Die gute Laune beim BSV hält an

Die Zwickauer Handballerinnen sind in der 2. Liga weiterhin die Mannschaft der Stunde. Allerdings konnte der 26:17-Heimsieg gegen Freiburg nicht über eine durchwachsene erste Halbzeit hinwegtäuschen.

Zwickau.

Der Zwickauer Trainer Norman Rentsch muss in seiner Pausenansprache am Samstagnachmittag die richtigen Worte gefunden haben. Denn nachdem sein Team in den letzten acht Minuten der ersten Halbzeit kein einziges Mal den Ball an der starken Freiburger Torhüterin Lena Fischer vorbei brachte und daher nur 9:7 führte, ließ sich das nach dem Seitenwechsel ganz anders an. Da trafen die Zweitliga-Handballerinnen des BSV Sachsen in sieben Minuten gleich fünfmal. Und da es in dieser Phase die Zwickauer Torfrau Ela Szott war, die vor 660 Zuschauern sechs Würfe am Stück inklusive eines Siebenmeters parierte, war das Spiel beim 14:7 praktisch entschieden.

Nach dem am Ende standesgemäßen 26:17-Heimsieg des Tabellenzweiten Zwickau gegen Aufsteiger HSG Freiburg fiel das Fazit des BSV-Trainers dann auch zweigeteilt aus. "Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Es war vom Spielverlauf nur schade, dass wir den Turbo in der ersten Halbzeit nicht zünden konnten", sagte Norman Rentsch. Denn bei 13 vergebenen Torchancen aus dem Nahwurfbereich war es allein der guten Defensivarbeit der Zwickauerinnen (nur sieben Gegentore) zu verdanken, dass Freiburg bereits in den ersten 30 Minuten in Schach gehalten wurde. Die Gäste spielten gut mit, fanden aber nur selten eine Lücke in der BSV-Abwehr.

"Der Trainer hat uns in der Pause gesagt, dass wir bei den Würfen einfach mehr Geduld in der Luft haben müssen. Das haben wir umgesetzt und sind dadurch auch sehr gut in die zweite Halbzeit reingekommen", erzählte Petra Nagy. Die 26-Jährige übernahm im linken Rückraum den Part der am Freitag am Knie operierten Simona Stojkovska und gehörte mit fünf Toren neben Katarina Pavlovic und Nadja Bolze (je sechs Treffer) prompt zu den erfolgreichsten Werferinnen des BSV.

Trotzdem war für Petra Nagy die Gesamtleistung des Teams am Ende ausschlaggebend. "Wir haben als Mannschaft gut gekämpft und uns damit den Sieg auch in dieser Höhe noch verdient", sagte sie. So wurden es auch zwei Punkte für Simona Stojkovska, die das Spiel in einer Leipziger Klinik per Liveticker verfolgte. Ihr Trikot hatten die Mitspielerinnen hinter die Zwickauer Bank gehängt. "Wir sind eine geile Mannschaft und wollten damit zeigen, dass auch Simona dazugehört. Sie hat uns in den Spielen zuvor getragen, jetzt konnten wir etwas zurückgeben", so Petra Nagy.

Ihr Blick ging nach dem neunten Saisonsieg im elften Spiel schon voraus. "Jetzt wollen wir in einer Woche auch in Waiblingen noch mal alles rausholen, um dann mit einem richtig guten Gefühl in die Weihnachtspause gehen zu können", sagte sie. Das wird aber eine echte Herausforderung: Denn Waiblingen hat am Samstag Spitzenreiter Union Halle-Neustadt beim 28:28 den ersten Punktverlust beigebracht.

Für den Freiburger Trainer Ralf Wiggenhauser hat sich aber längst auch der BSV Sachsen Zwickau zu einer Spitzenmannschaft der 2. Liga gemausert. Deshalb war er trotz der Niederlage nicht unzufrieden. "Obwohl wir auf unsere drei besten Torschützinnen verzichten mussten, habe ich viel Positives von meiner Mannschaft gesehen", sagte er.

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