Škoda-Pilot liefert Rallye-Sieg mit Ansage

Werkspilot Fabian Kreim hat sich für die knappe Niederlage im Vorjahr bei der AvD-Sachsen-Rallye revanchiert. Stölzel und Corazza retteten dagegen die Ehre der Gastgeber.

Zwickau.

Škoda-Pilot Fabian Kreim musste nach der heftigen Schampusdusche am Samstagnachmittag auf dem Kornmarkt erst einmal die Brille putzen. "Ich freue mich riesig, dass es diesmal mit dem Gesamtsieg geklappt hat. Es war schwer, bei dieser Hitze bis zum Schluss die Konzentration hochzuhalten", sagte der amtierende Deutsche Rallyemeister erleichtert. Nach zwei Null-Runden in Vogelsberg und Sulingen hat sich der 24-jährige Škoda-Werksfahrer mit dem Sieg bei der AvD-Sachsen-Rallye auf die zweite Position in der deutschen Rallyemeisterschaft (DRM) vorgearbeitet.

Mit Co-Pilot Frank Christian im Škoda Fabia R5 gab der junge Mann aus Fränkisch-Crumbach nur eine einzige Wertung an seine ärgsten Rivalen und derzeit Führenden in der DRM, René Mandel/Dennis Zenz, ab. Mandel, im nahezu gleichwertigen Ford Fiesta R5 auf der Strecke, machte höllisch Druck, konnte Kreim aber nicht in einen Fehler treiben. Der spulte seine Wertungsprüfungen runter wie ein Uhrwerk und vergrößerte seinen Vorsprung ab WP 5 kontinuierlich bis auf 36,3 Sekunden im Ziel. Auf Platz 3 sahen die Zwickauer Rallyefans am Ende Dominik Dinkel/Christina Kohl (Škoda Fabia R5), dahinter Sandro Wallenwein/Markus Poschner (Škoda Fabia R5) und Christoph Brugger/Kathrin Becker (Ford Fiesta R5) die Zielflagge. In die erwartete Phalanx der R5-Boliden konnte nur Lokalmatador Peter Corazza einbrechen. Mit Co-Pilot Jörn Limbach im Mitsubishi Lancer Evo 9 zeigte der Neuwürschnitzer, was ein Gebrauchtwagen, Baujahr 2005, noch unter der Haube hat. Nach den behobenen Differenzialproblemen der letzten zwei Starts bei den Rallye-Masters lieferte er sich diesmal eine heiße Schlacht mit Markenkollegen Ron Schumann im Lancer Evo 8. Mehrmals tauschten die beiden Allrad-Piloten die Positionen in der Gesamtwertung. Am Ende konnte sich Corazza den Limbach-Oberfrohnaer vom Hals halten, Rang 6 einfahren, dazu den Sieg in der Division 2 sowie die Wertung in der Rallye-Masters, wo er sich jetzt bis auf Rang 6 vorgearbeitet hat. Diese führt nach der AvD-Sachsen-Rallye weiterhin der Crottendorfer Carsten Mohe im Renault Clio R3T an. Er holte in Zwickau Gesamtrang 9.

Auf den knackigen Porsche-Sound mussten die Zwickauer Motorsportfreunde aber auch bei der 13. Auflage der Rallye nicht verzichten. Die Boliden aus der Rennwagenschmiede von Stuttgart-Zuffenhausen fuhren allerdings nach der Regeländerung quasi chancenlos in einer eigenen Liga. Den Titel "Bester Porsche" konnte sich diesmal Lokalmatador Maik Stölzel sichern. Seinen Porsche 997 GT3 stellte der Zwickauer Autovermieter auf Rang 13 ab. Zwei Positionen dahinter rangierte sich Dr. Ulf Linnbach, der Zahnarzt aus Hohndorf, mit Ehefrau Nicole im Porsche 996 GT3 ein.

Für zwei Porsche-Pechvögel war das Rennen weit vor der Zielflagge zu Ende. Der zweifache Deutsche Rallye-Meister und vierfache Sieger der AvD-Sachsen-Rallye, Ruben Zeltner aus Rödlitz, traf schon am Freitag bei einem wilden Ausritt mit seinem "Black Beauty" auf der WP Hirschfeld die Böschung - er musste den Porsche 997 GT3 abstellen. Auch Vorjahressieger Rainer Noller erwischte es. An seinem Gefährt riss die Antriebswelle. Von 90 Startern fielen trotz Hitzeschlacht nur 21 aus. Das forderte den Zuschauern an der Strecke dennoch Geduld ab. Immer wieder gab es Unterbrechungen, um Autos zu bergen.


Bester Lokalmatador macht im Gebrauchtwagen Druck

Peter Corazza hat am Samstagnachmittag die Schampusdusche genossen. Er holte bei der AvD-Sachsen-Rallye den Divisionssieg und Gesamtrang 6.

"Freie Presse": Sie freuen sich, als wären Sie der Gesamtsieger?

Peter Corazza: Ist doch kein Wunder. Ich habe mit dem unterlegenen Auto Gesamtrang sechs geholt, auch die Wertung für die ADAC Rallye-Masters und die Division zwei gewonnen. Das ist so geil.

Unterwegs sah es aber mal nach technischen Problemen aus?

Ja, das war auf der WP Kirchberg 1, der Motor hat stark überhitzt. Wir haben dann alles runtergeregelt was ging, damit die Kühlung funktioniert. Die enorme Hitze und die sehr lange Wertungsprüfung, dafür ist das Auto nicht gemacht. Die Mechaniker haben dann beim Service noch mal gezaubert. Und auf der Kirchberg 2 haben wir das Problem weggedacht, die Anzeige einfach ignoriert. Wir hatten Glück, dass das Auto gehalten hat.

Wie anspruchsvoll war die Rallye diesmal?

Unglaublich anspruchsvoll. Bei bis zu 60 Grad Hitze unterm Helm wird es anstrengend. Vielleicht zehnmal war es in Kurven richtig eng geworden, da musste ich einige Male tief durchatmen. Auf der letzten WP habe ich noch mal rausgeholt, was drin war, um mir Ron Schumann vom Hals zu halten. Ich bin dann sogar noch in der Zielkurve durchs Gemüse geackert.

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