Mit 190 über die Schotterpiste: Rallye-Ass hängt Konkurrenz ab

Julius Tannert ist bei der Rallye Bad Schmiedeberg seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Dabei stimmte den 30-jährigen Piloten aus Lichtentanne nicht nur sein großer Vorsprung zufrieden.

Lichtentanne.

Das erste Rennen nach der Corona-Zwangspause hätte für Julius Tannert kaum besser laufen können. Der Lichtentanner fuhr bei der Rallye Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt) am vergangenen Wochenende im 300 PS starken Skoda Fabia in fünf von sechs Wertungsprüfungen Bestzeit. Damit garnierte der 30-Jährige seinen ersten Gesamtsieg bei einer Rallye am Ende mit 1:24 Minuten Vorsprung auf Philip Geipel aus Plauen, der im gleich starken Allrad-Boliden saß und in der deutschen -Rangliste von 2019 als Fünfter nur einen Platz hinter Julius Tannert stand.

"Es war eine perfekte Rallye für uns und ein toller Re-Start nach der langen Pause", freute sich Julius Tannert. Dabei hatte er gleich eine doppelte Premiere zu meistern. Zum einen gab er im Skoda sein Schotter-Debüt, zum anderen saß erstmals Jan Enderle auf dem Beifahrersitz. Beide Herausforderungen wurden jedoch mit Bravour gemeistert. "Ich konnte auf Schotter meine Erfahrung aus der Junior-WM ausspielen", berichtet er. Und auch das Zusammenspiel mit dem neuen Co-Piloten funktionierte nach einem Test am Freitag auf Anhieb. Dazu war neben fahrerischem Können in Bad Schmiedeberg durchaus auch Mut gefragt. Schließlich donnerte der Skoda mit bis zu 190 Sachen mitten durch den Wald.

"Es war eine gute und wichtige Rallye, um sich wieder in der Region zu zeigen und ohne Druck zu testen", sagte Julius Tannert, der sich für 2020 eigentlich vorgenommen hatte, in der Deutschen Rallyemeisterschaft um den Sieg mitzufahren. "Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben", lautet das Motto, nachdem in diesem Jahr mangels Rallyes kein Titel vergeben wird. Mit Blick auf 2021 peilen Julius Tannert/Jan Enderle einen Start bei der Lausitz Rallye im November an. Dort will der Lichtentanner, der als Instruktor auf dem Sachsenring arbeitet, das gute Abschneiden vom Wochenende bestätigen. "Mit dem Allrad macht es richtig Spaß. Das ist eine Fahrkategorie, in der jeder Rallyefahrer hin will", sagt Julius Tannert.

Zufrieden trat am Wochenende aber auch Clara Bettge aus Reinsdorf die Heimreise aus Bad Schmiedeberg an. Sie konnte sich als Beifahrerin von Lukas Heinze (Belgern) nach den 65 Wertungskilometern über den Klassensieg mit einem Nissan Micra freuen. Das Paar hatte zwar die ersten Kilometer benötigt, um wieder das Gefühl für das Auto zu entwickeln und sich aufeinander abzustimmen, übernahm aber von der ersten Wertungsprüfung weg die Führung. Bis auf einen Schreckmoment und einem Abstecher in den Wald kurz vor Schluss kam die Besatzung nahezu fehlerfrei durch.

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