Kein Lohn für gutes Spiel

Fußball Sachsenpokal: Sowohl der VfL 05, der Meeraner SV als auch der VfB Empor Glauchau waren auf dem Platz richtig gut. Gebracht hat es den Teams am Ende nichts.

Eine grün-weiße Wand gab es nicht nur im Leipziger Fanblock, sondern in dieser Szene auch auf dem Feld, wo Fabian Erler vom VfL (Mitte) von zwei Gästespielern gestoppt wird.

Von Markus Pfeifer und Jens Arnold

VfL 05 Hohenstein-Ernstthal gegen BSG Chemie Leipzig 1:3 (0:1). Vor 920 Zuschauern hat der VfL 05 in der zweiten Runde des Sachsenpokals gegen den klaren Favoriten aus Leipzig verloren, der in der zweiten Hälfte von Fehlern bei den Gastgebern profitierte. "Wir haben gezeigt, dass wir auch gegen Spitzenteams mithalten können. Die individuellen Fehler müssen wir aber unbedingt reduzieren", sagte VfL-Trainer Russi Petkov nach der Partie im Stadion auf dem Pfaffenberg. In der Sportstätte und im Umfeld war reichlich Polizei anwesend, da der Gästeanhang als nicht ganz unkompliziert gilt. Diesmal konzentrierten sich die Messestädter bei bestem Fußballwetter aber auf das Singen und Feiern, wozu sie in der 40. Minute erstmals ausgiebig Grund hatten. Philipp Wendt brachte die BSG in Führung. Zuvor hatten beide Teams Möglichkeiten, doch die Gäste hatten insgesamt die größeren Spielanteile und die gefährlicheren Szenen.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit bestimmten die Gäste das Spiel. Doch das Tor fiel auf der Gegenseite nach einem Standard, den sich der VfL mit einem guten Spielzug erarbeitet hatte. Tom Wilhelm trat einen Freistoß in den Strafraum, und am langen Pfosten war Eric Fischer zur Stelle, der mit einem überlegten Kopfball zum 1:1 (56.) traf. In der Folge spielte der VfL zunächst gut mit und kam zu weiteren Chancen, doch die Leipziger konnten den Druck wieder erhöhen. In der 71. Minute gab es nach einem Abwehrfehler und anschließendem Foul einen Elfmeter für die BSG, den diese sicher verwandelte. Russi Petkov reagierte mit einem Doppelwechsel und brachte Fabian Erler sowie Durim Elezi für Michael Neubert und Daniel Heinrich, was die Offensive stärken sollte. Im Spiel nach vorn blieb aber vieles Stückwerk. Ein Abspielfehler entschied in die Partie (76.), denn den einfachen Ballgewinn verwerten die Leipziger zum 3:1. Der VfL gab sich zwar nicht auf und hatte Chancen durch Thomas Kochte und Fabian Erler, doch ihnen fehlte das Schussglück bei schwer zu kontrollierenden Bällen. Auf der Gegenseite wäre sogar fast noch der vierte Treffer gefallen, doch Pavel Petkov parierte gut. Er hatte den Vorzug vor Neuzugang André Bernardini erhalten, da sich dieser laut Trainer Russi Petkov unter der Woche eine leichte Blessur zugezogen hatte.

Meeraner SV gegen SV Germania Mittweida 6:7 n. E. (1:0. 2:2, 3:3). Das Glück hat den Meeranern im Pokalspiel am Sonntag gefehlt. Denn die Zuschauer erlebten auf dem Platz eine starke Meeraner Mannschaft, die richtig gut gespielt hat. Nach 90 Minuten hatte es aber 2:2 geheißen, nach 120 Minuten 3:3, und im Elfmeter gelang den Mittweidaern dann der Sieg. "Ich kann keinen Vorwurf an die Spieler machen", sagte im Anschluss MSV-Trainer Julius Michel.

Die Gastgeber hatten sehr gut begonnen, waren hellwach und gewannen auch wichtige Zweikämpfe. Das einzige Tor der ersten Halbzeit erzielte Sebastian Simon nach einem Freistoß per Kopf. Auch die zweite Hälfte ließ sich für die Mee- raner gut an. Umso überraschender gelang den Gästen der Ausgleich. Die erneute Führung war eine gute Reaktion der Meeraner auf das Gegentor, sagte Michel. Aber auch das nützte der Mannschaft nichts, denn Germania gelang der erneute Ausgleich, der das Spiel in die Verlängerung brachte. In der gerieten die Gastgeber erstmals in Rückstand, schafften aber ihrerseits den Ausgleich - das bedeutete Elfmeterschießen. Hier hatten die Gäste vom SV Germania Mittweida das Glück auf ihrer Seite.

FV Eintracht Niesky gegen VfB Empor Glauchau 3:0 (0:0). Nach einem Freilos in Runde eins des Sachsenpokals und der Niederlage bei Eintracht Niesky am Samstag in Runde zwei wird aus dem erklärten Ziel der Westsachsen, auch in Runde drei noch dabei zu sein, nichts. Dabei zeigten beide Mannschaften - sowohl Niesky als auch der VfB Empor spielen in der Landesliga - eigentlich ein ausgeglichenes Spiel. Besonders in der ersten Halbzeit agierten beide Teams auf Augenhöhe, sagte Patrick Jahn, Mannschaftsleiter des VfB Empor, nach der Begegnung. In den ersten 45 Minuten gab es Chancen auf beiden Seiten. Beispielsweise setzten die Gäste einen Kopfball an die Latte, die Gastgeber einen Schuss an die Latte. Insgesamt hätte es den Glauchauern aber sogar gelingen können, in der ersten Halbzeit die Führung zu übernehmen. Doch es blieb dann doch bis zum Pausenpfiff beim 0:0.

Nach der Halbzeitpause fiel relativ schnell das erste Gegentor (55. Minute). Die tief stehende Sonne hatte dem Törhüter des VfB Empor offensichtlich Probleme bereitet. Für ein Pokalspiel typisch, machte die Mannschaft nach dem ersten Gegentreffer hinter auf. Eintracht Niesky konnte das letztlich für sich nutzen und erzielte bis zum Spielende noch zwei Tore - in der 65. und 87. Minute.

"Es war ein typisches Pokalspiel. Trotz der Niederlage sind wir nicht unglücklich", sagte Patrick Jahn. Die Begegnung fand vor 75 Zuschauern statt. Fans aus Glauchau waren kaum dabei. "Das sind fast 200 Kilometer bis Niesky, da ist eben ganz schön weit", sagte Jahn.

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