Nach Krimi: Meerane spielt weiter in der Regionalliga

Hockey: Auch ohne Tore kann Motor nach letztem Saison-Heimspiel jubeln

Meerane.

Der SV Motor Meerane hatte am Sonntag zum Glück einen heißen Draht nach Berlin. Daniel Turré, Ex-Spieler des SV und nunmehr Trainer beim TSV Leuna, spielte mit seiner Hockey-Mannschaft am letzten Spieltag der Regionalliga Ost in der Bundeshauptstadt beim HC II. "Die Plätze in Berlin liegen dicht beieinander, da ist er immer mal rüber gegangen und hat uns über die Zwischenstände informiert", sagt Motor-Trainer Steffen Jahn. Kurz nach dem Schlusspfiff des torlosen Heimspiels der Meeraner gegen den Osternienburger HC konnte Jahn dadurch die Auflösung des Abstiegs-Krimis verraten: Der Berliner Klub Zehlendorf spielte gegen Charlottenburg 2:2, der Klassenerhalt für Motor war perfekt.

"Da haben wir uns riesig gefreut und brauchten nicht lange warten und zittern", sagt Jahn. Bei einem Sieg von Zehlendorf oder einer eigenen Niederlage hätten die Berliner Meerane noch von Platz 6 auf Rang 7 verdrängt - gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Oberliga.

Durch den Druck wurde zumindest das eigene Spiel zu einer Zitterpartie. "Da war viel Kopfkino. Wir haben uns gegenseitig mit der Angst angesteckt, etwas falsch zu machen", so Jahn. Gerade offensiv kam von Motor wenig. Immer wieder blieben die Gastgeber an der starken Mittelachse der Osternienburger hängen, statt den Weg über die anfälligen Außen der Gäste zu suchen.

Zusätzliche Spannung kam durch die Tore im Parallelspiel auf. "Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Zehlendorf 2:1 geführt, dann hätten wir noch ein Tor gebraucht", sagt Jahn. Auch mit dem Ausgleich der Charlottenburger war die Gefahr noch nicht gebannt. Ein Tor für Zehlendorf oder ein Gegentor, und die Live-Tabelle hätte wieder Motor als Absteiger ausgewiesen. "Da ging das Bangen los", sagt Jahn.

Umso wertvoller war es, dass defensiv die Null stand. Auch ein Verdienst des Torhüters Ralph Schneider. "Ralph hat Weltklasse gehalten, das kann man nicht anders sagen", so Jahn. Auch die Verteidiger Bastian Lange, Joss Brandenstein und Jona Martens bekamen ein Sonderlob. Dank des Unentschiedens und der Schützenhilfe der Charlottenburger endete das Kopfkino letztlich doch mit Jubel, statt mit einem Drama.

Beim gemeinsamen Mannschaftsabend zum Saisonabschluss konnte somit auch auf den Klassenerhalt angestoßen werden. Die nächste Feier ist bereits für Mittwoch geplant, wenn Alexander Hammer seinen Ausstand gibt. Der 39-jährige Verteidiger zieht sich aus der ersten Mannschaft der Meeraner zurück. Als Dank für seinen langjährigen Einsatz durfte er die Mannschaft am Sonntag als Kapitän aufs Feld führen, wie Jahn erklärt: "Das hat er sich auf jeden Fall verdient."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...