Eispiraten Crimmitschau: Welche Profis stehen auf der Wunschliste von Trainer Mario Richer?

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Nachdem der Eishockey-Zweitligist den Sprung in die Playoffs knapp verpasst hat, wartet viel Arbeit auf die Verantwortlichen.

Crimmitschau.

Ein Torhüter mit klarem Nummer-eins-Status, Verteidiger mit Powerplay-Qualitäten und sechs Stürmer mit Erfahrung auf der Center-Position. So sieht eine erste Wunschliste von Trainer Mario Richer für den Kader des Eishockey-Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau in der Saison 2021/22 aus. "Wir brauchen Spieler, die mit Biss spielen und Schüsse blocken, also die Leidenschaft für unseren Sport mitbringen", sagt der Kanadier.

Entgegen den bisherigen Aussagen aus der Geschäftsstelle ist Mario Richer doch nicht federführend und allein für die Personalplanung verantwortlich. Während sich der Coach, der letzte Woche nach Nordamerika zurückgekehrt ist, auf die Besetzung der vier Ausländerpositionen konzentriert, wird Sportchef Ronny Bauer mit den deutschen Profis und deren Agenten sprechen. Dabei wartet viel Arbeit - auf beide. Nur Eigengewächs Willy Rudert ist noch mit einem Vertrag bis Frühjahr 2022 ausgestattet. Die Frage, welche bisherigen Akteure in den Planungen keine Rolle mehr spielen, bleibt unbeantwortet.

Einige Personalien lassen sich nach einem Interview von "Freie Presse" mit Mario Richer einordnen: Er würde den deutsch-kanadischen Angreifer Travis Ewanyk gern mit einem neuen Vertrag ausstatten und den erfahrenen Center Daniel Weiß zurückholen. "Travis hat Biss, Charakter und Härte mitgebracht, die uns als Team zum Teil gefehlt haben", meint der 55-Jährige. Zwischen Mitte November und Ende Januar streifte sich mit Daniel Weiß ein Mann mit der Erfahrung aus mehr als 600-DEL-Spielen das Eispiraten-Trikot über. "Er war der deutsche Anführer, redete in der Kabine laut mit den Kollegen und brachte seine Erfahrung ein, den Puck einfach und risikoarm zu spielen", berichtet Richer.

Die Entscheidung von Daniel Weiß, seine im Vertrag verankerte Ausstiegsklausel zu ziehen und zum DEL-Team nach Schwenningen zu wechseln, war vielleicht der Knackpunkt für Crimmitschau in der Saison 2020/21. Der Abgang und (fast zeitgleich) etliche verletzungsbedingte Ausfälle von Leistungsträgern ließen erst die personellen Alternativen und dann den Vorsprung auf die Verfolger im Kampf um ein Playoff-Ticket schrumpfen. Obwohl sich die Eispiraten an mehr als der Hälfte der Hauptrunden-Spieltage auf einem Playoff-Platz befanden, nehmen sie nun in der entscheidenden Phase der Saison nur eine Zuschauerrolle ein.

Da die Hauptrunde aufgrund von mehreren Coronafällen in der DEL 2 vorzeitig abgebrochen werden musste, kam eine Koeffizienten- Regel zum Einsatz. 0,04 Punkte pro Spiel trennen den Tabellenachten aus Heilbronn und den -neunten aus Crimmitschau, der sich damit - wie die sächsischen Kontrahenten aus Weißwasser und Dresden - schon in die Sommerpause verabschiedete. "Die Mannschaft hat vor allem zu Beginn des Jahres, als wir acht Spiele in Folge gewannen, ihr Potenzial gezeigt. Es waren nur Kleinigkeiten, die uns zum Einzug in die Playoffs gefehlt haben", sagt Verteidiger Felix Thomas. Der 33-Jährige fungierte lange als Kapitän, verpasste den Endspurt aber aufgrund einer Knöchelverletzung.

Über jene Kleinigkeiten lässt sich lange diskutieren. Felix Thomas erwähnt beispielsweise den fehlenden Konkurrenzkampf auf der Torhüterposition zu Saisonbeginn. Erst nach der Verpflichtung von Ilya Andryukhov legte Michael Bitzer eine Schippe drauf. Alle vier Partien gegen Heilbronn, der direkter Kontrahent im Kampf um den achten Platz war, gingen verloren. Mario Richer spricht auch Dinge aus dem Umfeld an. Er wartete in den letzten Monaten vergeblich auf personelle Unterstützung vom DEL-Kooperationspartner aus Bremerhaven und die Zusammenarbeit mit einem Oberliga-Team. Seine Bitte, zu Ostern zwischen den Auswärtsspielen in Bietigheim-Bissingen und Freiburg in Baden-Württemberg zu übernachten, wurde mit Blick auf das Finanzbudget abgelehnt. "Solche Details machen - gerade wenn es nur um 0,04 Punkte geht - den Unterschied aus", sagt der Übungsleiter.

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