Im zweiten Jahr schon Meisterehren

In seinem Kinderzimmer hatte der achtjährige Fillin Lorenz aus Glauchau sein Ziel stets vor Augen. Auch Zukunftspläne sind beim Motorradrennsportler schon geschmiedet.

Glauchau.

Er hat es geschafft. Fillin Lorenz gewann in diesem Jahr den ADAC-Pocket-Bike-Cup. In der Klasse BLATA siegte der achtjährige Glauchauer bei sechs der insgesamt 16 Rennen, stand sechs weitere Male auf dem Podest und setzte sich damit am Ende knapp gegen zwei ihm ziemlich auf die Pelle gerückte Kontrahenten durch.

Nach Gesamtrang 10 in der vergangenen Saison, seinem Debütjahr, kommt das einem Quantensprung gleich. "Das war mein absolutes Ziel. Ich habe das ganze Jahr über und bei jedem Rennen nur daran gedacht", klärt Fillin Lorenz auf. Dazu ließen er und seine Familie in seinem Kinderzimmer extra einen besonderen Platz für den Siegerpokal frei. "Jeden Abend vorm Schlafengehen haben wir auf den leeren Platz gezeigt und gesagt: Dort kommt er hin und den holen wir", sagt sein Vater Michael.

"Ich habe im vorigen Jahr viel gelernt und nachdem ich beim ersten Rennen dieses Jahr einmal Zweiter und einmal Erster geworden war, habe ich gewusst, dass ich es schaffen kann", sagt der 1,38 m große Steppke. Vor dem Saisonfinale in Templin war Fillin Lorenz Tabellenzweiter. Doch die Familie überließ nichts dem Zufall. Bereits am Montag ging es Richtung Brandenburg, um von Dienstag bis Freitag jeden Tag von früh bis abends im Wechsel mit Schulaufgaben zu trainieren. Die Aufgaben hatte Fillin von der Schule mitbekommen, sodass einer Freistellung nichts im Wege stand.

Der Plan ging auf. Mit dem Trainingsvorsprung fuhr Fillin Lorenz zwei überlegene Siege in der BLATA-Klasse ein, wobei er sogar um den Gesamtsieg auf der Strecke gegen die etwas leistungsstärkeren GRCs gekämpft hatte. Das ist in der Regel zwar mit einer erhöhten Sturzgefahr verbunden, doch wiegelt der Pilot des AMC Sachsenring ab: "Ich bin nicht taktisch gefahren. Ich fahre immer so schnell es geht."

Nach der Zieldurchfahrt des entscheidenden Laufes fiel ihm eine ziemliche Last von den Schultern. "Da wusste ich, dass ich es geschafft hatte und habe nur noch an den Titel gedacht. Da habe ich mich sehr gefreut", blickt der Schüler der zweiten Klasse knapp drei Monate später mit einem breitem Grinsen zurück.

Nächstes Jahr steigt er zu den Mini-Bikes auf. So ein Teil hat er nach seinem Titelgewinn bei den Pocket-Bikes schon mal auf einem großen Parkplatz getestet und ließ nach einer halben Stunde bereits die Knie auf dem Boden schleifen. 2021 wird es im Mini-Bike-Cup neben den beiden bestehenden Klassen, in denen mit circa acht PS starken Hondas gefahren wird, eine dritte Klasse für Bikes des italienischen Herstellers Ohvale geben. Diese haben vier PS mehr, und mit so einem Geschoss will Fillin Lorenz dabei sein.

Die Frage nach seinem Fernziel beantwortet er ohne zu zögern mit "Na, Moto GP" und lässt dieser Auskunft ein gedankliches Ausrufezeichen folgen.

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