Läufer lassen es locker angehen

Der 15. Werdauer Herbstmarathon ist Geschichte. Geschichte geschrieben wurde dabei auch, denn beim Damen-Marathon ist der Streckenrekord geknackt worden.

Werdau.

Eine Stunde nach dem Start des gestrigen Herbstmarathonlaufes unterhalb der Werdauer Sportschule konnte Organisator Peter Schmidt erstmals durchatmen. "Es läuft, der Start war reibungslos, jetzt muss ich mal etwas essen", sagte Schmidt, bevor er sich wieder in den kleinen Raum begab, in dem am Ende alle Namen und Zeiten zusammenliefen.

Die Zuschauer in der Wechselzone warteten indes schon auf die ersten Sportler, die im Paarlauf gegen 12.15 Uhr ins Ziel kamen und ihren Partner auf die zweite Halbmarathondistanz schickten. Thomas Drechsler übergab als zu diesem Zeitpunkt Drittplatzierter an seinen Kompagnon Erik Wartenberg. "Es ließ sich angenehm laufen, die Strecke war trocken und wenn wir am Ende unter den Top Ten landen, bin ich zufrieden", sagte der 48-Jährige. Das Greizer Duo, das sich Strike Schloßbike nennt und zum zehnten Mal beim Werdauer Herbstmarathon dabei war, schrammte dann als Viertplatzierter sogar knapp an einem Medaillenrang vorbei. Ein Werdauer-Waldlauf-Handtuch als Andenken bekamen jedoch, wie alle Teilnehmer, auch diese beiden. Überreicht wurde das ebenfalls von Laufbegeisterten. Gisela Horn und ihr Mann Wilfried, die sonst bei Ultraläufen von sich reden machen, hatten diesmal die Rollen von zwei der insgesamt rund 35 Helfer eingenommen. "Das hier ist unsere Trainingsstrecke, da können wir auch mal aufs Laufen verzichten", sagte das Ehepaar lachend. Dafür kamen sie nicht so sehr ins Schwitzen, wie die Sportler. Besonders gelohnt hat sich die Teilnahme für die Leipzigerin Juliane Meyer. Sie wurde nicht nur Erste beim Damenmarathon, sondern sorgte mit ihrer Zeit von 3:03:40 h für einen neuen Streckenrekord. Sie unterbot den bisherigen um mehr als drei Minuten.

Ergebnisse Marathon Männer: 1. Johann Riedmann (Lauftreff Lausitz) - 2:56:52 h, 2. Tobias Henkel (USV Erfurt) - 2:59:33 h, 3. Sven Thiele (LV Einheit Greiz) - 2:59:50 h. Marathon Frauen: 1. Juliane Meyer (DHfK Leipzig) - 3:03:40 h, 2. Sandra Boitz (DHfK Leipzig) - 3:07:29 h, 3. Christine Fischer (FSU Jena) - 3:21:13 h. Paarlauf Männer: 1. Thomas Schröder/Carsten Hain (Die Falkenauer) - 2:38:12 h, 2. Torsten Kunath/Sebastian Harz (Roll+Run) - 2:38:40 h. Paarlauf Frauen: 1. Juliane Pella/Anne Berthold (Flinke Füße) - 3:05:01 h, 2. Franziska Wenske/Karmen Dietze (Schweinhörner) - 3:15:06 h. Paarlauf gemischt: 1. Ingo Riemer/Anett Poller (nur Laufpartner) - 3:07:32, 2. Annett Große/Marcus Pröhl (VLV Oberzwota Mixed) - 3:10:26 h.


"Zwischendrin dachte ich schon mal an den Streckenrekord"

Juliane Meyer (26) vom SC DHfK Leipzig hat den Herbstmarathon bei den Damen gewonnen. Cornelia Kunze hat sich mit ihr unterhalten.

Freie Presse: Herzlichen Glückwunsch. Sie sind nicht nur Erste geworden, sondern haben auch den Streckenrekord geknackt.

Juliane Meyer: Ich freue mich riesig, denn erstens war es heute Morgen eine spontane Entscheidung zwischen Paarlauf und Marathon und zweitens war es ein absoluter Wutlauf.

Wenn er so ausgeht, sollte man sich nicht ärgern. Worauf hatten Sie denn Wut?

Ich war den ganzen Sommer lang verletzt und konnte erst im September wieder mit dem Laufen beginnen. Da hat sich viel Wut angestaut. Das konnte ich jetzt alles hier rauslassen.

Was war Ihr Ziel bei diesem Lauf?

Erst einmal einfach nur laufen, aber zwischendrin dachte ich schon mal an den Streckenrekord.

Sie sind erstmals beim Werdauer Herbstmarathon dabei gewesen. Wie fanden Sie die Strecke?

Landschaftlich sehr schön. Alles war super ausgeschildert. Da konnte man sich nicht verirren. Von der Temperatur her war es optimal. Aber die Anstiege sollte man nicht unterschätzen.

Wie klingt Ihr Tag aus?

Auf jeden Fall mit einem heißen Bad in der Wanne.

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