Dramatische Schlussphase in Lichtenstein

In der Fußball-Landesklasse konnte die Fortschritt-Elf auch gegen Meerane in der Nachspielzeit zum 3:3 ausgleichen - wieder durch eine ganz besondere Aktion.

Lichtenstein.

Auch die ungewöhnlichsten Fußball-Episoden können sich wiederholen, und das schon nach einer Woche. Im Heimspiel gegen den Meeraner SV gelang Fortschritt Lichtenstein genau wie im vorherigen Match in Oberlungwitz in der Nachspielzeit der Ausgleich zum 3:3. Wieder per Kopfball - und Torschütze war erneut Maximilian Scheich, der als Torhüter eigentlich Treffer verhindern soll.

Der 18-Jährige netzte ebenso sauber ein wie beim Derby in Oberlungwitz, sodass es nach dem Schlusspfiff ein Lob von höchster Stelle gab. "Er macht das richtig gut", sagte Fortschritt-Angreifer Sebastian Helbig, der schon in der Bundesliga auf Torejagd war.

Nach ausgeglichenen ersten 20 Minuten, in denen die Gastgeber vor offiziell 43 Zuschauern durchaus hätten vorlegen können, hatte Maximilian Scheich bei einer schlechten Rückgabe Mühe, traf den Ball nicht und Julian Rudolph war mit dem 1:0 für die Gäste zur Stelle (20.). "Wir wollten defensiv stehen und auf Fehler lauern", sagte der Meeraner Trainer Julius Michel, dessen Konzept nicht nur beim ersten Tor aufging. Beim zweiten Treffer, den in der 30. Minute erneut Julian Rudolph erzielte, halfen die Lichtensteiner wieder kräftig mit. "Es ist einfach ärgerlich, wie leicht wir es dem Gegner manchmal machen", sagte Fortschritt-Trainer Mirko Ullmann, der aber auch um die offensiven Qualitäten seines Teams wusste.

Zwar wurden Spieler wie die verletzten Felix Kunert und Robert Zurek vermisst, doch mit Leidenschaft konnte das ausgeglichen werden. Zunächst mühte sich Lichtenstein in Halbzeit zwei redlich, hatte aber gegen gut stehende Meeraner kaum gefährliche Szenen. Die Gäste wiederum waren brandgefährlich, wenn es schnell nach vorn ging. Nachdem Johannes Gemeinhardt in der 58. Minute bei einem Lichtensteiner Kopfball noch zu hoch gezielt hatte, machte es Altmeister Sebastian Helbig in der 61. Minute besser: Er traf nach präzisem Freistoß von Dominik Weis lehrbuchreif, was offenbar auch Schlussmann Maximilian Scheich aufmerksam beobachtet hatte.

In der 80. Minute ging Fortschritt-Trainer Mirko Ullmann ein gewisses Risiko ein und brachte den angeschlagenen Rico Bär für Maurice Steudel in die Partie. Schon mit seiner zweiten Aktion ließ Bär sein Können aufblitzen und traf sehenswert zum 2:2 (82.). Der Jubel war noch nicht richtig vorbei, da zappelte der Ball wieder im Lichtensteiner Tor. Meerane hatte schnell gespielt, Schwächen im Defensivverhalten von Fortschritt einmal mehr aufgezeigt und erneut durch Julian Rudolph zum 3:2 (83.) getroffen. Wenig später wurde ein Schuss von Sebastian Helbig abgeblockt, ehe die letzte Druckphase zu einer Fortschritt-Ecke und dem zweiten Saisontreffer von Schlussmann Scheich führte. "Es ist natürlich stark, auch wie er nach dem Fehler weitergemacht hat. Trotzdem wäre es mir lieber, wenn wir kurz vor Schluss führen und er nicht mit nach vorn muss", sagte Trainer Mirko Ullmann.

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