FSV-Anhänger staunt über Resonanz auf Zeitungsartikel

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Fußball: Vogtländer weckt mit Privatarchiv nicht nur beim Verein Interesse

Juchhöh/Zwickau.

"Na, da habt ihr ja eine ganz schöne Lawine losgetreten!" Frank Lämmerhirt, begeisterter Fan des FSV Zwickau aus dem Vogtland, kann es immer noch nicht glauben, wie viele Reaktionen ihm ein Beitrag kürzlich in der "Freien Presse" über sein Archiv eingebracht hat. Hunderte von Aktenordnern vom Pressebeiträgen über "seinen" Verein lagern in Lämmerhirts Haus in Juchhöh vor den Toren von Oelsnitz. Von den 1960er Jahren bis in die heutige Zeit ist dort vieles von dem gesammelt, was an Texten oder Fotos über die Zwickauer Kicker in den einschlägigen Printmedien veröffentlicht wurde. Dass sich niemand gefunden hat, der seine Sammlung irgendwann einmal weiterführt, hat mittlerweile Interessenten auf den Plan gerufen.

Neben dem FSV Zwickau selbst hat auch die Zwickauer Ratsschulbibliothek Interesse bekundet, die tonnenschwere Fundgrube einmal zu übernehmen. "Allerdings lebe ich ja noch und möchte die Sache auch noch einige Jahre selbst weiterführen", sagt der 56-Jährige lachend. "Was später einmal damit wird, weiß ich jetzt noch nicht." Im Grunde ist dem rot-weißen Vogtländer der Rummel um seine Fleißarbeit etwas suspekt. "Es ist doch nur Papier, das ich aufgehoben habe. Da haben andere positiv Verrückte viel Größeres geleistet, Bücher über ihre Vereine geschrieben oder über Jahrzehnte handschriftlich Resultate erfasst."

Wie auch immer: Lämmerhirts Wissensschatz hat sich herumgesprochen. Über die sozialen Netzwerke landen immer häufiger Anfragen im Vogtland. "Da suchen Leute Torschützen, Zuschauerzahlen oder Aufstellungen", erzählt er. Nur eine einzige zu einem Freundschaftsspiel in den 1980er Jahren in Netzschkau konnte der Vogtländer nicht beantworten. "Ich habe ja auch nicht die Berichte aller Lokalausgaben archiviert. Das eine oder andere steht in den Hauptausgaben einfach nicht. Und zu DDR-Zeiten war die Berichterstattung ja weitaus weniger detailliert als heute." Doch auch wenn die eine oder andere Kleinigkeit nicht erfasst ist: Wer als Sympathisant des Zwickauer Fußballs mit dem Lesen beginnt, der kann kaum mehr aufhören. Immer mal wieder treffen sich FSV-Fans bei Lämmerhirt, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Dass sich einige ihm bekannte Anhänger des großen Zwickauer Rivalen aus dem Erzgebirge den einen oder anderen neckischen Kommentar zur Veröffentlichung nicht verkneifen konnten, ist Lämmerhirt egal. Im Gegenteil: "Objektiv gesehen, muss man anerkennen, was dort geleistet wird und mit welchen Mitteln." Mit der aktuellen sportlichen Situation bei seinem Herzensverein zeigt sich Frank Lämmerhirt übrigens hochzufrieden: "Ich genieße die Tatsache, dass der FSV Zwickau nicht mehr die Skandalnudel von einst ist. Die aktuell handelnden Personen machen einen guten Job, haben Konstanz und Seriosität gebracht." Nur eines ärgert den Filialleiter eines Kreditinstituts. "Die Tradition hat man in Zwickau leider lange vernachlässigt und es verpasst, Idole von früher einzubinden. Daher finde ich die jüngsten Bestrebungen, ein FSV-Museum einzurichten, sehr gut und überfällig."

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