Emotionaler Abschied für "Rosti"

Die Rollstuhlbasketballer des BSC Rollers Zwickau haben ihr letztes Heimspiel der Saison gewonnen. Der letzten Treffer gelang ausgerechnet Rostislav Pohlmann, der nach über 20 Jahren Schluss macht.

Mosel.

Es war ein emotionaler Moment, als die Schlusssirene in der Sporthalle Mosel ertönte und die rund 400 Zuschauer aufstanden, um einer Legende einen würdigen Abschied zu geben. Denn der 54-jährige Tscheche Rostislav Pohlmann bestritt am Sonntag sein letztes Heimspiel für die Rollstuhlbasketballer des BSC Rollers Zwickau.

Nach über 20 Jahren ist für Rosti nun Schluss. "Ich habe die letzten zwei Monate schlecht geschlafen, weil ich wusste, dass dieser Moment irgendwann kommt. Als ich damals nach Zwickau kam, war ich ein Spieler wie jeder andere auch. Heute bekomme ich so einen tollen Abschied. Das ist sehr besonders und emotional", freute sich Pohlmann. Auch sein Trainer Marco Förster war nach der Partie sichtlich gerührt. "Das ist schon sehr bewegend. Da hat heute jeder Tränen in den Augen gehabt", so der BSC-Coach.

Das eigentliche Spiel, bei dem es für beide Mannschaften um nichts mehr ging, rückte wegen des bevorstehenden Abschieds, ein wenig in den Hintergrund. Die Bulls aus Belgien erspielten sich schnell einen klaren Vorsprung. Bei den Rollers haperte es zunächst vor allem an der Chancenverwertung. Doch die Muldestädter fingen sich, sodass es mit einem 31:31 in die Pause ging.

In Hälfte zwei zeigte der BSC dann, warum er und nicht die Belgier auch nächstes Jahr in der 1. Bundesliga spielen. Nicht zuletzt wegen des stark aufspielenden Vytautas Skucas, der mit 39 Punkten zum besten Werfer avancierte, ging der BSC mit einer 56:44-Führung ins letzte Viertel. Der letzte Moment des Spiels gehörte dann - wie könnte es anders sein - Rostislav Pohlmann. Wie es sich für ein Happy-End gehört, setzte "Rosti" mit seinem Treffer den Schlusspunkt der Partie. "Ich habe am Ende darauf geachtet, dass möglichst jeder Spieler noch Spielzeit zusammen mit Rosti bekommt. Dass er am Ende selber die letzten Punkte macht, ist natürlich umso schöner", so Marco Förster.

Wie es für "Rosti" weiter geht, weiß er selber noch nicht genau. "Ein Spiel habe ich ja noch. Aber danach werde ich erst mal ein, zwei Monate gar nichts machen. Und dann gehe ich in Kur. 30 Jahre Leistungssport haben ihre Spuren hinterlassen", so Pohlmann. Sein letztes Spiel steigt am 11. Mai bei den Rhine River Rhinos in Wiesbaden.

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