In der Bundesliga angekommen

Von der Bezirksliga in die Nachwuchs-Bundesliga: Für zwei junge Handball-Schiedsrichter aus Westsachsen ging es zuletzt steil nach oben.

Für die beiden Schiedsrichter Lukas May (links) und Paul Zilly vom HC Glauchau/Meerane ging es stetig nach oben. Mittlerweile sind sie in der Bundesliga der A-Jugend angekommen.
In der Bundesliga angekommen

Von Holger Frenzel

Lukas May und Paul Zilly vom HC Glauchau/Meerane werden in der neuen Saison viel Zeit auf der Autobahn verbringen. Die beiden Schiedsrichter gehören zum Perspektivkader des Deutschen Handball Bundes (DHB). Sie pfeifen künftig in der A-Jugend-Bundesliga. Damit geht's für die beiden 21-Jährigen unter anderem zu Einsätzen in den Ruhrpott und an die Küste. "Wir freuen uns auf die Herausforderung", sagen die beiden Referees übereinstimmend. Die Westsachsen sind zudem für Einsätze bei Frauen- und Männerpartien in der mitteldeutschen Oberliga vorgesehen.

Lukas May stammt aus Flöha und absolviert eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Paul Zilly wohnt in Hohenstein-Ernstthal. Er arbeitet als Kundenberater bei einer Versicherung. Sie bilden seit Januar 2015 ein Schiedsrichter-Duo, für welches es rasant nach oben ging. In der Saison 2015/16 leiteten die Beiden noch Partien in der Bezirksliga. In der Spielzeit 2017/18 standen sie schon in der Sachsenliga auf dem Spielfeld. Dabei gibt es eine klare Aufgabenverteilung: Lukas May kümmert sich um die technische Besprechung mit den Teamverantwortlichen, Paul Zilly ist für das Protokoll verantwortlich. "Auf dem Spielfeld bin ich in den ersten Minuten der Ansprechpartner für die Trainer", sagt der Hohenstein-Ernstthaler, der früher auf der Linksaußenposition gespielt hat. Dagegen kam Lukas May im Rückraum zum Einsatz.

Das ist allerdings Geschichte. Mittlerweile gehört das Hauptaugenmerk dem Hobby mit der Pfeife. Die Unparteiischen, die sich beim HC Glauchau/Meerane wohlfühlen, bereiten sich momentan auf die neue Saison vor. Zuletzt ging es zu Lehrgängen nach Breitenbrunn und Naumburg. Dazu kommen noch zwei- bis drei Fitnesseinheiten pro Woche.

Von den Erfahrungen, die sie bisher als Schiedsrichter sammeln konnten, profitieren sie auch im Alltag. "Man muss seine Entscheidungen, die im Bruchteil einer Sekunde zu treffen sind, auch vertreten können", sagt Lukas May. Paul Zilly ergänzt, dass sich durch die Einsätze die Kritikfähigkeit verbessert. Die Unparteiischen vom HC Glauchau/Meerane stehen nach eigenen Worten auf dem Spielfeld für eine kollegiale und lockere Art. Der Stil entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Deshalb spielt die Videoauswertung eine wichtige Rolle. "Wir haben zwei Blickwinkel auf die Szenen und müssen unsere Linie finden", sagt Paul Zilly.

"Die Beiden sind ein Vorbild für unseren Schiedsrichter-Nachwuchs"

Im Vorstand des HC Glauchau/Meerane ist Colin Schupke für die Schiedsrichter und Zeitnehmer verantwortlich. Holger Frenzel sprach mit dem 43-Jährigen.

Wie bewerten Sie die Entwicklung von Lukas May und Paul Zilly?

Wir sind sehr stolz, dass wir solch engagierte junge Schiedsrichter in unsrem Verein haben. Sie investieren - wie viele andere Schiedsrichter, Zeitnehmer und Helfer - enorm viel Zeit in das Hobby. Das macht sich jetzt bezahlt, die Beiden dürfen sich in den höchsten Spielklassen beweisen und sind Vorbilder für unseren Schiedsrichter-Nachwuchs.

Wie viele Schiedsrichter kommen momentan für den HC zum Einsatz?

13 - in ganz unterschiedlichen Spielklassen vom Nachwuchs bis zur mitteldeutschen Oberliga der Männer. Trotzdem befinden wir uns weiter auf der Suche nach neuen Schiedsrichtern, um Strafen wegen Unterbestand zu vermeiden.

Wo können sich Interessenten, die als Schiedsrichter zum Einsatz kommen wollen, melden?

In der Geschäftsstelle unseres Vereins. Wir freuen uns über jeden, der die Aufgabe übernehmen will. Sie sollten Spaß am Handball mitbringen und zuverlässig sein.

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