Glauchauer misst sich mit Großmeister

Igor Khenkin, ehemaliger Schach-Nationalspieler, hat sich in Zwickau gleich 24 Gegnern gestellt. Für den ältesten Kontrahenten war dabei jeder Zug fast wie ein kleiner Sieg.

Glauchau.

Normalerweise dreht sich im Zwickauer Robert-Schumann-Haus alles um schwarze und weiße Klaviertasten. Am Freitagnachmittag standen allerdings die schwarzen und weißen Figuren des Spiels der Könige im Mittelpunkt. Der Zwickauer Schachclub hatte Großmeister Igor Khenkin zu einem Simultanschachturnier in die Muldestadt eingeladen. Dabei trat mit Willi Opitz auch ein Glauchauer gegen den ehemaligen Deutschen Nationalspieler an.

Mit seinen 80 Jahren erlebte Opitz als ältester Teilnehmer des Turniers sogar eine Premiere. Denn vor gut 30 Jahren schaute er bereits dem Großmeister Wolfgang Uhlmann bei einem Turnier in Meerane zu, saß aber noch nie selbst gegen einen Großmeister am Brett. "Das gönne ich mir jetzt einfach auf meine alten Tage", sagte Opitz. Chancen räumte er sich im Vorfeld jedoch keine ein. "Wenn man gegen so eine Koryphäe des Schachs antritt, ist jeder weitere Zug, den man machen darf, schon fast wie ein Gewinn anzusehen", gab der Spieler des Glauchauer SC unmissverständlich zu verstehen. Auch wenn sich Willi Opitz am Ende wie erwartet geschlagen geben musste, war für ihn allein schon die Teilnahme ein tolles Erlebnis.

Jüngste Gegnerin des Deutschen Meisters von 2011 war die elfjährige Saskia Pohle vom SV Muldental Wilkau-Haßlau. "Ich habe in diesem Jahr bei der Bundesligaendrunde beim Simultan gegen einen Großmeister ein Remis rausgeholt. Es wäre toll, wenn mir das heute wieder gelingen würde", sagt das Schachtalent, das 2017 an der Weltmeisterschaft in Brasilien teilgenommen hatte. Ihre Hoffnung ging diesmal nicht in Erfüllung.

Gegen 24 Kontrahenten gleichzeitig anzutreten war für Khenkin kein Problem: "Simultan habe ich schon an 35 Brettern gespielt. Das ist wie Blitzschach, nur das ich eine ganze Menge Gegner habe." Am Ende gewann der Großmeister 19Partien, fünf endeten unentschieden.

Zu verdanken war das Zustandekommen der Veranstaltung Frank Birkner, dem Schatzmeister des Zwickauer SC. Bei privaten Schachstunden lud er Khenkin nach Zwickau ein. "Da er am Freitag ohnehin auf der Rückreise von einem Seminar in Tschechin war, bot sich ein Abstecher hierher an", so Birkner. Der 48-Jährige feierte aber nicht nur einen organisatorischen Erfolg. Er selbst war einer von jenen fünf Gegnern, die Khenkin ein Remis abtrotzten.

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