Mit 19 schon Rückhalt in Liga 2

Für die Zwickauer Handballerinnen steht gegen Bremen am Samstag eine schwere Aufgabe bevor. Torhüterin Charley Zenner will wie im Hinspiel ihren Teil zum Sieg beitragen.

Zwickau.

Für Charley Zenner hat die Vorbereitung auf das vorletzte Saison-Heimspiel der Zwickauer Handballerinnen wieder am Computer begonnen. Eine gute Stunde investierte die 19-jährige Torhüterin des BSV Sachsen in die individuelle Videoanalyse des SV Werder Bremen, der am Samstag, 17 Uhr in der Sporthalle Neuplanitz zu Gast ist. "Es geht darum, klare Wurfbilder zu erkennen und zu schauen, wer welche Lieblingsecken hat", sagte sie am Donnerstag bei der Pressekonferenz des Zweitligisten im Ford Autohaus BHS. Allerdings nimmt die Zwickauerin ihre Erkenntnisse nur als eine Art Anhaltspunkt mit aufs Spielfeld. "Manchmal ist es auch besser, sich gar keinen großen Kopf zu machen", sagt sie.

Ans Hinspiel in Bremen haben sowohl der BSV Sachsen Zwickau als auch Charley Zenner gute Erinnerungen: Die Mannschaft machte Anfang Januar mit dem 28:20 den ersten Schritt aus der Krise und die junge Torhüterin eines ihrer besten Saisonspiele. Doch am Samstag geht es in Zwickau wieder bei null los. Und das Aufeinandertreffen des Tabellen-13. mit dem nur einen Punkt schlechteren Tabellen-14. hat es für Zwickau aus zweierlei Gründen in sich. Zum einen ist der Kader nach wie vor stark dezimiert, auch wenn im Vergleich zur Vorwoche Julia Redder wieder mit von der Partie ist und auch Anna-Mareen Herr nach ihrer Schulterverletzung wieder ins Training eingestiegen ist. Zum anderen haben die Bremerinnen zuletzt drei Punkte gegen zwei Teams aus der Spitzengruppe geholt.

"Die Mannschaft spielt tollen Tempo-Handball. Da müssen wir uns schon was einfallen lassen, um Bremen vor eine Aufgabe zu stellen", sagt der Zwickauer Trainer Norman Rentsch. Er versucht weiterhin, die Personalprobleme als Herausforderung zu sehen. "In unserer Situation kann sich keine Spielerin verstecken, jede muss Gas geben", fordert er. Das trifft auch auf Charley Zenner und Ela Szott zu, die das wohl jüngste Torwart-Duo in der 2. Liga bilden. Viel wird davon abhängen, wie sie gemeinsam mit der Abwehr die Bremer Top-Werferin Merle Heidergott (120 Saisontore) in den Griff bekommen, die nicht umsonst vor einem Wechsel in die 1. Bundesliga zur HSG Blomberg-Lippe steht.

In der Personalplanung des BSV Sachsen Zwickau für die neue Saison spielen Charley Zenner und Ela Szott eine wichtige Rolle. "Wir sind auf der Position gut aufgestellt und trauen beiden eine richtig gute Entwicklung zu", sagt Norman Rentsch. Welche der beiden Torhüterinnen er zu Beginn auf die Platte schickt, hängt von vielen Faktoren ab. "Da spielen die Trainingseindrücke und die letzten Spiele genauso mit rein wie der Gegner und natürlich unser eigener Matchplan", sagt der Trainer. Aktuell liegt Charley Zenner, die zuletzt parallel zum Sport die Abiturprüfungen zu meistern hatte, wohl einen Tick vorn.

Die 19-Jährige hatte einst mit fünf Jahren beim BSV Sachsen Zwickau mit dem Handball begonnen, allerdings nicht gleich im Tor. Die ersten großen Erfolge feierte sie mit der C-Jugend, die unter Trainer Norman Rentsch Mitteldeutscher Meister wurde. Der bisher größter sportliche Erfolg datiert aus dem Jahr 2017, als Charley Zenner mit dem deutschen Nationalteam Europameister der Juniorinnen wurde. Für die BSV-Frauen spielt sie ihre zweite Saison in der 2. Bundesliga. Sie gilt nicht nur als Rückhalt, sondern auch als fröhlicher Geist in der Mannschaft. Gegen Bremen setzt sie wie der gesamte Verein auch wieder auf die Unterstützung von den Rängen der Sporthalle Neuplanitz.

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