Nach 113 Strafminuten drehen beide Teams eine Ehrenrunde

Im Testspiel der Crimmitschauer Eispiraten gegen ein kanadisches College-Team ging es am Sonntag ordentlich zur Sache. Dass die Auseinandersetzungen nach der Schlusssirene vergessen waren, freute einen ganz besonders.

Crimmitschau.

Das gibt es wohl nur beim Eishockey: Die Eispiraten Crimmitschau und die College-Mannschaft aus Ottawa haben sich am Sonntagabend ein intensives Duell mit vielen Faustkämpfen und insgesamt 113 Strafminuten geliefert. Dennoch forderten die 1375 Zuschauer im Kunsteisstadion im Sahnpark nach dem 4:3 (2:0, 1:2, 1:1)-Sieg die Akteure beider Mannschaften zu einer gemeinsamen Ehrenrunde auf. "Daran sieht man, dass Crimmitschau ein besonderes Publikum hat. Der Applaus ist ein toller Lohn für meine Mannschaft", sagte Patrick Grandmaitre, Trainer der College-Mannschaft aus Kanada.

Der 40-Jährige war zwischen 2007 und 2008 selbst als Profi für die Eispiraten aktiv. Er musste seine Karriere damals nach einer schweren Gehirnerschütterung beenden, kehrte nun erstmals - gemeinsam mit seiner Familie - an seine frühere Wirkungsstätte zurück. "Ich habe mich über ein Wiedersehen mit einigen bekannten Gesichtern gefreut", sagte Patrick Grandmaitre, der unter anderem Nachwuchstrainer Torsten Heine und Mannschaftsleiter Klaus Schietzold traf. Seit vier Jahren betreut Patrick Grandmaitre die College-Mannschaft. Zum Team gehören Talente, die zwischen 21 und 25 Jahre alt sind. "Davon haben auf jeden Fall vier bis fünf Leute das Niveau für die DEL 2. Der Rest muss weiter hart an sich arbeiten", sagte Grandmaitre, der - mit Blick auf das Testspiel - die Chancenverwertung und das Powerplay seiner Schützlinge kritisierte.

In einer typischen Vorbereitungspartie ging Crimmitschau durch Treffer von Austin Fyten (9.) und Patrick Klöpper (10.) schnell mit 2:0 in Führung. Alex Wideman erhöhte im Powerplay nach einem Querpass von Adrian Grygiel zum 3:0 (27.). Die Gäste aus Ottawa konnten sich durch einen Doppelschlag wieder herankämpfen (28., 34.). Torhüter Michael Bitzer war bei beiden Gegentreffern ohne Abwehrchance. In doppelter Überzahl sorgte Lukas Vantuch aus Nahdistanz im (gefühlten) fünften Nachschuss für die 4:2-Führung und damit für die Vorentscheidung (53.). In der Schlussphase gelang den Gästen noch eine Ergebniskosmetik (58.).

Eispiraten-Trainer Daniel Naud konnte nur in der Anfangsphase seine Wunschformationen auf das Eis schicken. Patrick Pohl stürmte mit Lukas Vantuch und Marius Demmler. Die beiden Neuzugänge Alex Wideman und Austin Fyten bildeten einen Block mit Dominic Walsh. Zudem spielten Adrian Grygiel, Patrick Klöpper und Julian Talbot in einer Formation. Nach den zahlreichen Strafen machten sich aber einige Umstellungen erforderlich. "Man sieht, dass die Spieler müde sind - in den Beinen und im Kopf. Das sorgt auch teilweise für Frust, wenn etwas nicht klappt", sagte Daniel Naud und verwies auf die Belastung an den letzten 15 Tagen: "Wir haben 21 Einheiten auf dem Eis absolviert, dazu kommt noch das Trockentraining." Am gestrigen Montag und am heutigen Dienstag wird eine Trainingspause eingelegt. Am morgigen Mittwoch treffen sich die Profis zu den nächsten Einheiten.


Fabian Dahlem kehrt als Co- und Torwarttrainer zu den Eispiraten zurück

Ein alter Bekannter übernimmt bei den Eispiraten Crimmitschau die Aufgabe als Co-Trainer: Fabian Dahlem (53), der das Team zwischen 2011 und 2014 schon einmal als Chefcoach betreute, kehrt in das Kunsteisstadion im Sahnpark zurück. "Er wird sich auf die Torhüter und die Verteidiger fokussieren", sagte Trainer Daniel Naud und ergänzte: "Ich bin froh, dass ich Unterstützung bekomme." Zuletzt war Fabian Dahlem beim DEL-Team in Ingolstadt beschäftigt. Die Bayern werden den Coach zunächst für den Zeitraum von zwei Monaten nach Westsachsen ausleihen.

Die Eispiraten-Verantwortlichen veröffentlichten die Mitteilung zur Verpflichtung von Fabian Dahlem am Sonntagabend während der Vorbereitungspartie gegen das College-Team aus Ottawa in den sozialen Netzwerken im Internet. Dort erfuhr auch Kapitän André Schietzold von der Personalentscheidung. "Ich habe es gerade auf der Homepage gelesen. Vor allem unsere Torhüter werden davon profitieren. Fabian Dahlem kann die Rolle als zusätzliches Bindeglied zwischen Trainer und Team einnehmen", sagte Schietzold. (hof)

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