Entscheidung in letzter Sekunde

Ohne Punkte traten die Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau am Samstag die Heimreise aus Solingen an. Für den Sieg fehlte es dem Zweitligisten an Effektivität.

Zwickau.

Die Zweitliga-Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau haben am Samstagabend zum ersten Mal in dieser Saison das Parkett als Verliererinnen verlassen. Nachdem die Mannschaft von Trainer Norman Rentsch im September gegen Leipzig, Freiburg und Wuppertal erfolgreich war, stand nach fast vier Wochen ohne Punktspiel beim HSV Solingen-Gräfrath eine knappe 24:25 (12:10)-Niederlage zu Buche. Mit nun 6:2-Punkten sind die Zwickauerinnen vorerst Tabellenfünfter der 2. Bundesliga. Sie haben im Vergleich zur direkten Konkurrenz aber eine Partie weniger absolviert.

Dass es in Solingen beim Schlusslicht der Vorsaison und jetzigen Tabellendritten nichts wurde mit dem erhofften Punktgewinn, hatte mehrere Gründe. Eine schlechte Leistung wollte BSV-Trainer Norman Rentsch seinen Spielerinnen zumindest nicht attestieren: "Wir hatten die gesamte Partie über genügend Situationen und Möglichkeiten, um Tore zu machen und das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Es hat die Effektivität gefehlt, die du brauchst, wenn du oben mitspielen willst." Sowohl kurz vor als auch nach der Halbzeitpause lagen die Zwickauerinnen jeweils mit drei Toren in Führung. Aber statt den Vorsprung zu verteidigen oder gar auszubauen, glichen die Gastgeberinnen relativ schnell wieder aus. Nicht nur in diesen Phasen passierten dem BSV zu viele technische Fehler. In der 48. Spielminute waren die Gäste erneut 21:19 vorn. Ein Fehler von Nadja Bolze im Angriff sowie eine vergebene Chance von Pia Adams, die in Solingen ihr Debüt im BSV-Trikot feierte, und schon stand es 21:21.

Die größeren Chancen auf den Sieg hatten in der Schlussphase erneut die Zwickauerinnen. Anderthalb Minuten vor dem Ende musste die Solingerin Franziska Penz mit einer Zwei-Minuten-Strafe vom Parkett und ein verwandelter Siebenmeter von Jenny Choinowski brachte den 24:24-Ausgleich. Der folgende Solinger Angriff blieb ohne Tor und Zwickau war in Überzahl in Ballbesitz. "Wir wollten das lange ausspielen, um so viel Zeit wie möglich von der Uhr zu nehmen. Die Aktion von Petra Nagy zum Tor kam einfach viel zu früh", beschrieb Norman Rentsch die entscheidende Szene nach der Partie. Statt erfolgreich abzuschließen trat Nagy bei ihrem Wurf in den Kreis. Solingen hatte so 28 Sekunden vor Ende noch einmal den Ball und genügend Zeit für einen geregelten Aufbau. In einer Auszeit besprachen die Gastgeberinnen den letzten Spielzug, den Merit Müller eine Sekunde vor Abpfiff erfolgreich zum 25:24 verwandelte. "Wir haben einen Wurf zugelassen, der so leicht einfach nicht passieren darf. Die Situation müssen die Spielerinnen intelligenter lösen", so Rentsch, der auch an anderer Stelle mit der Abwehrleistung haderte. Im Vorfeld hatte der Coach ein besonderes Augenmerk auf Vanessa Brandt gelegt. Die Nummer 77 der Solingerinnen hatte in den ersten vier Saisonspielen für 35 von 123 HSV-Toren gesorgt. Gegen Zwickau kamen neun weitere Treffer hinzu. "Uns hat ganz oft der richtige Zugriff zu ihr gefehlt. Da muss sich das Team mehr an den Matchplan halten", betonte der BSV-Trainer.

Auf seine Mannschaft wartet am nächsten Samstag mit der SG H2Ku Herrenberg gleich der nächste schwere Gegner. Das Team hat seine bisherigen fünf Partien alle gewonnen und steht an der Tabellenspitze. Nach aktuellem Stand findet die Partie mit Zuschauern statt. Über den genauen Ablauf will der BSV im Laufe der Woche informieren.

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