Motocrosser bangt um Heimspiel

Den Lauf zur Sachsenmeisterschaft Ende April hat Danny Neubauer vom MC Culitzsch schon abgeschrieben. Der 26-Jährige hofft nun, dass zumindest der Saisonhöhepunkt im September auf seiner Trainingsstrecke stattfindet - und er dabei sein kann.

Wilkau-Haßlau.

Danny Neubauer vom MC Culitzsch blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf den Saisonhöhepunkt des vergangenen Jahres zurück. Konnte der Motocross-Fahrer bei den Cross Finals im September in Magdeburg die Rennen um eine Reise nach Kalifornien (USA) für sich entscheiden, so fehlte ihm am Folgetag nur ein Punkt, um auch nach dem Hauptrennen ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. "Ich wurde in beiden Läufen Zweiter, der Sieger Erster und Dritter. Zudem wurde das zweite Rennen eine Runde zu zeitig gewertet, sodass mir im Kampf um den Sieg die Sache aus der Hand genommen wurde. Da war hinter dem Zielstrich erstmal Aufregung und Enttäuschung statt Jubel angesagt", erklärt Danny Neubauer.

In diesem Jahr könnte der Saisonhöhepunkt für ihn sogar noch einen Tick emotionaler ausfallen. Denn die Cross Finals, bei denen die besten Fahrer aller Landesmeisterschaften aufeinandertreffen, werden am 5. und 6. September auf der heimischen Strecke in Culitzsch ausgetragen. Bereits 2013 gingen die Rennen in Westsachsen über die Bühne. Daran hat der Motocross-Fahrer vom MC Culitzsch beste Erinnerungen. In der MX2-Klasse stand er am Ende ganz oben. Die Chancen auf einen Spitzenplatz stehen laut Danny Neubauer auch in diesem Jahr wieder gut. "Allerdings weiß man nie, was an diesem einen Rennwochenende passiert", sagt er.

Da sich die besten zwei Fahrer aus jeder Landesserie qualifizieren, steht das Starterfeld oft erst kurzfristig fest. Und bei dieser Konkurrenz muss einfach alles zusammenpassen. Das Team, die Technik, der Körper und natürlich auch der Geist. "Es wäre natürlich ein Vorteil, dass ich jeden Stein auf der Strecke beim Namen kenne. Wenn ich es schaffen sollte, mich zu qualifizieren, wissen die anderen Fahrer ganz genau, mit wem sie fighten", erklärt der 26-jährige kämpferisch.

Allerdings befinden sich viele Rennsporttermine in der Schwebe. Viel Hoffnung auf eine Austragung der Läufe in der Sachsenmeisterschaft am 25. und 26. April in Culitzsch macht sich der Wilkau-Haßlauer nicht. "Selbst wenn wir die Genehmigung bekommen würden, saßen wir alle seit Wochen nicht mehr auf den Motorrädern. So kurz darauf direkt das erste Rennen zu machen, ist zu gefährlich. Das Verletzungsrisiko wäre einfach viel zu groß", erklärt der siebenfache Sachsenmeister. "Wir werden aber auf jeden Fall einen Ausweichtermin finden und das Rennen so schnell wie möglich nachholen." Dabei muss auch seine neue Maschine unter der aktuellen Situation leiden. Das Bike habe null Betriebsstunden, da seit März niemand mehr fahren darf.

Die Ausfälle bei den Landesmeisterschaftsläufen könnte sich auch auf die Cross Finals auswirken. "Ich vermute, dass viele Bundesländer Probleme haben, die Rennen durchzuziehen. Die meisten Vereine müssen sich Agrarflächen für ihre Rennen anmieten. Mit diesen Absprachen werden dann Termine gebunden. Wenn diese entfallen, ist das Feld dann vielleicht später schon bestellt und somit hat ein Verein Probleme, die Fahrer unterzubekommen", erklärt Neubauer. Ohne Landesmeisterschaften gibt es natürlich auch keine Qualifikationen für den Saisonhöhepunkt im September. In der aktuellen Situation würde Neubauer auch ohne Zuschauer fahren, wenn es sein müsste. "Es reißt halt aktuell ein riesiges Loch, auch in unseren Motorsport und in dessen eh schon randportartgeschwächte Industrie. Ich hoffe, wir kommen alle gesund und wirtschaftlich gut raus und sitzen bald wieder auf unseren Bikes", sagt Danny Neubauer.


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