Kapitänin bleibt an Bord: "Weil ich mich hier einfach wohl fühle"

Handballerin Jenny Choinowski aus Zwickau über ihre Vertragsverlängerung und ihre nächsten Ziele mit dem BSV

Zwickau.

Der BSV Sachsen Zwickau treibt seine Personalplanungen für die neue Zweitliga-Saison voran. Mit Jenny Choinowski hat jetzt die Kapitänin ihren Vertrag um ein Jahr verlängert. Monty Gräßler hat sich am Donnerstag mit der 29-jährigen Bürokauffrau unterhalten.

Freie Presse: Mal ehrlich: Die überraschendere Nachricht wäre es gewesen, wenn Sie nach zwölf Zweitliga-Jahren nicht mehr für Zwickau spielen würden, oder?

Jenny Choinowski: Ja, das kann man sicher so sagen. Aber trotzdem setzt man sich natürlich zusammen und tauscht sich aus, ob man zufrieden ist und wie man sich die Zusammenarbeit in Zukunft vorstellt. Da ich Zwickauerin bin und immer betont habe, dass mich hier nichts wegzieht, war es auch diesmal wieder ein relativ lockeres Gespräch mit dem bekannten Ausgang.

Da stellt sich trotzdem die Frage nach dem Warum.

Weil ich mich hier einfach wohl fühle. Ich habe meine Familie und meine Freunde um mich herum und kann in der 2. Liga Handball spielen. Das reicht mir völlig aus.

Mit Nadja Bolze und Petra Nagy haben zwei weitere Stammspielerinnen ebenfalls Ihre Verträge verlängert. Hat das Ihre Entscheidung beeinflusst?

Nein, das habe ich unabhängig davon entschieden. Aber ich glaube, die beiden fühlen sich in Zwickau und im Team genauso wohl wie ich. Und es ist natürlich eine schöne Sache, wenn die Mannschaft größtenteils zusammenbleibt. Ich hoffe, dass der Rest der offenen Personalfragen auch bald im Sinne des Vereins geklärt werden kann.

Sie haben in der Saison 2007/ 2008 ihre ersten sporadischen Einsätze in der 2. Bundesliga gehabt und seitdem vieles mit dem BSV Sachsen Zwickau erlebt. Wie fällt Ihr Fazit für die jetzt zu Ende gehende Saison aus?

Puh. Das ist schwer zu sagen. Wir haben wie in den letzten fünf Jahren wieder einen schlechten Start hingelegt und es dann nach dem Trainerwechsel aber ganz gut hingekriegt. Da haben wir die nötigen Punkte geholt und durch den Rückzug von Nellingen aus der 1. in die 3. Liga auch frühzeitig nicht mehr den ganz großen Druck im Abstiegskampf gehabt. Ich würde sagen, wir können froh sein, dass es so gelaufen ist.

Zumal die Mannschaft ja auch die restlichen vier Spiele verletzungsbedingt mit einem Mini-Aufgebot in Angriff nimmt. Was ist da noch drin?

Es wird wahnsinnig schwer, da wir noch auf drei Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte treffen und es sicher auch das Heimspiel am 4. Mai gegen den direkten Kontrahenten Bremen in sich haben wird.

Die nächste Aufgabe wartet am Samstagabend beim Tabellenfünften in Waiblingen. Wieviel Hoffnung spielt da mit, trotz des Mini-Aufgebots eine Überraschung wie in Berlin zu schaffen?

Waiblingen spielt mit viel Tempo und ist der Favorit. Aber das war Berlin auch. Wir haben aktuell zwar nur eine etatmäßige Rückraumspielerin im Aufgebot und werden Chantal Meschkat aus der Jugend hochziehen. Aber mal schauen, was der Trainer diesmal an Taktik plant.

Insgesamt hinterließ die Mannschaft trotz einiger Aufs und Abs in der Rückrunde einen besseren Eindruck. Stimmt das optimistisch für die nächste Saison?

Da würde ich mich jetzt noch nicht festlegen wollen. Dafür muss man erst mal sehen, wie die Mannschaft aussieht, wenn es im Juli mit der Vorbereitung losgeht. Sehr viel schlechter starten als zuletzt können wir ja schon mal nicht.

Was wäre Ihr Wunsch für Ihre 13. Zweitliga-Saison?

Es sollte darum gehen, sich nicht die ganze Saison einen Kopf um den Klassenerhalt machen zu müssen, sondern eher schauen zu können, was nach oben hin geht.

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