Immer weniger Mannschaften: Fußball-Kreisverband reagiert

Den Vereinen im Landkreis Zwickau steht zur Saison 2020/21 eine Reduzierung der Kreisliga von zwei Staffeln auf eine bevor. Ziel der Reform ist ein ansprechendes Niveau in den oberen und ein vernünftiger Spielbetrieb in den unteren Klassen.

Zwickau.

Es sind nicht weniger als 13 DIN-A-4-Seiten, auf denen der Kreisverband Fußball Zwickau die Auf- und Abstiegsregelung für die Saison 2019/20 im Spielbetrieb der Männer festgehalten hat. Das ausführliche Schreiben hat einen triftigen Grund: Statt bislang zwei Kreisliga-Staffeln wird es künftig nur noch eine geben. Das hat Auswirkungen bis zur 2. Kreisklasse. "Deshalb war es uns wichtig, alles hieb- und stichfest zu machen, damit jeder Verein einfach nachvollziehen kann, was welcher Platz in der Tabelle am Ende für ihn bedeutet", sagt Lutz Seidel, der Chef des Spielausschusses im Kreisverband.

Für die Kreisligisten ist die Rechnung relativ einfach: Wer auch im nächsten Spieljahr definitiv in der zweithöchsten Spielklasse des Zwickauer Verbandes auf Torejagd gehen will, muss in seiner Staffel mindestens Siebenter werden. Darüber hinaus ist auch garantiert, dass alle Staffelsieger am Ende der Saison aufsteigen dürfen. Denn um Härtefälle zu vermeiden, soll es 2020/21 eine Übergangssaison mit 16-er Staffeln in der Kreisliga und 1. Kreisklasse geben. Dagegen hängt die Staffelstärke der 2. Kreisklasse auch von den Mannschaftsmeldungen ab. Die Westsachsenliga spielt unterdessen planmäßig auch nächstes Jahr mit 14 Teams. "Damit haben wir einen Puffer. Falls es zwei oder mehr Absteiger aus der Landesklasse gibt, würden wir da auch auf 16 Mannschaften aufstocken", sagt Seidel.

Auslöser für die Änderung in der Ligen-Struktur war die Tatsache, dass für die laufende Saison neun Männermannschaften weniger als 2018 gemeldet wurden. Damit setzte sich der Trend der Vorjahre fort. "Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir in der 2. Kreisklasse mit zwei Staffeln und fast 30 Mannschaften gespielt haben. Jetzt sind wir an dem Punkt, dass es nur noch eine Zwölferstaffel ist", sagt Lutz Seidel. Er erklärt, dass sich der Verband seit 2017 die Zahlen angeschaut hat und mit dem jetzigen Einbruch an Mannschaften den Anlass sah, darauf zu reagieren. "Die Entwicklung hat sich über sechs, sieben Jahre zugespitzt."

Für die Entscheidung gab es mehrere Gründe. So argumentiert der Vorsitzende des Spielausschusses zum Beispiel mit dem großen Leistungsgefälle in der Kreisliga, holt dafür aber noch weiter aus. "Es fällt auf, dass das Niveau in der Westsachsenliga schlechter geworden ist. Das hat damit zu tun, dass wir fünf Jahre lang unseren Kreismeister in die Landesklasse abgegeben haben und in der Zeit bis auf Crossen keine Mannschaft wieder runterkam. Die Qualität geht damit in die Landesklasse und das macht es für die nach oben rückenden Vereine im Kreis noch schwerer", sagt er. In der eingleisigen Kreisliga sieht der Fußball-Kreisverband einen größeren sportlichen Anreiz. "Ich habe aus der Runde der betreffenden Vereine bisher nur Zustimmung erfahren", erklärt Lutz Seidel. Für ihn sind auch die guten Resultate der Kreis- ligisten im Pokalwettbewerb (elf Vertreter im Achtelfinale) ein Indiz, dass die Vereine den Reformgedanken angenommen haben. "Sie wissen, um was es dieses Jahr geht und sind vom Niveau an die Westsachsenliga rangerutscht."

Darüber hinaus verspricht er sich von der Liga-Reform auch in Zukunft einen vernünftigen Spielbetrieb in der 1. und vor allem auch in der 2. Kreisklasse. Da in der laufenden Saison weitere zwei Mannschaften zurückgezogen haben, hätte in der aktuellen Ligenstruktur fürs nächste Spieljahr unter Umständen eine Mini-Staffel in der untersten Spielklasse des Kreises gedroht.

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