Neef wirbt um Vertrauen für den FSV

Ehrenpräsident vermisst respektvollen Umgang

Zwickau.

Im Stadionlied wird die rot-weiße Familie besungen, doch mit dem sportlichen Misserfolg des Drittliga-Aufsteigers FSV Zwickau wird der Umgangston auf den Rängen und in den sozialen Netzwerken ruppiger. "Es hat etwas zu tun mit der Unkultur, die sich im Fußball seit Jahren hält", geißelt FSV-Ehrenpräsident Gerhard Neef die Verrohung der Sitten. "Da liegen Euphorie und vernichtende, niederschmetternde Kritik dicht beieinander."

"Wer Realist ist, weiß, dass dieser Weg der kleinen Schritte auch Rückschläge beinhaltet", betont Neef. "Sport ist nicht nur eine Erfolgsstraße." Nach Jahren der sportlichen Aufwärtsentwicklung können einige offenbar nicht damit umgehen, dass der FSV im Tabellenkeller steht. Der 75-Jährige wirbt um Vertrauen für Spieler und Trainer. "Wir sollten an die glauben, die uns in der Vergangenheit belohnt haben, anstatt sie schon in die Wüste jagen zu wollen. Wir sollten die Geduld aufbringen, den Jungs die Zeit zu lassen, die sie brauchen, um aus der Mannschaft das herauszuholen, was sie in der vergangenen Saison bewiesen haben: mit den knappen Mitteln trotzdem erfolgreich zu sein."

In einem Kommentar auf der Facebookseite des FSV äußerte Max Neumerkel: "Schade ist, wie viele Idioten auf den Tribünen sind." Da entlädt sich berechtigte Kritik in Beschimpfungen. Eine Besucherin, die am Freitagabend im Stadion einen Sitznachbarn zurechtgewiesen hat, weil dieser in unflätiger Weise über einen dunkelhäutigen Spieler von Großaspach herzog, wurde selbst zum Ziel anzüglicher Pöbeleien.

"Eine kaputte Gesellschaft bringt kaputte Menschen hervor", reflektiert Neef den Mangel an respektvollem Umgang miteinander. (tc)

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