Ein Jahr lang kein Spiel: So hält Meerane den Motor am Laufen

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Die Zwangspause durch das Corona-Virus hat den in der 2. Liga und in der Regionalliga spielenden Hockey-Teams besonders zugesetzt. Doch selbst bei möglichen Lockerungen stehen schon neue Herausforderungen vor der Tür.

Meerane.

Es sind traurige Jahres-tage, die beim SV Motor Meerane im ersten Quartal 2021 im Kalender stehen. Am 7. März des vergangenen Jahres bestritten die Hockeyspielerinnen des Vereins ihr bis dato letztes Punktspiel im regulären Ligabetrieb. Die erste Männermannschaft kämpfte am 26. Januar 2020 letztmalig um Zähler in der 2. Hallen-Bundesliga. Die folgende Rückrunde der Regionalliga im Feldhockey wurde frühzeitig um ein Jahr verschoben und auch die Hallensaison 2020/21 fand nicht statt.

"Vor einem Jahr war ich auch dafür, die Halbserie auf dem Feld zu verschieben. Mit dem Wissen von heute würde ich sagen, dass man es hätte versuchen können", sagt Mirko Götz, der Trainer des Frauenteams. Während in den meisten anderen Sportarten der reguläre Spielbetrieb zumindest kurzzeitig wieder anlief, blieb dem SV Motor nur die Zuschauerrolle. Zwar gab es als Ersatz für die Feld-Rückrunde einen freiwilligen Herbst-Cup, doch die Meeranerinnen verzichteten auf eine Teilnahme, um sich besser auf die Hallensaison vorzubereiten, die jedoch ausfallen sollte. In diesem Zusammenhang absolvierten die Frauen im Oktober ein Trainingslager am Olympiastützpunkt in Potsdam. Auch ohne Punktspiele war es Gold wert. "Es war unglaublich toll und das Beste, was wir machen konnten", so Götz. Zwei Tage lang genoss das Team, was den Sport ausmacht: Trainingseinheiten mit dem Schläger, Taktikschulungen, Spiele - wenn auch als Testpartien - und gemeinsame Mannschaftsabende.

Ein großes Faustpfand für die derzeitige Situation, in der seit vier Monaten auch kein Mannschaftstraining möglich ist. Stattdessen gab es gemeinsame Kraft- und Stabilisationseinheiten übers Internet sowie individuelles Konditionstraining. "Ich habe schon versucht zu erklären, dass man auch im eigenen Wohnzimmer mit dem Schläger trainieren kann. Aber da ist die Überzeugung in die eigenen technischen Fähigkeiten wohl noch nicht hoch genug", sagt Götz mit einem Augenzwinkern. Da es zunehmend schwieriger wurde, gemeinsame Termine zu finden, wird jetzt wieder zu den normalen Übungszeiten am Dienstag und Freitag zum Internet-Training gerufen.

Auch bei den Männern, die am Herbst-Cup teilnahmen, gibt es regelmäßige Teamtreffen im Internet und individuelle Lauf-Trainingseinheiten. "Die Jungs ziehen alle gut mit, auch wenn es mit den Witterungsbedingungen zuletzt schwierig war", sagt Trainer Steffen Jahn. Gerade der Zusammenhalt im Team begeistert den Übungsleiter: "Die gemeinsamen Online-Treffen machen sehr viel Spaß. Es sind alle heiß. Die älteren Spieler sind ein gutes Vorbild, und die jungen haben die alten gut in Fahrt gesetzt." Ziel sei es nun, die konditionellen Grundlagen für eine mögliche Rückkehr aufs Spielfeld zu legen. "Wir wollen fit sein, bevor es wieder losgeht", so Jahn.

Angesetzt ist die Rückrunde auf dem Feld in der Regionalliga Ost bei den Frauen und den Männern ab Ende April. Aber selbst wenn dann Teamtraining erlaubt sein sollte, stehen weitere Herausforderungen bevor. Denn der Walter-Kosch-Platz in Meerane wird derzeit umgebaut und steht bis Ende Mai nicht zur Verfügung. Steffen Jahn hat Ausweichmöglichkeiten in Chemnitz, Freiberg und Leipzig im Hinterkopf. "Jena und Leuna sind auch nicht aus der Welt. Aber die spielen mit uns zusammen in der Liga. Da will man seine Karten nicht vorher aufdecken", erklärt Jahn. Mirko Götz wird wahrscheinlich auf viele Testspiele setzen. Bis Ende Mai sind für die Meeraner Teams nur Auswärtsspiele angesetzt. "Dass wir einen neuen Platz bekommen, ist natürlich trotzdem wunderschön", sagt der Trainer.

Während bei seinem Frauenteam nur eine Spielerin aufhörte, hat der Männerkader mit einem größeren Aderlass zu kämpfen. Nachdem Willy Keller das Team bereits im vergangenen Jahr verließ, folgten nun Justus Dietzel und Jakob Marutschke. Auch Bastian Lange wird nach einem Umzug wohl nicht mehr als Vollzeitkraft zur Verfügung stehen. "Wir hatten ja so schon keinen großen Kader. Die Quantität und Qualität wird fehlen. Aber da müssen wir durch", so Jahn.

Trotz aller Schwierigkeiten gab es beim SV Motor Meerane abseits des Feldes auch schöne Neuigkeiten. Spielerin Tina Götz, Tochter des Trainers, brachte am 3. Februar ihr erstes Kind zur Welt. Melanie Lange erwartet die Geburt ihres nächsten Kindes für Anfang Mai.

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