Mit Hausaufgaben: Sportlehrer halten Leichtathletik-Talente fit

Beim LV Olympia Kirchberg setzen Mandy Remus und Jörg Schürer in der Zwangspause auf Heimtrainingspläne. Sie hoffen auf erste Wettkämpfe im Frühjahr und Starts bei der Landesmeisterschaft.

Kirchberg.

Da kann der schnellste Sprinter nichts machen - die Corona-Pandemie hat das Land fest im Griff und legt auch den Amateursport lahm. Dabei haben die Leichtathleten des LV Olympia Kirchberg noch den Vorteil, dass sie individuell aktiv sein können. Wie die Vereinsvorsitzende Mandy Remus erklärt, bekommen die jungen Sportler regelmäßig Heimtrainingspläne per WhatsApp gesendet: "Wir hoffen, dass sie umgesetzt werden. Kontrollieren können wir es aktuell schlecht." Es sei definitiv schwer, das Niveau in den Trainingsgruppen hoch zu halten, ergänzt Jörg Schürer vom Vorstand.

"Kein richtiges Training mehr und keine Wettkämpfe seit einer gefühlten Ewigkeit, das ist schon schwierig", sagt Mandy Remus. So wie es aktuell aussieht, fällt die komplette Hallensaison aus. Für 2021 erstellt man dennoch die Wettkampfplanung so wie immer. "Wir hoffen, dass es im Frühjahr wieder losgeht und wir Wettkämpfe bestreiten können. Unser Anspruch ist es, bis zu den Landesmeisterschaften zu kommen. Wir haben einige Sportler, die wir dort gern an den Start schicken möchten" sagt die Vereinsvorsitzende. Der LV Olympia Kirchberg ist Talentstützpunkt des Leichtathletikverbandes Sachsen.

Im Normalfall sind es jährlich zwischen 15 und 20 Wettkämpfe, bei denen die Kirchberger an den Start gehen. Außerdem richtet der Verein selbst regelmäßig Teamwettbewerbe für die Kleinsten und den Sprintcup-Vorausscheid aus. Nur im vergangenen Jahr ist nicht viel gelaufen. Sechs Wettkämpfe waren es letztendlich und aufgrund der Teilnahmebeschränkungen und Hygienekonzepte konnten dort nur wenige Sportler starten. "Im Winter hatten wir einen Regionalmeister im Weitsprung in der M 12 mit Toni Reinhardt. Außerdem hat Yosefin Forner, die jetzt an der Sportschule in Chemnitz ist, Hürden-Bronze in der W 11 geschafft", erzählt Remus.

Bis 2015 haben die Kirchberger große Erfolge feiern können. "Es gab einige Sportler, die wir nach Chemnitz delegiert haben ans Sportgymnasium. Einige waren bei Jugend-Europa- und -Weltmeisterschaften dabei. Wir hatten gute 400-Meter-Läufer im Verein und auch gute Hürden-Sprinter. Es gab viele Medaillen, auch auf mitteldeutscher Ebene", erzählt die Vorsitzende. In den vergangenen Jahren wurde die Ausbeute weniger. "Wir sind ein Verein, der Sportler ausbildet, die dann zu größeren Vereinen wechseln. Damit sind die Erfolge in den weiterführenden Vereinen zu suchen."

Mandy Remus hat früher selbst Leistungssport betrieben. Im DDR-Maßstab waren es Platzierungen zwischen Rang 4 und 6 im Speerwerfen. Größere sportliche Erfolge waren im Fußball zu verzeichnen, wo sie DDR-Meister war und später in der 1. Bundesliga Süd spielte. Bei den Senioren-Europameisterschaften im Speerwerfen erkämpfte sie einmal Silber und einmal Bronze. Jörg Schürer, der genauso wie Mandy Remus Sportlehrer und im Verein Übungsleiter ist, hatte seine aktive Zeit in den 1970-er Jahren. Er ist im Laufbereich auf der Mittel- und Langstrecke unterwegs gewesen und hat bis auf Bezirksebene Medaillenplätze errungen.

Nachwuchs zu finden sei in der heutigen Zeit oftmals gar nicht leicht: "Viele Kinder sind schon von den Voraussetzungen her begrenzt, weil sie zu viel sitzen und sich ungünstig ernähren. Das merken wir auch im Sportunterricht, wo es stellenweise sehr schwer ist, etwas an Leistung aus den Kindern herauszukitzeln. Das wirkt sich auch auf die Arbeit im Verein aus. Es gibt 10 bis 15 Prozent der Kinder, die Talent haben und auch den nötigen Ehrgeiz. Um die streiten sich alle Vereine", sagt Jörg Schürer.

Im ländlichen Raum komme noch hinzu, dass die Kinder von den Eltern oder Großeltern zum Training gefahren werden müssen. Das Einzugsgebiet des LV Olympia Kirchberg reicht bis Wildenfels, Schönfels, Lichtentanne und Reinsdorf. Aktuell hat der Verein 130 Mitglieder - darunter sind 70 Leichtathleten und 35 Volleyballer.

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