Kanu- und Freizeitsportverein "Pleißental" begeht Jubiläum

Im Sommer 1948 erfolgte die Gründungsversammlung. 70 Jahre später sind die Sportler noch immer mit viel Eifer am Werk.

Langenhessen.

Sieben Jahrzehnte ist es her. Im damaligen Filmtheater "Flora" in der Crimmitschauer Mühlgasse ist am 20. Juli 1948 die BSG Pleißengrund aus der Taufe gehoben worden - mit den Sektionen Billard, Tennis und Kanu. Aus ihr ging der heutige Kanu- und Freizeitsportverein Pleißental hervor.

So manch älterer Kanufreund erinnert sich noch an die Baumaßnahme "Bootshaus" an der Koberbachtalsperre, die in zwei Etappen ausgeführt wurde. Ein kleiner Bootsraum wurde 1952 fertig gestellt, und ein etwas größerer Anbau konnte 1956/57 realisiert werden. Die Zeit der ersten selbst gebauten Faltboote, die erste gemeinsame Vereinsausfahrt, Wanderfahrten auf Flüssen in der Hohen Tatra, auf der Moldau von Lipno bis Prag, auf der Elbe von Bad Schandau bis Nünchritz oder auf der Mecklenburger Seenplatte waren unvergessliche Erlebnisse.

Einen besonders wertvollen Erfolg konnten die Kanuten 1967 verbuchen. Bei der 26. Internationalen Kanusportveranstaltung auf dem Dunajec (Polen) nahmen die Crimmitschauer erstmals teil und gewannen den begehrten Pokal, nachdem zuvor 25-mal die polnischen Sportfreunde erfolgreich waren.

Der Eigenbau von Faltbooten war über viele Jahre ein unabdingbares Hobby der Kanuten. In den 70er-Jahren waren die gummierten Stoff-Faltboote fast überholt. Polyester-Boote waren gefragt, da sie bedeutend stabiler, leichter und auch haltbarer waren. In einer Nacht- und Nebelaktion machten sich zu jener Zeit ein paar mutige Kanuten auf den Weg nach Bratislava. Dort wurde ein Plasteboot "bepflastert", um die Form zu erhalten. Die so gewonnene Schale wurde geteilt und glücklich nach Hause gebracht. Anhand dieses Modells fertigte man, nach entsprechenden Abänderungen und Verfeinerungen, die ersten Plaste-Boote selbst.

Eine enge Verbundenheit besteht seit vielen Jahren zu befreundeten Vereinen sowie zu Bergsteigern und Skisportlern der Region. Die freundschaftlichen Kontakte zum Skiclub Crimmitschau werden nach wie vor gepflegt. Am Vorabend der Radlertour Anfang August waren 28 Mitglieder des Vereins ans Bootshaus an der Koberbachtalsperre zu einem Grillabend gekommen. Eine verschworene Familienbande sind die Kanufreunde, die sich regelmäßig am Vereinsgelände treffen und von dort aus zu gemeinsamen Touren starten. Jüngste Höhepunkte waren die 19. Sächsische Kinder- und Jugendfahrt, die Radtour durch den Werdauer Wald, die Sommersonnenwendefahrt auf der Zwickauer Mulde von Blauenthal nach Aue. "Das nächtliche Zeltlager war für alle wieder ein Erlebnis", betont Organisator Heiko Wildenauer.

Derzeit zählt man 50 Mitglieder im Alter von fünf bis 94 Jahren. Schwerpunkt der sportlichen Aktivitäten im Verein ist der Kanusport. Seit vielen Jahren ist man Hauptorganisator des bekannten Erzgebirgsringes mit Wildwasserfahrten auf dem Pöhlbach und der Zwickauer Mulde. Neben Langlauf und alpinen Wettkämpfen in den Wintermonaten sind einige Mitglieder auch regelmäßig bei Radtouren im Erzgebirge, durch den Bayrischen Wald und den Dolomiten vertreten.

Auf der jüngsten Vorstandswahl hat Wilfried Matschke, der seit 1993 Vereinsvorsitzender ist, für fünf weitere Jahre das Vertrauen ausgesprochen bekommen. Als nächste Aufgabe steht der Kauf des Vereinsgeländes, das derzeit von der Stadt Werdau gepachtet ist, an. (rwa)

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