Lok bedankt sich auf besondere Art

Als helfende Hand war Frank Müller auf der Zwickauer Rodelbahn schon nahezu überall im Einsatz. Nun ist sein Name dort auch dann präsent, wenn er mal nicht anwesend ist.

Zwickau.

Als am 6. Oktober 1979 die Rodelbahn am heutigen Westsachsenstadion offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde, zählte Frank Müller 20 Lenze. Hätte ihm zu diesem Zeitpunkt jemand gesagt, dass 40 Jahre später eine Kurve der legendären Plasterinne an der Halde seinen Namen trägt, wäre ihm wohl nur ein ungläubiges Lächeln übers Gesicht gehuscht. Inzwischen markiert ein kleines Schild an Kurve 1 kurz hinter dem Start diese als "Frank-Müller-Kurve". Die Namensgebung erfolgte anlässlich von Frank Müllers 60. Geburtstag.

Angeregt wurde das Ganze vom Trainerteam der Abteilung Rodeln des ESV Lokomotive Zwickau. Damit sollte sein über Jahrzehnte gehendes außerordentliches Engagement gewürdigt werden. Der auf diese ungewöhnliche Weise Geehrte freute sich zwar sehr, gab sich allerdings bescheiden: "Als ich von der Sache erfahren habe, war ich im ersten Moment schon ein wenig geschockt. An einem runden Geburtstag rechnet man ja mit so einigen Überraschungen. Aber eine Kurve geschenkt zu bekommen, ist schon eine besondere Ehre, mit der ich nie gerechnet hätte." Trotzdem war und ist es für Frank Müller ein komisches Gefühl, als Lebender schon ein "Denkmal" zu erhalten.

Sein Interesse für das Rodeln sowie die Tätigkeit im Verein wurde im Wesentlichen durch seine Ehefrau Andrea geweckt. Sie ist die inzwischen dienstälteste Übungsleiterin der Abteilung. "Wenn ich an der Bahn war, ist Frank meist wie selbstverständlich mitgekommen. Um sich dort irgendwie einzubringen, kümmerte er sich anfänglich um die Parkordnung der Autos in unserem Teil des Stadionbereiches, war aber auch überall dort zu finden, wo eine helfende Hand gebraucht wurde", sagt sie. 1988 wurde Frank Müller Vereinsmitglied bei Lok und sorgte sich vor allem um technische Belange der Rodelbahn. "Dann kam die Wende, viele der bis dahin im Verein tätigen Leute waren plötzlich weg und fast über Nacht hatte ich den Posten des Abteilungsleiters inne. Diese Funktion habe ich dann bis 2004 ausgeübt, mich im Anschluss daran aus persönlichen Gründen kurzzeitig aber etwas zurückgenommen", sagt der 60-Jährige.

Gänzlich aus dem Treiben um die gelbe Rinne hat er sich jedoch nie verabschiedet, war in den Folgejahren Übungsleiter, Bahnchef und Kampfrichter. Mittlerweile steht er nicht mehr in der ersten Reihe, ist aber dennoch aus dem Bild der Rodelanlage nicht wegzudenken. Und das allein schon deshalb, weil er bei Wettkämpfen als Rennleiter fungiert. "Es macht mir einfach Spaß, Mitglied in so einem tollen Team zu sein und immer noch eine kleine Spur an den Erfolgen unserer Sportler und Trainer Teil zu haben", sagt Frank Müller. "Wenn ich gebraucht werde und die Gesundheit weiter mitspielt, stehe ich auch künftig jederzeit gerne zur Verfügung."

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