Eispiraten-Bosse entziehen ihrem Coach das Vertrauen

Paukenschlag beim Eishockey-Zweitligisten aus Crimmitschau: Trainer Kim Collins, der für einen der größten Erfolge in der Klubgeschichte verantwortlich war, muss gehen.

Crimmitschau.

Die Eispiraten Crimmitschau haben auf die sportliche Talfahrt in den letzten Wochen in der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL 2) reagiert: Trainer Kim Collins muss den Platz hinter der Bande räumen. Die Entscheidung teilten Geschäftsführer Jörg Buschmann und Gesellschafter Ronny Bauer am Dienstagabend dem 57-jährigen Übungsleiter mit. Am Dienstagvormittag stand Kim Collins noch mit den Cracks im Kunsteisstadion im Sahnpark auf dem Eis.

Nach einem erfolgreichen Start in die Saison war der Eispiraten-Motor spätestens nach der Länderspielpause, die im November eingelegt wurde, ins Holpern gekommen. Seitdem gab es nur neun Siege in 26 Partien. Dadurch rutschten die Westsachsen in der Tabelle auf den elften Platz, der den Gang in die (harten) Play-downs bedeuten würde, ab. Die Leistungen der Crimmitschauer waren zuletzt wechselhaft: Sie fuhren zuhause zwar wichtige Siege gegen Heilbronn und Bad Tölz ein, kamen in der Fremde aber bei den 1:9-Niederlagen in Kaufbeuren und Frankfurt/Main jeweils unter die Räder. "Die Probleme haben sich in den letzten Wochen gehäuft", sagt Jörg Buschmann am unter anderem mit Blick auf die Special-Teams (Unterzahl, Überzahl) und die enttäuschenden Auftritte der Legionäre (Hudson, McNally, Flick, Talbot).

Offen ist bisher, wer die Aufgabe von Kim Collins übernehmen und die Eispiraten Crimmitschau zum Klassenerhalt - das ist das Minimalziel - in der DEL 2 führen soll. "Wir arbeiten mit unserem Stammverein an einer Interimslösung und suchen einen Mann mit Erfahrung als Chefcoach", sagt Buschmann, der - wie schon mehrmals in der Vergangenheit - auf die Unterstützung von ETC-Nachwuchstrainer Boris Rousson zurückgreifen wird. Das teilte der Eispiraten-Chef am Dienstagabend auf Anfrage der "Freien Presse" mit.

Kim Collins hat im Sommer 2017 die Verantwortung bei den Eispiraten Crimmitschau übernommen. Er führte die Mannschaft in der Saison 2017/18 in das Play-off-Viertelfinale, wo erst im siebenten Spiel gegen den SC Riessersee das Aus besiegelt wurde. "Der Name von Kim Collins wird immer mit einem der größten Erfolge an unserem Eishockey-Standort verbunden bleiben", sagt Buschmann, der zuletzt allerdings einige Wünsche des nun geschassten Coaches nicht erfüllen konnte. Weder ein Co-Trainer noch das Personal für eine vierte Sturmreihe, die für Entlastung sorgen soll, konnten nach Crimmitschau geholt werden. Kim Collins, der am Dienstagabend nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, hatte sich an den letzten Tagen oft kritisch zu einigen Personalentscheidungen geäußert. Die Eispiraten setzten mit Carl Hudson und Patrick McNally auf zwei Legionäre in der Defensive. Pro Team dürfen nur vier Ausländer eingesetzt werden. "Dadurch haben wir uns der Torgefahr in der Offensive beraubt", sagte Collins.

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