Diese beiden FSV-Profis fordern Mannheim an der Konsole heraus

Verrückte Fußballzeiten: Ohne Corona wäre Drittligist Zwickau am Samstag zum Saisonfinale beim SV Waldhof angetreten. Stattdessen gibt es jetzt ein virtuelles Duell, das sogar live übertragen wird.

Zwickau.

Janik Mäder und Leon Jensen haben am Samstag den Erfolg des FSV Zwickau im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand. Die beiden 23-Jährigen werden im virtuellen Fußballspiel beim SV Waldhof Mannheim für die Schwäne an der Spielkonsole sitzen. Geplant sind ab 13.30 Uhr insgesamt drei Duelle mit der Fußballsimulation Fifa20. Die beiden Zwickauer Profis treffen dabei einmal allein und einmal als Zweierteam auf ihre Kollegen aus dem Mannheimer Drittliga-Kader. Es wird also auf alle Fälle am Ende einen Sieger geben.

"Ich habe in der Corona-Pause viel Fifa gespielt und mich deshalb auch gemeldet, als der Verein gefragt hat, wer sich das am Samstag zutraut", erklärt Janik Mäder. Er sieht es als Chance, seinem Verein zu helfen, zumal er nach einem Riss des Syndesmosebandes im Fuß aktuell noch in der Reha ist. "Ich bin aber auf einem guten Weg", sagt er und ist guter Dinge, in den nächsten Tagen ins Training mit der Mannschaft einsteigen zu können.

Für das virtuelle Match hat Janik Mäder in dieser Woche mit Marcel Gramann trainiert. Das ist einer der beiden jungen Spieler aus der im Aufbau befindlichen ESports-Abteilung des FSV. Der ebenfalls 23-Jährige hatte Anfang Mai erst mit seinem dritten Platz beim mit 320 Teilnehmern besetzten Finish-it-Cup des Sächsischen Fußballverbandes aufhorchen lassen und so manchen Tipp für den Profifußballer parat. "Er hat mir unter anderem den Modus erklärt, in dem wir am Samstag spielen", berichtet Janik Mäder. Ob ihm das etwas hilft, wird sich zeigen. "Es ist schwer einzuschätzen, wie die Chancen stehen, weil man nicht weiß, was die Mannheimer an der Konsole draufhaben", sagt er.

Sein Vereinskamerad Leon Jensen steht seit dem vergangenen Wochenende mit den anderen Jungs des FSV und mit gemischten Gefühlen wieder auf dem Platz. "Es ist schön, die Jungs wiederzusehen und wieder gegen den Ball zu treten. Aber in Kleingruppen und ohne Zweikämpfe ist es auch kein richtiger Fußball", erklärt er. Auf der Playstation spielt er sonst eher im Freundeskreis. Eine großartige Taktik hat sich Leon Jensen für Samstag allerdings nicht zurechtgelegt. Aber es gibt für ihn auch keine Frage: "Wir wollen gewinnen."

Obwohl es bei dem Spiel natürlich nicht um Punkte für die reale Drittliga-Tabelle geht, steckt doch nicht nur Spaß dahinter. Beide Vereine haben sich auf die Aktion verständigt, um damit auch ein Stück weit die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise abzufedern. So läuft seit Montag der Kartenvorverkauf für das Spiel im virtuellen Carl-Benz-Stadion. Mit dem Ticket, das für 7,50 Euro auf der Homepage des FSV erworben werden kann, erhalten die Fans am Samstag Zugang zum Livestream, der über Laola1.tv abgedeckt wird. Die Vorberichterstattung beginnt 13.15 Uhr, ehe ab 13.30 Uhr der einstige FSV-Stadionsprecher und jetzige TV-Kommentator Lenny Leonhardt das Spielgeschehen am Mikrofon begleiten wird.

Für den FSV Zwickau endet mit dem Spiel in Mannheim am Samstag auch seine große dreiwöchige Unterstützeraktion "Mit dem Sonderzug durch unsere Vereinsgeschichte". Dafür waren bis Donnerstag mehr als 70.000 Fahrkarten zum Preis von je 1,75 Euro verkauft worden. Das spült dem Drittligisten dank der Unterstützung seiner Anhänger um die 115.000 Euro in die Kasse. Zehn Cent pro Fahrkarte gehen wie geplant an Zwickauer Kultureinrichtungen. "Wir möchten damit regionale Verbundenheit demonstrieren", hatte Matthias Krauß, Vorstand Marketing des FSV, zum Start der Aktion gesagt.

Auch vom virtuellen Spiel in Mannheim soll nicht nur der Zwickauer Fußballverein profitieren. In seiner Pressemitteilung kündigt der Drittligist an, gemeinnützige Projekte und Spendenempfänger unterstützen zu wollen, die in der Region Zwickau verwurzelt sind.

www.fsv-zwickau.de

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.