Knoten mit erstem Tor geplatzt

Der Start ins neue Spieljahr der 2. Bundesliga ist gelungen. Es war kein schönes Spiel, aber dafür ganz schön spannend.

Zwickau.

Monika Odrowska hat erst ein paar Versuche gebraucht, ehe es geklappt hat. Der Neuzugang von den Vulkan-Ladies Koblenz/ Weibern schien sich anfangs nicht so recht zu trauen, nahm immer wieder Anlauf, brach dann aber häufig die Aktion ab und spielte den Ball weiter. "Es war mein erstes Punktspiel für den neuen Verein. Klar war ich anfangs etwas nervös", gestand die Polin. In der 23. Minute platzte der Knoten. In Unterzahl hat sie sich wunderbar freigespielt, im schnellen Lauf den Ball perfekt angenommen und resolut durchgezogen. Ihrem Treffer zum 10:8 ließ sie 56 Sekunden später gleich noch ein Tor folgen. Insgesamt sechs Tore steuerte die 29-Jährige zum 28:25 (14:11)-Heimsieg des BSV Sachsen Zwickau gegen die TG Nürtingen bei.

"Es ist für jeden neuen Spieler schwer", räumt Trainer Andy Palm ein. "Dazu noch zum Saisonstart vor heimischem Publikum. Entweder man startet direkt durch, oder es dauert eine gewisse Zeit. Bei ihr war es durchwachsen, aber man hat schon gesehen, wo die Reise hingehen kann." Teamkollegin Sandra Szary, die auf der anderen Halbposition im Rückraum spielte, erzielte ihr Premierentor für die Sachsen in der 26. Minute mit einem Billardstoß zum 12:9, vom linken Pfosten rein ins Netz. Eine Minute später konnte sie ebenfalls nachlegen.

"Es war über weite Strecken ein knappes, intensiv geführtes Spiel", meinte Gästetrainer Stefan Eidt. "Man hat gesehen, dass auf beiden Seiten noch etwas Sand im Getriebe war." Zwickau erwischte zu Beginn beider Halbzeiten einen guten Start (5:2/8., 18:13/35.). Doch der Fünf-Tore-Vorsprung hielt nicht lange. Nürtingen arbeitete sich heran und schaffte die Wende. In der 52. Minute brachte Delia Cleve ihr Team mit 24:23 in Führung. Andy Palm nahm seine dritte Auszeit und fand offenbar die richtigen Worte. Silvia Sajbidor traf zum Ausgleich (54.). Doch die Partie stand weiter auf der Kippe. Der BSV konnte eine Überzahlsituation nicht nutzen, und mit einer Glanztat gegen Rechtsaußen Lisa Wieder bewahrte Magdelena Neagoe die Muldestädterinnen vor einem erneuten Rückstand (57.). Den Gegenangriff schloss Silvia Sajbidor zum 25:24 ab. "Wir wollten es ein bisschen spannend machen", lachte die Kapitänin. Sie hatte fest an den Sieg geglaubt. "Auf jeden Fall. Ich wusste, dass wir stärker sind. Ich war mir ganz sicher, dass wir das umdrehen können", betonte Silvia Sajbidor. In Überzahl erhöhte Monika Odrowska auf 26:24 (58.), ehe Jenny Choinowski mit zwei Treffern den Auftakterfolg besiegelte.

"Ich denke, wir haben eine Menge Potenzial. Wenn im Laufe der Zeit unser Zusammenspiel noch besser klappt, werden wir das auch nutzen", ist Monika Odrowska überzeugt. Nürtingen erwies sich als ein sehr unbequemer Kontrahent. "Gegen starke Mannschaften ist es oft einfacher zu spielen als gegen solche Mannschaften, die mit großem Einsatz kämpfen. Wir haben allerdings selbst viele Fehler gemacht", gestand die Polin. "Doch ich freue mich, dass die zwei Punkte in Zwickau bleiben. Hoffentlich können wir uns schon nächste Woche in besserer Form präsentieren." Und zum Ostderby mit Halle-Neustadt dann bestimmt auch vor einer größeren Kulisse.


Hinsetzen nach 23 Sekunden

Jenny Choinowski hat im Eröffnungsspiel der 2. Bundesliga 2016/17 das erste Saisontor erzielt. Sie traf nach 23 Sekunden zum 1:0 für den BSV - zur Freude der Zuschauer, die bei der Schwüle in der Halle dankbar waren, nicht so lange wie in der vergangenen Saison im Stehen warten zu müssen, bis es das erste Mal im gegnerischen Kasten scheppert.

Alle Siebenmeter konnte Zwickau verwandeln. Fünfmal war Silvia Saj-bidor erfolgreich, zweimal Monika Odrowska. Eine 100-Prozent-Quote von der Strafwurflinie wiesen die Sachsen im Vorjahr nur bei sieben von 30 Punktspielen auf.

Bis auf Elena Bianca Grigore kamen alle 13 BSV-Spielerinnen, die auf dem Protokoll standen, zum Einsatz. "In meinen Augen braucht sie einfach noch ein bisschen Zeit, um alle Abläufe richtig gut zu kennen", begründet Trainer Andy Palm. "Aber sie zeigt Fortschritte, und ich denke, in den nächsten Wochen werden wir sie auch auf der Platte sehen."

Die Ex-Zwickauerin Nicole Lederer erzielte vier Treffer gegen ihr früheres Team. "Hätte sie bei uns so gespielt, hätten wir sie wahrscheinlich nicht abgegeben", meinte Andy Palm. Nach drei Toren in Folge zwischen der 34. und 36. Minute wurde sie ausgewechselt. Palm: "Das war vielleicht unser Vorteil in dem Moment." (tc)

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