Kirchberger geht eiskalt zur Sache

Jörg Eißmann nimmt die WM im Extremhindernislauf als Titelverteidiger in Angriff. Für die Rennen bei London bereitete er sich mit ganz besonderen Trainingsmethoden vor.

Kirchberg.

Der Kirchberger Extremhindernisläufer Jörg Eißmann hat sich für die Weltmeisterschaft in Kelvedon Hatch nahe London viel vorgenommen. Er möchte am Wochenende in seiner Altersklasse erneut ganz oben auf dem Treppchen stehen und den WM-Titel von 2018 verteidigen. Damit könnte er seinen zahlreichen sportlichen Erfolgen die Krone aufsetzen. Allerdings mag der 49-Jährige keine überzogenen Erwartungshaltungen und bleibt lieber auf dem Boden der Realität.

Er sagt: "Die Herausforderung besteht auf der einen Seite darin, dass aus den jüngeren Altersklassen einige sehr starke Gegner nachgerückt sind. Wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereiten mir momentan aber die Witterungsbedingungen, die den ganzen Wettkampf zu einem Lotteriespiel machen." Seit fast zwei Wochen anhaltender Regen und Temperaturen um 10 Grad Celsius können selbst Routiniers zum Straucheln bringen. Regen und Kälte sei Eißmann gewohnt. Das Problem stelle die Kombination mit den vielen Hangelhindernissen aus Metall dar. "Die sind schon trocken schwer zu meistern. Nass werden sie extrem glatt. Dazu kommt, dass bei der nasskalten Witterung die Unterarme und Hände schnell steif werden und man keinen richtigen Halt findet."

Um sich auf die Gegebenheiten einzustellen, hat Jörg Eißmann bereits seit ein paar Tagen sein normales Trainingsprogramm etwas umgestellt. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Fass mit eiskaltem Wasser. Während er seine Arme minutenlang in das kalte Nass taucht, macht er mit den Händen spezielle Kraftübungen. Dazu benutzt er die üblichen Griffkrafttrainer, um die Muskel anzuspannen. "Es wird sich zeigen, ob das etwas bringt. Auf alle Fälle bekomme ich in dem kalten Wasser schon mal ein Gefühl von dem, was mir bei der Weltmeisterschaft wahrscheinlich bevorsteht", sagt er.

Insgesamt fühlt sich Jörg Eißmann fit für den Wettkampf. Und er rechnet sich durchaus gute Chancen aus, den 15 Kilometer langen Hindernisparcours zu schaffen. Der lang anhaltende Regen rund um London könnte ihm bei der Titelverteidigung sogar ein wenig in die Karten spielen. "Der Boden ist stark aufgeweicht. Dadurch könnten Sportler wie ich, die den Fokus mehr auf Klettern und Bouldern, statt auf Laufen legen, durchaus die Nase vorn haben. Ich werde wie immer versuchen, mich schnell an die Spitze des Feldes zu setzen. Vorne laufen erleichtert es in der Regel, die Hindernisse zu bewältigen."

Und der Kirchberger ist eine ausgesprochene Kämpfernatur. Das hat er erst kürzlich sogar im Fernsehen als Teilnehmer der RTL-Show "Ninja Warrior Germany" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Moderatoren der Sendung kommentierten seine Leistung damals mit den Worten: "Der kann sich quälen."

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