Glauchau hofft auf sportliche Lösung

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Per Videokonferenz hat sich der Sächsische Fußballverband mit den Vereinen über Optionen zur Fortsetzung der Saison ausgetauscht. Besonders im Blickpunkt steht die Corona-Lage zu Ostern.

Glauchau/Zwickau.

Wie es mit der Fußballsaison 2020/21 auf Landesebene weitergeht, ist immer noch offen. Zu Beginn der Woche hatte der Sächsische Fußballverband (SFV) die Vereine der Sachsenliga und der Landesklassen zu Video-Konferenzen eingeladen, die regen Zuspruch fanden. "75 der 85 Klubs haben unser Angebot wahrgenommen", sagt Volkmar Beier, der Chef des Spielausschusses beim SFV. Nach den am Mittwoch verlängerten Lockdown-Maßnahmen zeichnet sich immer mehr ab, dass das Osterwochenende ein Fixpunkt für den weiteren Saisonverlauf wird.

Der SFV hält zunächst an seinem bereits im Dezember ausgegebenen Ziel fest, die Spielzeit mit einer einfachen Runde durchzuführen. Um dies zu erreichen, müssten der Oberlungwitzer SV (6. Platz/11 Punkte) und Schlusslicht Reinsdorf-Vielau (16./1) in der Landesklasse West noch jeweils acht Partien bestreiten. Ihre Konkurrenten ESV Lok Zwickau (5./12), Fortschritt Lichtenstein (10./6) und der Meeraner SV (12./5) hätten aufgrund ausgefallener Spiele noch neun Partien vor der Brust. Beim VfB Empor Glauchau (15./7) sind in der 22-köpfigen Landesliga sogar noch 14 Partien offen. "Natürlich wollen wir die Saison auf einem sportlichen Weg beenden", sagt Patrick Jahn, der Großfeldverantwortliche des VfB Empor. Allerdings wird das nicht einfach.

Denn ein Neustart im März ist aufgrund der Lockdown-Verlängerung sehr unwahrscheinlich. Zumal die Vereine vor den ersten Punktspielen Vorlauf für ihr Training brauchen. Aber selbst wenn die Kicker am 4. April zu Ostern wieder auf Torejagd gehen, herrscht vor allem in der Landesliga Zeitdruck. Laut den Regelungen des SFV muss die Saison spätestens am 30. Juni beendet sein. Eine Verschiebung des Termins ist nicht ohne Weiteres möglich. Wegen der späten Sommerferien, die in Sachsen am 26. Juli beginnen, hätten die westsächsischen Vereine noch etwas Spielraum, "aber da müsste es trotzdem eine bundeseinheitliche Regelung geben", sagt Jahn. Das Glauchauer Vorstandsmitglied hat dabei vor allem das Transferfenster im Blick.

"Wenn wir im Juli noch spielen, wäre es Wettbewerbsverzerrung, wenn ab dem 30. Juni Spieler aus anderen Bundesländern verpflichtet werden oder dorthin wechseln", erklärt Patrick Jahn. Den Vorschlag, Spiele unter der Woche zu absolvieren, sieht er dagegen nicht als Lösung: "Es ist immer noch Amateursport und wir sind alle noch berufstätig. Da können wir nicht zum Beispiel Mittwochabends nach Kamenz fahren."

Bei einem Wettkampfstart erst ab Mai wäre auch die Durchführung einer Hinrunde in der Landesklasse fraglich. "Sollten sowohl in der Landesliga als auch in der Landesklasse keine einfache Runde ausgetragen werden können, erscheinen sport- liche Wertungen nicht mehr möglich", sagt der SFV-Spielausschuss-Chef Beier. Ein drittes Szenario wäre jedoch die schwierigste Konstellation: Falls die Landesklasse eine einfache Runde schafft, die Landesliga allerdings nicht, müsste ein Modus zu Auf- und Abstiegen gefunden werden.

Derweil hat sich SFV-Präsident Hermann Winkler mit einem Schreiben zur Trainings- und Spielbetriebsfortsetzung an den sächsischen Innenminister Roland Wöller gewandt. "Ich bin froh über diesen Vorstoß und hoffe, dass auch der Breitensport in das Blickfeld der politischen Entscheidungen zur Corona-Pandemie rückt", sagt Volkmar Beier. "Insgesamt streben wir eine einheitliche Kette für die sportlichen Entscheidungen an, also ein Prinzip von der Landesliga bis in die Kreise wie im Vorjahr."

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