 Werdau hat sich in 30 Jahren zu einem der 50 größten Sportvereine im Freistaat gemausert. In 18 Abteilungen sind aktuell rund 1150 Mitglieder organisiert.

Werdau.

Eigentlich wollten Klaus-Peter Hampel und seine Mitstreiter beim SV Sachsen 90 Werdau am vergangenen Wochenende ganz groß feiern. Der Verein besteht in diesem Jahr 30 Jahre, der unter dessen Dach angesiedelte Faschingsclub 25 Jahre. "Wir hatten für drei Tage ein Vereins- und Familienfest mit einem prall gefüllten Programm organisiert, mit dem wir einen Teil der Angebote unseres Vereins präsentieren wollten", erzählt Vereinschef Klaus-Peter Hampel mit einem Tick Traurigkeit. Schließlich hat Corona dem Ganzen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. "Einen Plan B in Sachen Nachholen der Feier hatten wir nicht, weil zum Beispiel ein Fußballspiel gegen einen höherklassigen Gegner, unser 'Dinner in Weiß', ein musikalischer Frühschoppen mit den Vollmershainer Schalmeien und die Übertragung des EM-Finalspiels nicht so einfach unter einen Hut zu bekommen sind", betont der 64-Jährige, der die kompletten 30 Jahre des durchweg ehrenamtlich geführten Sportvereins miterlebt hat.

Der SV Sachsen 90 ging in der Wendezeit aus der BSG Stahl Werdau hervor, nachdem sich der damalige Trägerbetrieb ziemlich schnell vom Sport verabschiedet hatte. "Damals spielte der Fußball die Hauptrolle, die anderen Abteilungen einschließlich Faschingsclub und Heimatverein sind erst in den folgenden Jahren dazugekommen", so Klaus-Peter Hampel. Er konnte sich in den Anfangsjahren nicht vorstellen, dass der SV Sachsen 90 einmal eine so große Sache wird. Viele Jahre bewegte sich die Mitgliederzahl um die 1000-er Marke herum. Mit aktuell rund 1150 Mitgliedern ist die Höchstmarke seit der Gründung erreicht. Im sachsenweiten Vergleich zählen die Werdauer zu den 50 größten Vereinen. Im Landkreis Zwickau knacken nur des ESV Lok Zwickau, der FSV Zwickau sowie der SSV Blau-Weiß Gersdorf diese Marke.

"Wir sind aber auch schon wieder an der Grenze des Machbaren angekommen", betont der Vereinsvorsitzende mit Blick auf die sportliche Infrastruktur. Bis auf das wieder hergerichtete "Stadion im Landwehrgrund" und die "Sachsenarena" sind die meisten Abteilungen in kommunale Sportstätten und in der Sportschule mehr oder weniger eingemietet. Die größte Abteilung des Vereins ist weiterhin der Fußball mit zwei Männermannschaften und neun Nachwuchsteams, gefolgt von den Schwimmern und den Handballern. "Unsere kleinste Abteilung sind die Inliner mit neun Mitgliedern", verrät Klaus-Peter Hampel, der auch die Altersstruktur von der Kindergruppe "Purzelbaum" bis zum Seniorensport nicht unerwähnt lassen will. Immerhin geht es dabei von fünfjährigen Steppkes bis zu betagten Sportlern weit über die 70.

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