Heimspiel auf dem Sachsenring: 13-Jähriger genießt die Stimmung

Phillip Tonn aus Neukirchen stand als einziger deutscher Pilot im Rookies Cup am Wochenende besonders im Rampenlicht. Obwohl die Aufregung entsprechend groß war, fuhr er zum zweiten Mal in die Punkteränge.

Hohenstein-Ernstthal.

Hinter Phillip Tonn liegt das spannendste Rennwochenende der Saison. Im Rahmenprogramm des Motorrad Grand Prix auf dem Sachsenring hieß es auch für die Nachwuchsklassen Gas geben. Der Red Bull Rookies Cup ist dabei das Sprungbrett in die Weltmeisterschaft und gilt als die höchste Talenteschmiede in Europa. Der 13-jährige Neukirchener konnte in den Wochen zuvor schon den Hohensteiner Asphalt testen. "Ich habe an ein paar Renntrainings teilgenommen. Das hilft natürlich."

Trotzdem war die Aufregung diesmal besonders groß. "Ich bin ja der einzige deutsche Fahrer im Rookies Cup. Damit waren sehr viele Pressetermine zu erledigen. Gefühlt hatte ich ständig Kameras vor der Nase. Da war schon sehr viel Trubel." Dazu kam reichlich Besuch von Freunden und Familie, die ihren Phillip in Aktion erleben wollten. "Mein Highlight war die Fahrerpräsentation in der Karthalle mit Interview auf der Bühne. Das fühlt sich an wie bei den ganz großen Stars", strahlt er stolz. Sogar Autogramme des Neukirchners waren gefragt.

Auf der Strecke kam Phillip Tonn gut zurecht: "Schon im Training hab ich mich mit meiner KTM wohl gefühlt, da hat alles gepasst." Das Ziel des Wochenendes hieß, in die Punkteränge zu gelangen. Eine Woche zuvor war ihm das beim Rennlauf im niederländischen Assen bereits geglückt. Mit einer Qualifikationszeit von 1:30,4 Minuten auf dem Sachsenring deutete Startplatz 15 schon in die richtige Richtung.

"Ich konnte kaum erwarten, dass es losgeht", erinnert sich der junge Fahrer an den Samstag. Nach einem passablen Start bestritt er seine Rennrunden im stetigen Zweikampf. "Mit dem Spitzenfeld kann ich im Moment noch nicht mithalten. Dafür hatte ich Action mit Zonta van den Goorbergh." Mit dem jungen Holländer bot er den Zuschauern ein "Rennen im Rennen", denn bei jeder Zielüberquerung lag ein anderer in Führung. Der Wertungslauf nahm vier Runden vor Schluss durch einen Sturz im Führungsfeld ein vorzeitiges Ende. Die rote Flagge signalisierte den Abbruch. Gewertet wird in diesem Fall die letzte vollständig beendete Runde. Mit der lag Phillip Tonn in der Rangliste auf Platz 15. "Ein Punkt für die Gesamtwertung. Das passt", konstatiert er unter dem Beifall der Tribünengäste.

Vor dem Rennen am Sonntag wuchs die Nervosität erneut an. Am Start kam er schwer voran, reihte sich im Feld ein und begann seine Rennkilometer zu absolvieren. Auf Platz 16 liegend mit Potenzial nach vorn, geriet er in der sechsten Runde aber ins Schlingern und landete schließlich bäuchlings im Kiesbett. "Durch das Omega kam ich gut durch und dann ging mir das Hinterrad weg", ärgert er sich über den Ausfall. "Der Sturz war körperlich nicht schmerzhaft, aber ich war schon schlimm enttäuscht."

Mit Blick auf die Entwicklung seiner Rundenzeiten ist er zufrieden: "Der Abstand nach vorn wird überschaubar. Es geht in kleinen Schritten voran." Jetzt steht zunächst eine Rennpause an, die der Neukirchner zum Trainieren nutzen wird. "Ich bin sehr viel auf der Motocross-Strecke unterwegs und lerne gut, mit schweren Bikes umzugehen."

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