Mit Gänsehaut auf den Badberg

Zwei Fahrer des SV Remse haben sich am Sonntag auf dem Sachsenring ein Duell mit der Hitze und mit der deutschen Rad-Elite geliefert. Für Thomas Riedel aus Hartenstein wurde es eine besondere Premiere.

Hartenstein.

Eins ist klar: An den Temperaturen hat's am Sonntag bestimmt nicht gelegen, dass sich bei Sebastian Vogel auf dem Badberg in Hohenstein-Ernstthal die Haare aufstellten. "Ich habe Gänsehaut bekommen, als ich an der Stelle vorbeigefahren bin und alle meinen Namen geschrien haben", sagt der Radfahrer des SV Remse. Zusammen mit seinem Teamkollegen Thomas Riedel aus Hartenstein startete Vogel am Sonntag bei der Deutschen Straßenradmeisterschaft auf dem Sachsenring. Die vom SV Remse mit den Bikeprofis Zwickau und dem RSV Chemnitz zur Unterstützung eingerichtete Fanmeile auf dem Badberg verfehlte ihre Wirkung nicht. "Es hat die Stimmung nochmals aufgeheizt, dass links und rechts überall Zuschauer standen. Das war quasi das i-Tüpfelchen", sagt Riedel.

Für den 32-Jährigen war das Rennen am Sonntag die erste Teilnahme bei einer Deutschen Meisterschaft. Im Gegensatz zu Sebastian Vogel fährt er erst seit dieser Saison Lizenz-Rennen und muss sich erst noch an die Härte gewöhnen. Aufgrund der geringen Karenzzeit von zwei Minuten war die DM für Riedel nach einer Runde beendet. "Ich wäre gerne noch mehr Runden gefahren, aber die Atmosphäre zu erleben war schon toll."

Neben der Hitze und der Karenzzeit sei auch die Streckenführung eine Herausforderung gewesen, berichtet Vogel: "Einige Stellen, wie das Tor zum Sachsenring, waren sehr eng. Da hat es das Feld ziemlich auseinandergezogen." Das anschließende Zufahren habe zusätzliche Kraft gekostet. Zweieinhalb von den 14 angesetzten Runden hielt er mit der deutschen Elite mit, ehe er aus dem Rennen ausstieg. Insgesamt wurden lediglich 15 der 190 gestarteten Fahrer gewertet.

Dass die beiden Mitglieder des SV Remse überhaupt antreten durften, hing eine Woche vor dem Start noch am seidenen Faden. "Unsere Anmeldung wurde zunächst abgelehnt, weil wir die Qualifikations-Normen nicht erfüllt haben", erklärt Vogel. Da er dieses Jahr nicht Mitglied eines Bundesliga-Teams ist, hätte er theoretisch zuschauen müssen. "Wir haben aber Einspruch eingelegt und als lokale Fahrer hat uns der Bund Deutscher Radfahrer dann starten lassen", sagt Vogel, der sich in diesem Jahr auf regionale Rennen konzentriert.

Insbesondere für Thomas Riedel war die Starterlaubnis ein besonderes Glück, denn "so eine Chance, bei einer Deutschen Meisterschaft zu fahren, kommt so häufig nicht wieder", wie er erklärt. Und auch Sebastian Vogel war froh, dass er am Sachsenring mitgefahren ist: "Ich bin stolz, dass ich dabei sein durfte."

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