Motor startet in die heiße Phase

Lange Zeit mussten die Hockeyspielerinnen aus Meerane die Füße still halten. Ein großes Ziel ist unerreichbar, doch sonst ändert sich nicht viel - zumindest hinsichtlich der Ambitionen der Mannschaft in der Regionalliga.

Meerane.

Als die Frauenmannschaft des SV Motor Meerane am 7. März nach dem 6:4-Heimsieg in der Hallen-Regionalliga gegen den Berliner SC die Hockeyschläger niederlegte, stellten sich die Spielerinnen auf eine kurze Pause ein. Doch aus Wochen wurden Monate. Statt nach sieben Tagen die Vorbereitung auf die Feldhockey-Rückrunde in Angriff zu nehmen, kam Corona. Und mit dem Virus die Verschiebung der Rückrunde um ein Jahr. "Die lange Pause war vom Kopf her schlimm. Wir haben versucht so zu tun, als ob gespielt wird. Ich bin begeistert, wie die Mannschaft mitgezogen hat", sagt Trainer Mirko Götz.

Und ein Ende der spielfreien Zeit ist endlich in Sicht. Am 15. November beginnt in der Hallen-Regionalliga Ost die neue Saison. Bei den Frauen ist dies die zweithöchste Spielklasse. Eigentlich sollte die Serie in diesem Jahr als Qualifikation für eine neu eingeführte 2. Liga ab 2021 dienen. Doch auch hier entschied sich der Ostdeutsche Hockey-Verband für eine Verschiebung um ein Jahr. "Das ist gut", sagt Götz mit Blick auf die vier Regionalliga-Staffeln. Alle müssten trotz Corona durchspielen, damit die Initiierung der 2. Liga nahtlos klappt. "Wenn da was schief geht, wäre eine sofortige Einführung eine noch schlechtere Entscheidung", so Götz. Auch wenn das große Ziel wegfällt, ändert sich an den Ambitionen, mindestens unter die ersten sechs zu kommen, wenig. "Der Meister steigt in Liga 1 auf, die letzten Drei werden wohl absteigen und der Rest bleibt in der Regionalliga, statt in Liga 2 zu spielen", erklärt der Trainer.

Viel Bewegung gab es dagegen im Meeraner Kader. Mit Melanie Lange und Tina Götz werden zwei erfahrene Spielerinnen fehlen, da sie schwanger sind. "Als erstes habe ich mich natürlich für Melli gefreut. Aber dann habe ich gedacht 'Oh, Gott, noch eine wichtige Stütze, die fehlt", sagt Tina Götz, die selbst auch eine Lücke hinterlassen wird. "Tina ist ein starker Rückhalt in der Abwehr und nicht so leicht zu ersetzen", erklärt Melanie Lange.

Mögliche Kandidatininnen, die nun mehr Verantwortung übernehmen müssen, hat Tina Götz bereits im Blick. "Carolin Gerhardt ist nach ihrer Pause wieder zurück. Und Lilly Barthel wird einspringen müssen." Die 16-jährige Barthel gehört zu den Zugängen des Teams. Wie Sophie Bachmann und Torhüterin Sabine Rucks kommt sie aus dem eigenen Nachwuchs, der klassisch zu Beginn der Feld-Rückrunde ins Erwachsenen-Team aufrückt."Es ist natürlich schade, dass wir seitdem keine Spiele hatten. Aber um sich von der Jugend- an die Damenmannschaft zu gewöhnen, war die längere Zeit im Training ganz gut", sagt Lilly Barthel. Neben den drei Nachwuchsspielerinnen verstärkte sich Motor im Sommer zudem mit Offensivspielerin Anna Lippmann aus Chemnitz, die vor einigen Jahren bei einer Sichtung des Deutschen Hockeybundes nur knapp den Sprung in die Nationalmannschaft ihrer damaligen Altersklasse verpasste.

Wie der aktuelle Leistungsstand des Teams ist, kann Mirko Götz nach der langen Pause kaum einschätzen. Seit reichlich einem Monat bereitet sich die Mannschaft gezielt auf die Hallen-Saison vor. "Jetzt startet die heiße Phase", sagt der Übungsleiter. Am Wochenende steht ein Trainingslager am Olympiastützpunkt Brandenburg in Potsdam an. In diesem Rahmen gibt es auch Testspiele gegen den Steglitzer TK (Oberliga) und den Regionalliga-Kontrahenten Potsdamer Sport-Union. Das erste Punktspiel bestreiten die Meeranerinnen am 15. November bei Rotation Prenzlauer Berg in Berlin.

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