Eispiraten-Krise: Viele erfahrene Leute suchen nach ihrer Form

Die Routiniers in der Abwehr und die Legionäre im Sturm bleiben hinter den Erwartungen zurück. Auf Trainer Daniel Naud wartet nun viel Arbeit.

Crimmitschau.

In der Kabine der Eispiraten Crimmitschau hängt die "rote Laterne" der Deutschen Eishockey Liga 2. Die Mannschaft von Trainer Daniel Naud rennt den eigenen Ansprüchen hinterher. Für zuletzt fünf Niederlagen in Folge gibt esverschiedeneUrsachen. Tor: Die Eispiraten-Verantwortlichen entschieden sich in der Sommerpause für einen personellen Neuanfang zwischen den Pfosten. Die Zusammenarbeit mit Torhüter Brett Kilar wurde - trotz eines gültigen Vertrages - vorzeitig beendet. Nachfolger Michael Bitzer hat sich nach einem schwachen Start in den letzten Wochen gesteigert. Der Deutsch-Amerikaner leistet sich trotzdem noch zu viele Patzer, wie zum Beispiel zuletzt beim ersten Gegentreffer im Heimspiel gegen die Kassel Huskies. Der 26-Jährige kassierte durchschnittlich 3,91 GegentrefferproSpiel. Abwehr: Carl Hudson und André Schietzold gehören zu den erfahrensten Akteuren in der Eispiraten-Defensive. Sie strahlen allerdings nicht die erhoffte Sicherheit aus. Ein Blick auf die Plus-Minus-Statistik, in der Tore und Gegentreffer einer Reihe erfasst werden, zeigt: Hudson kommt auf einen Wert von minus 13, Schietzold liegt bei minus 12. Die beiden Akteure müssen sich nach der Länderspielpause deutlich steigern, wenn die Eispiraten Crimmitschau den Tabellenkeller verlassen wollen. Neuzugang Martin Kokes, der aus Ravensburg kam, ist nicht die erhoffte Verstärkung. Der Deutsch-Tscheche verfolgte die letzten Partien als siebenter Verteidiger nur von der Ersatzbank. In der Defensive kann nur Ole Olleff, der mit seinen 23 Jahren der zweitjüngste Abwehrspieler im Team ist, überzeugen. Sturm: Vincent Schlenker, Patrick Pohl und Patrick Klöpper hatten in der Saison 2018/19 einen großen Anteil am Einzug in die Play-offs. Das Trio ist von der Form aus der vergangenen Spielzeit weit entfernt, agiert ohne Selbstvertrauen und ohne Zug zum Tor. Die Folge: Klöpper und Schlenker haben jeweils erst zwei Treffer erzielt. Dagegen konnte Dominic Walsh, der in der Offensive überzeugt, die Hartgummischeibe schon neunmal im Netz versenken. Ausländer: Die Legionäre sollen in der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL 2) normalerweise den Unterschied ausmachen. Das schaffen die Eispiraten-Ausländer bisher nicht. Austin Fyten (6 Tore und 12 Vorlagen) und Alex Wideman (7 Tore und 8 Vorlagen) stehen zwar an der Spitze der internen Scorerliste, übernehmen aber in schwierigen Phasen zu selten die Verantwortung. Dazu kommen die körperlichen Nachteile von Wideman, der nur 1,71 Meter groß ist. Julian Talbot (3 Tore und 4 Vorlagen) hat vor reichlich einer Woche um eine Vertragsauflösung gebeten. Den Grund nannte Gesellschafter Ronny Bauer mittlerweile. Er bestätigte, dass es "Probleme mit der Arbeitserlaubnis" gab. Lukas Vantuch (2 Tore und 3 Vorlagen) tauchte - nach guten Leistungen zum Saisonstart - zuletzt ebenfalls ab und ist nicht der dringend benötigte Torjäger. Seine Weiterverpflichtung ergibt nur Sinn, wenn er zeitnah einendeutschenPasserhält. Trainer: Daniel Naud steht vor einer Bewährungsprobe. Der 57-Jährige muss das Eispiraten-Boot nach der Länderspielpause möglichst schnell auf Kurs bringen. Zu den größten "Baustellen" gehören die anfällige Defensive und die schlechte Chancenverwertung. Fest steht aber auch: Die Aufgabe als Coach bei den Eispiraten ist nicht einfach. Co-Trainer Fabian Dahlem traf erst kurz vor dem Saisonstart ein und der bisherige Kapitän André Schietzold wurde von seinen Teamkollegen überraschend abgewählt. Mit Stürmer Mitch Wahl, der am Freitag verpflichtet wurde, gibt es einen neuen Hoffnungsträger. Offen ist allerdings, wie lange der Deutsch-Amerikaner in Westsachsen bleiben wird. Bremerhaven kann ihn jederzeit in die DEL holen.

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