Motorsportler schwitzen zu Hause für die nächsten Pokale

Die Brüder Marvin und Mika Siebdrath aus Wildenfels sind erfolgreich auf zwei Rädern unterwegs. Um in der neuen Saison wieder vorn dabei zu sein, wird auch ohne Motorrad viel trainiert.

Wildenfels.

Mit seinen Ansprüchen hält Marvin Siebdrath nicht hinter dem Berg. 2021 will der junge Wildenfelser in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft in seiner Klasse ganz vorn mitfahren. Nach Platz 5 in der Supersport 300 in der vergangenen Saison hat sich der 17-Jährige den Angriff auf den Titel auf die Fahnen geschrieben. Dass er dazu das Zeug hat, zeigen die Ergebnisse aus 2020: Auf dem Sachsenring gewann Marvin Siebdraht Anfang September ein Rennen, beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring fuhr er als Dritter aufs Podest. "Über die Leistungen kann man echt nicht meckern. Das Feld war oft sehr eng beieinander und Marvin hatte fast in jedem Rennen einen Podestplatz im Blick", sagt Vater Sören Siebdrath.

Mit seinen Ergebnissen hat der Wildenfelser auch die Verantwortlichen seines Teams überzeugt. Seit 2019 fährt Marvin Siebdrath für RT-Motorsports by SKM-Kawasaki aus Greven in Nordrhein-Westfalen. Auch für 2021 vertraut das Team auf seine Fähigkeiten und hat den Vertrag im Herbst verlängert. Für den derzeit geplanten Saisonstart Ende April auf dem Lausitzring bereitet sich der 17-Jährige coronabedingt vor allem zu Hause vor. Im Haus der Familie hat Vater Sören für Marvin und seinen elfjährigen Bruder Mika einen kleinen Fitnessraum eingerichtet. "Die beiden machen dreimal in der Woche Kraft- und Ausdauertraining. Marvin ist da sehr ehrgeizig. Schön ist, dass sie sich auch gegenseitig anspornen", sagt Sören Siebdrath. Sein jüngerer Sohn ist bei den Einheiten nicht nur aus Spaß dabei. Er eifert seinem großen Bruder sportlich hinterher und ist auf zwei Rädern in den vergangenen Jahren auch selbst schon erfolgreich gewesen.

Die Corona-Pandemie machte im vergangenen Jahr den Zukunftsplänen von Mika aber einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Eigentlich wollte der junge Wildenfelser in Spanien bei der Cuna de Campeones, einer Art Motorradschule für talentierte Nachwuchsfahrer, antreten. Doch daraus wurde nichts und Mika Siebdrath fuhr doch noch ein Jahr in der Nachwuchsklasse des ADAC-Minibike-Cups. Die Saison beendete er auf Rang 3 mit nur wenig Rückstand auf den Sieger. Nun wagen Siebdraths erneut einen Anlauf in Richtung Spanien. "Die Verantwortlichen der Cuna de Campeones würden ihn gerne wieder nehmen", sagt Sören Siebdrath. Mit einem Testwochenende Ende März soll in Spanien die Saison beginnen, nach Ostern stehen die ersten Rennen im Kalender. Für den Wildenfelser wäre der Wechsel in die Motorradsport-Hochburg Spanien ein wichtiger Schritt. "Auf dem Minibike hat Mika endgültig die Leistungsgrenze erreicht. Um weiter voranzukommen und sich sportlich zu entwickeln, muss er jetzt auf ein größeres Motorrad umsteigen", betont sein Vater.

Klappt alles wie erhofft, steht für Sören Siebdrath und Ehefrau Anja wieder viel Planungsaufwand auf dem Programm: Wer begleitet Mika nach Spanien? Wer fährt mit Marvin zu den IDM-Rennen? An welchen Wochenenden ist die Familie mal gemeinsam zu Hause in Wildenfels? Das sind nur einige Fragen, die zu klären sind. "Unsere ganzen Urlaubstage gehen für den Rennsport drauf. Die Jungs sind so vernünftig, dass sie für den Sport auf Urlaub verzichten", sagt Anja Siebdrath. Neben dem enormen zeitlichen Aufwand sind die sportlichen Ambitionen ihrer Kinder für die Familie ein ordentlicher Kostenfaktor. Machbar sei alles nur dank Sponsoren, betont Sören Siebdrath. Und so hofft er, dass im Jahresverlauf auch wieder Zuschauer an den Rennstrecken erlaubt sind: "Es ist einfach schade ohne Fans und Sponsoren. Da fehlt uns die Möglichkeit, für die Unterstützung etwas zurückzugeben."

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