Eispiraten mit Debakel im Allgäu

Schwarzer Sonntag für den Eishockey-Zweitligisten aus Crimmitschau: Die Westsachsen kassierten auswärts neun Gegentore.

Kaufbeuren.

Eine indiskutable Leistung haben die Eispiraten Crimmitschau am Sonntag auswärts im Allgäu gezeigt. Sie kassierten in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) beim ESV Kaufbeuren eine 1:9 (0:2, 1:4, 0:3)-Niederlage. Das war die höchste Pleite in der laufenden Saison für die Westsachsen. Den Ehrentreffer erzielte Patrick McNally, der zu Beginn des zweiten Drittels mit einem Schuss von der blauen Linie zum zwischenzeitlichen 1:2 verkürzen konnte.

Trainer Kim Collins ging kurz nach der Partie mit seinen Schützlingen hart ins Gericht. "Im ersten Drittel saßen wir noch im Bus. Wir waren mit dem 0:2-Rückstand gut bedient", sagte der Deutsch-Kanadier. Joseph Lewis brachte den ESV freistehend in Führung. Branden Gracel erhöhte - kurz nach einer überstandenen Unterzahlsituation - mit einem 2:1-Konter. Im zweiten Abschnitt gerieten die Eispiraten Crimmitschau durch individuelle Fehler endgültig auf die Verliererstraße: Tobias Kircher leitete mit einem Fehlpass im eigenen Drittel den dritten ESV-Treffer durch Jere Laaksonen ein. Beim vierten Treffer, den Daniel Oppolzer erzielten konnte, fiel die abgefälschte Scheibe hinter dem Rücken von Torhüter Sebastian Albrecht ins Tor. "Danach war die Luft raus", sagte Kim Collins und ergänzte: "Die bessere Mannschaft hat besser gespielt und hoch gewonnen."

Die Gäste zeigten kaum noch Gegenwehr und ergaben sich vor den 2241 Zuschauern ihrem Schicksal. Jere Laaksonen (34.), Florian Thomas (38.), Ossi Saarinen (52.), Markus Lillich (53.) und Maximilian Schäffler (59.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. Damit konnte der ESV Kaufbeuren, der zuvor viermal in Folge vor den eigenen Fans ohne Punkte geblieben war, einen Kantersieg feiern. "Man sieht, wie wichtig im Sport die Psyche ist. Wenn es läuft, dann läuft es", sagte ESV-Trainer Andreas Brockmann, der mit seinem Team auf dem fünften Platz steht. Crimmitschau rangiert an zehnter Position. Der Vorsprung auf die Play-down-Plätze beträgt weiter fünf Punkte.

Die letzten Partien - mit dem Heimsieg gegen Freiburg und dem Debakel in Kaufbeuren - haben gezeigt, dass der Eispiraten-Kader zu dünn besetzt ist. Am Sonntag waren die Ausfälle der Stürmer Christoph Kabitzky und Dominic Walsh nicht zu kompensieren. Dadurch mussten Tobias Kircher und Marius Demmler in den dritten Block rutschen. Die personelle Situation führte Kim Collins in der Pressekonferenz gar nicht als Ursache für den Auftritt an. Die Suche nach Verstärkungen war in den letzten Wochen nicht von Erfolg gekrönt. "Der Markt ist leer", sagte Kim Collins auf Anfrage der "Freien Presse". Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass einige DEL-Mannschaften, die nicht mehr in die Pre-Play-offs kommen können, demnächst ihren Kader reduzieren, um Kosten zu sparen. "Dann müssen aber auch die Spieler für die DEL 2 bereit sein", sagte der Coach.

Mittlerweile ist auch der Name des Kandidaten für den Posten des Co-Trainers bekannt. Jeff MacLeod, der zwischen 1997 und 2004 für die Kassel Huskies in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) spielte, war am Freitag im Kunsteisstadion im Sahnpark. Er sprach mit den Verantwortlichen und verfolgte die Partie gegen Freiburg. Bisher ist allerdings keine Entscheidung gefallen. "Wir haben mit einem sehr interessanten Mann gesprochen. Für diese Saison wird es wahrscheinlich nichts, eher für die nächste Spielzeit. Es waren sehr gute Gespräche", sagte Collins.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...