Für Rennfahrer hat sich die Reise ins Ungewisse gelohnt

Chris Meyer aus Reinsdorf hatte im Corona-Jahr ein ein überschaubares Programm. Zumindest einen Trip nach Nordirland gönnte er sich trotzdem.

Reinsdorf.

Normalerweise gehören jedes Jahr um die 15 Motorrad-Straßenrennen für Chris Meyer zum üblichen Programm. Doch war das in diesem Jahr coronabedingt nicht möglich. Auf eine besondere Reise wollte er aber nicht verzichten. Und die hatte es erwartungsgemäß in sich. "Ich fahre neben mehreren Rennen in Tschechien jedes Jahr auch vier-, fünfmal in England oder Nordirland. Doch diesmal musste ich alle dahingehenden Pläne über den Haufen werfen. Eine Gelegenheit ergab sich dann doch noch. Und die habe ich beim Schopfe gepackt", erklärt der 48-jährige Reinsdorfer.

In Cookstown inmitten von Nordirland wurde im September das ursprünglich für April vorgesehene Rennen nachgeholt. "Obwohl Cookstown saugefährlich und nicht meine Lieblingsstrecke ist, war es für mich ein Muss, dabei zu sein. Schließlich war es das einzige Rennen, was in diesem Jahr drüben stattfinden konnte. Und da ich viele Freunde und Bekannte in England und Nordirland habe, wollte ich die einfach mal wiedersehen", sagt der Inhaber eines Kfz-Meisterbetriebs.

Beim Cookstown 100 mit seinen zwei Sprungkuppen war Chris Meyer zuvor schon zweimal am Start. Hielt sich die Beteiligung deutscher Fahrer schon da in engen Grenzen, war er diesmal sogar der einzige Deutsche. Dabei hatte er nicht nur gute Erinnerungen, weil er zweimal durch gestürzte Fahrer zu Fall kam. "Ich versuche immer so zu fahren, dass ich nicht selbst einen Unfall auslöse, aber durch den schlechten Fahrbahnbelag und die sehr winklige Strecke bleibt es natürlich gefährlich. Nachteilig ist auch, dass man nur fünf Trainingsrunden hat und dadurch die Strecke nur schwer lernt", so Chris Meyer weiter.

Doch auch dafür hat er ein Rezept, indem er mit mehreren Motorrädern in mehreren Klassen fährt. Diesmal hatte er seine 125er- und 250er-Honda, beide Baujahr 2002, im Gepäck. Mit denen trat er in den Klassen 125 ccm/Moto3, Junior Support und Lightweight Supersport an. Während er mit seinem kleinen Bike einmal als Vierter das Podest nur knapp verpasste und einmal Siebenter wurde, schied er mit seiner 250er mit einem Defekt aus.

Und dann war da noch die Sache mit den Reisebeschränkungen. Obwohl er sich nicht sicher war, ob er nach Großbritannien überhaupt einreisen darf und wenn ja, ob er dann zunächst in Quarantäne geschickt werden würde, nahm er das Projekt in Angriff. "Die Verlockung war zu groß. Notfalls wäre ich halt wieder umgekehrt, aber am Ende hat alles einwandfrei funktioniert. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt", resümiert Chris Meyer.

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