In Glauchau sind alle Starter auch Sieger

Der Herbstlauf hat bei seiner 34. Auflage am Sonntag mit 1958 Teilnehmern erneut seine große Anziehungskraft unter Beweis gestellt. Von einem Tag mit flotten Aktiven und genauso flotten Sprüchen.

Glauchau.

Der Zieleinlauf an der Sachsenlandhalle wurde am Sonntag nicht nur für die Top-Läufer zur emotionalen Angelegenheit. Denn die Moderatoren Andreas Clauß und Kathleen Etzoldt animierten die Zuschauer gemeinsam mit den Meeraner Tanzgirls immer wieder, auch die mit einem Beifall und großem Hallo zu empfangen, für die es "nur" ums Ankommen ging. "Bei uns sind alle Sieger", sagte Kathleen Etzold. Mit Sprüchen wie "Es fühlt sich für euch vielleicht scheiße an, aber ihr seht noch richtig locker aus", zauberte sie beim abschließenden Halbmarathon auf den letzten Metern in jedes noch so schmerzverzerrte Gesicht ein flüchtiges Lächeln.

Als strahlende Sieger liefen nach 21,1 Kilometern Christian Flegel von der SG Adelsberg (1:16:30 h) und Kathrin Bogen vom SC DHfK Leipzig (1:28:41 h) über die Ziellinie. Für den 32-jährigen Chemnitzer, der sich im taktisch geprägten Rennen zunächst im Windschatten aufgehalten hatte, war es nach Platz 3 im Vorjahr der erste Gesamtsieg in Glauchau. Die 49-jährige Leipzigerin dagegen hatte 2008 bis 2013 bereits beim Herbstlauf die Nase vorn. Der diesjährige Triumph war für sie jedoch etwas Besonderes. "So viele Gesamtsiege werden es in meinem Alter nicht mehr werden", sagte sie und schob ein dickes Kompliment an die Organisatoren hinterher. "Ich komme gerne nach Glauchau. Das ist ein superschöner und liebevoll organisierter Lauf."

Auch für Jörg Fernbach, den Vizepräsidenten des Leichtathletik-Verbandes Sachsen, war es keine Überraschung, dass der 34. Glauchauer Herbstlauf trotz der Termin-Überschneidung mit dem Dresden-Marathon mit insgesamt 1958 Teilnehmern nur knapp an der 2000-er Marke vorbeischrammte. Der 69-Jährige hatte selbst die zehn Kilometer absolviert und sagte danach: "Die Glauchauer haben hier eine fantastische Infrastruktur für den Lauf und mit der TSG auch einen engagierten Verein, der diese Voraussetzungen zu nutzen weiß." Dazu komme eine "wunderschöne Strecke" und die "tolle Atmosphäre".

Von der war auch Habtamu Agumas Geleata angetan, der über zehn Kilometer in 34:06 min für den ersten Sieg eines Äthiopiers in Glauchau sorgte. Hinter Sebastian Harz aus Hermsdorf (35:19 min) wurde Sören Trommer von Vorwärts Zwickau (36:38 min) Dritter. "Ich wollte zwar schneller sein, aber umso mehr freue ich mich, erstmals in der Gesamtwertung auf dem Treppchen zu stehen", sagte er. Bei den Frauen ging der erste Platz in 39:15 min an Anna Kristin Fischer aus Leipzig.

Die Organisatoren von der TSG Glauchau und dem Kreissportbund Zwickau, die etwa 100 Helfer an der Seite hatten, sorgten für einen reibungslosen Ablauf. "Es hat sich bewährt, das bei uns die ganze Familie an den Start gehen kann", erklärte Pressesprecher Matthias Winter.


Von Torten und Top-Teams

Sindy Walther vom SV Remse hat am Sonntag die wohl ungewöhnlichste Trophäe mit nach Hause genommen. Die 40-Jährige, die sich für die 10-Kilometer angemeldet hatte, wurde vor dem Startschuss von Gesamtleiter Dirk Lupke als 30.000. Teilnehmerin in der Geschichte des Glauchauer Herbstlaufes geehrt. Dafür gab es neben einem Blumengruß eine Riesentorte. Die wurde am Nachmittag bei einem spontanen gemeinsamen Kaffeetrinken mit den Vereinskameraden verspeist.

Beim Freie-Presse-Firmen-, Vereins- und Familienlauf über 3,2 Kilometer ging der Sieg in der Mannschaftswertung an den TSV Fortschritt Mittweida in der Besetzung Tim Lange, Christian Rößler und Dirk Rößler. Platz 2 erlief Vorwärts Zwickau mit Julian Täufel, Torsten Täufel und Doreen Täufel. Bronze holte der Strata Bau Meerane mit Chris Ziese, Hoang Gia Duong und Marcel Ludwig. Die Startgelder dieses Laufes werden traditionell gespendet, diesmal an das Clubkino Glauchau.

Der Special-City-Run für Menschen mit geistiger Behinderung ist aus dem Programm des Herbstlaufes nicht mehr wegzudenken. Diesmal waren an die 60 Starter aus Werkstätten der Region am Start. "Das Schöne ist, dass unsere Läufer mittendrin im großen Feld sind", sagte Mit-Organisator Gerhard Thriemer von der Werkstatt Lebensbrücke Glauchau. Die Sportler mit Handicap wagten sich sowohl an die 3,2 als auch an die 10 Kilometer.

Die jüngsten Läufer hatten mit dem 200-m-Bambini-Rennen und den Läufen über 1,1 Kilometer am Sonntagmorgen den Auftakt des Traditionsrennens vollzogen. Allein im Rennen der Jungs der Altersklassen U 8/U 10 wurden 116 Läufer gezählt. Dabei konnte sich David Pöcker vom SV Zwickau 04 in der U 8 den Sieg in seiner Altersklasse sichern.

Für Renate Conrad aus Oschatz hat sich die Teilnahme am 34. Glauchauer Herbstlauf ganz besonders gelohnt. Für sie wurde bei der Tombola, bei der seit Jahren viele attraktive Gewinne warten, am Nachmittag der Hauptpreis gezogen: Eine Reise für zwei Personen zum Halbmarathon in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon.

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