Mit fünf Krachern von Kracht: BSV gewinnt vorgezogenes Finale

Die Zwickauer Zweitliga-Handballerinnen haben im Heimspiel gegen Werder Bremen einen so nicht zu erwartenden 29:25-Sieg erzielt. Das lag auch an einer starken Rechtsaußen und einem Kniff des Trainers.

Zwickau.

Das fünfte Tor von Fabienne Kracht war am Samstag das wichtigste: Denn als die 25-jährige Linkshänderin ihre Mannschaft gegen Bremen in der 47. Minute mit dem 23:22 erstmals wieder in Führung brachte, spürte auch der Letzte in der Halle: Die BSV-Mädels haben sich nach dem Durchhänger und dem daraus resultierenden Zwei-Tore-Rückstand zu Beginn der zweiten Halbzeit gefangen. Am Ende gab es vor 450 Zuschauern mit dem 29:25 sogar den höchsten Heimsieg in der 2. Bundesliga seit September 2018.

Dass die erneut personell gehandicapten Zwickauer Handballerinnen nach dem Abpfiff ausgelassen im Kreis hüpften, war daher verständlich. "Wir hatten wieder eine Phase drin, in der es nicht wirklich rund lief, aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Ich habe immer dran geglaubt, dass wir das Spiel gewinnen", sagte Fabienne Kracht. Die Rechtsaußen hatte mit einem lupenreinen Konter und zwei weiteren Toren in der ersten Halbzeit Anteil am tollen Start des BSV, der mit 6:3 und 10:7 führte und letztlich mit einem 14:13 in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel bewies Bremen, dass die jüngsten Erfolge gegen Spitzenteams der Liga kein Zufall waren. Doch Zwickau hielt dagegen und legte in der entscheidenden Phase den größeren Siegeswillen an den Tag. "Der Trainer hat uns zu Beginn der Woche darauf eingeschworen, dass wir das Bremen-Spiel als unser Saisonfinale sehen sollen. Wir waren voll fokussiert und es ist phänomenal aufgegangen", freute sich Fabienne Kracht.

Auch Norman Rentsch strahlte nach dem Abpfiff. "Wir haben fürs Finale um den 13. Platz noch mal alle Kräfte gebündelt. Es war sensationell, wie die Mannschaft nach den Rückschlägen der vergangenen Wochen da wieder rausgekommen ist", sagte der Trainer. Platz 13 ist ihm so wichtig, weil der auch ohne die Rückzüge von Nellingen und Trier den Klassenerhalt bedeutet hätte.

In den noch ausstehenden Spielen trifft der BSV als achtbestes Rückrundenteam auf die Aufstiegsanwärter Mainz und Buchholz-Rosengarten. "Wir werden da natürlich trotzdem alles versuchen", kündigt Fabienne Kracht an, die in diesem Jahr ihre Ausbildung zur Logopädin abschließt und gerne weiter für den BSV auf Torejagd gehen möchte.

Am Samstag waren Jenny Choinowski (9 Tore) und Julia Redder (6) die besten BSV-Werferinnen. Gute Noten verdienten sich Nadja Bolze im Spielaufbau, Alisa Pester und Isa-Sophia Rösike in der Abwehr sowie die beiden Torhüterinnen Charley Zenner und Ela Szott.

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