Entspannt trotz Reisebeschränkungen

Weltweit kommt es zu immer mehr Grenzkontrollen. Dies bekommen auch die ausländischen Spieler der westsächsischen Top-Vereine zu spüren.

Glauchau/Zwickau.

Die Bilder von kilometerlangen Staus an Ländergrenzen häufen sich. Die zunehmenden Kontrollen aufgrund der Corona-Pandemie sorgen für lange Wartezeiten. Zudem gibt es in vielen Staaten Einreisebeschränkungen. Jüngst führte auch Österreich Kontrollen an der Grenze zu Deutschland ein. Die ausländischen Spieler aus den Sportvereinen gehen mit der Situation sehr entspannt um.

So auch die beiden im tschechischen Lovosice wohnhaften Akteure des Handball-Sachsenligisten HC Glauchau/Meerane. Für Torwart Ludek und Rückraumspieler David Kylisek gibt es laut dem Vereinsvorsitzenden Frank Blauhut keine Chance, nach Deutschland zu kommen beziehungsweise dann wieder nach Tschechien zurückzukehren. "Deshalb heißt es einfach abwarten", so Blauhut. Die Unterbrechung der Spielzeit wurde zunächst eh bis zum 19. April verlängert. Die beiden Tschechen halten sich derzeit individuell fit. Von ihren Aktivitäten stellen sie regelmäßig ein paar Fotos in die Whatsapp-Gruppe der Mannschaft. Sehr viel mehr könnte das Brüderpaar aber auch bei offenen Grenzen kaum machen. Das Teamtraining beim HC Glauchau/Meerane ruht aktuell sowieso.

Ähnlich sieht es bei den Drittliga-Tischtennisspielern des SV Sachsenring Hohenstein-Ernstthal aus. Mit Roland Krmaschek und Miroslav Horejsi befinden sich zwei Tschechen im Kader der ersten Mannschaft, zudem kommt mit Andrey Milovanov ein Weißrusse dazu. Mit den Spielern hält Teammanager Christian Hornbogen Kontakt: "Ich tausche mich mit ihnen auch über die Situation in ihrer Heimat aus. Da haben jetzt alle ihre Herausforderungen zu meistern." Momentan sei vieles andere wichtiger als Tischtennis. Jeder Sportler auf diesem Level sei aber angehalten, sich bestmöglich fit zu halten. Spezifisches Training ist ohne Gegner allerdings nicht möglich. Wie es mit der Saison weitergeht, die vorerst bis zum 19. April pausiert, kann Hornbogen nicht einschätzen.

Beim Handball-Zweitligisten BSV Sachsen Zwickau waren in dieser Woche noch alle Spielerinnen vor Ort. So auch die aus Mazedonien stammende Simona Stojkovska oder die 18-jährige Österreicherin Klara Schlegel. "Sie haben auch alle ihren Wohnsitz hier", sagt Trainer Norman Rentsch. Die Spielerinnen wollten sich für eine mögliche Fortsetzung der Saison individuell fit halten. Ob es nach der am Mittwoch verkündeten vorzeitigen Beendigung der Saison vielleicht doch noch zu Playoffs um den Aufsteig kommt, bleibt abzuwarten.

Auch die ausländischen Spieler des Wasserball-Zweitligisten SV Zwickau sind in Deutschland geblieben. "Sie sind ja keine Profis und gehen alle einer Arbeit nach. Deshalb gibt es auch erst mal keinen Grund, dass sie nach Hause fahren", sagt Wasserballwart Jörg Wüstner. Die derzeitige Situation sei sehr ungewohnt. "Wir sind es ja nicht gewohnt, dass alles ruht im Verein. Normalerweise bestimmt der Sport den Alltag, wir sind voll aus dem Rhythmus gerissen", so Wüstner, der gleichzeitig absolutes Verständnis für die Maßnahmen hat. Der Wasserballwart geht persönlich davon aus, dass die aktuell unterbrochene Saison in seiner Sportart nicht zu Ende gebracht werden kann.

Beim Regionalliga-Futsalteam des VfL 05 Hohenstein-Ernstthal wird derzeit auch nicht trainiert. Geschlossene Grenzen sind aber nicht entscheidend. "Die Spieler haben ihren Lebensmittelpunkt ja mittlerweile hier", sagt Teammanager Heiko Fröhlich. Momentan seien aber andere Themen wichtig, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Die Spieler haben dies laut Fröhlich begriffen und ihr Freizeitverhalten angepasst. (mit hof/aheb/mpf)


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