FSV verzückt seine Fans auch auf dem Betzenberg

Zwickaus Fußballer haben nach dem Punktgewinn vom Sonntag den Blick nach vorne gerichtet. Für manchen Anhänger des Drittligisten wird das Erlebnis aber noch länger in den Köpfen bleiben.

Zwickau.

Der FSV Zwickau und das Déjà-vu der späten Tore gegen Kaiserslautern. Wie bereits in der Vorrunde haben die Fußballer auch im Drittligaspiel am Sonntag auf dem Betzenberg in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt. Im Heimspiel am 2. September traf Toni Wachsmuth per Foulelfmeter, in Kaiserslautern netzte Ronny König nach einem Freistoß zum 1:1 ein.

Dabei hatte König seine Gewohnheit geändert. "Eigentlich stehe ich bei Freistößen von den Außenpositionen immer kurz, doch diesmal sagte mir mein Gefühl, mich lang zu stellen", sagte der Routinier nach dem Abpfiff. Den Freistoß zuvor hatte Kevin Hoffmann getreten, rotzfrech, mitten vor das Gesicht des gegnerischen Torhüters. "Ich wusste, dass es vielleicht die letzte Aktion im Spiel war. Also musste ich was riskieren und habe den Ball mitten vor das Tor serviert", erklärte er. FCK-Torhüter Lennart Grill nahm den Zwickauer Treffer auf seine Kappe: "Ich muss den Ball einfach fangen, dann passiert nichts mehr. Kevin Hoffmann hat den Ball aber auch raffiniert und tückisch scharf vor das Tor gebracht."

Während die "roten Teufel" bedröppelt und wortlos aus dem heimischen Fritz-Walter-Stadion schlichen, feierten die rund 1000 mitgereisten Zwickauer Fans beim Kaiserwetter Ende Februar die eigene Mannschaft. FSV-Anhänger Norman Langer nahm die fast 500 Kilometer lange Anreise auf sich, um einmal den berüchtigten Betzenberg zu erleben. Mit einem Punktgewinn hatte er nicht gerechnet. "Umso schöner, dass Pommes den Elfmeter gehalten und der King noch getroffen hat", sagte er mit einem Lächeln über die entscheidenden Aktionen von Torwart Johannes Brinkies und Torschütze Ronny König. "Das Unentschieden fühlt sich wie ein Sieg an", so Langer.

Nicht ganz so weit hatte es der gebürtige Zwickauer Toralf Möckel. Seit über zwei Jahrzehnten wohnt er in der Pfalz, nur fünfzehn Kilometer vom Betzenberg entfernt. Die Auftritte des FSV Zwickau verfolgt er aber jede Woche aus der Ferne und drückt der Mannschaft die Daumen. "Ich bin im Herzen noch Zwickauer und habe mich auf dieses Erlebnis gefreut, den FSV wieder mal live zu sehen. Durch dieses Tor in letzter Minute wird es unvergessen bleiben. Hut ab vor dieser Mannschaft", so Möckel.

Für Toni Wachsmuth wurden im Fritz-Walter-Stadion Erinnerungen wach, da er dort am 8.Dezember 2006 für Jena sein erstes Spiel über 90 Minuten in der 2. Bundesliga bestritten hatte: "Nun beginnt sich hier der Kreis als Spieler langsam zu schließen." Seit einer Woche steht fest, dass Wachsmuth ab Sommer neuer Sportdirektor beim FSV wird. Wehmut über das nahende Ende seiner Fußballerkarriere schwingt beim Kapitän noch nicht mit. Dafür sei der Druck einfach viel zu groß. Zunächst will der 32-Jährige das Team zum Klassenerhalt führen, "dann kann ich über das Ende meiner Laufbahn nachdenken."

Nach dem Spiel hatte Wachsmuth sofort nach vorne geblickt: "Solche Erlebnisse nimmt man gern mit, aber wir haben jetzt keine Zeit zum Feiern, denn auf uns kommen schwere Spiele zu." Zunächst steht für Wachsmuth und die Mannschaft am Samstag das schwere Heimspiel gegen den unangenehmen Gegner Sportfreunde Lotte auf dem Programm. Dann folgt eine harte englische Woche mit der Partie beim Spitzenreiter VfLOsnabrück, zu Hause gegen das Starensemble des KFC Uerdingen und erneut auswärts beim VfR Aalen. "Mit der Moral von Kaiserslautern brauchen wir uns aber vor niemanden zu fürchten", so Wachsmuth.

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