Pfälzer sprüht vor Tatendrang

Frischer Wind weht im "Schwanennest": Nach dem Cheftrainer und dem Sportlichen Leiter des Nachwuchszentrums hat der FSV Zwickau nun auch die Stelle des Geschäftsführers neu besetzt.

Zwickau.

Christian Breiner wirkt sehr aufgeschlossen, hört aufmerksam zu und lacht gern. Und der neue Geschäftsführer des FSV Zwickau bringt eine Menge Know-how mit.

Er stammt aus dem Dahner Felsenland bei Pirmasens (Südwestpfalz). Wie fast jeder kleiner Junge wollte er mal Fußballprofi werden. "Bei mir hat's nur zur Landesliga gereicht", gesteht der 37-Jährige, der ein Jahr beim FC Dahn gespielt hat. Doch er wollte in der Branche bleiben, hat nach dem Abitur Sportmanagement an der FH Braunschweig/ Wolfenbüttel, Standort Salzgitter, studiert und sich nach dem Studium 2006 beim SV Waldhof Mannheim beworben. Der Praktikant stellte sich geschickt an und bekam rasch eine Festanstellung. "Ich habe dort im Prinzip alle administrativen und organisatorischen Aufgaben eines Fußballvereins kennengelernt und mitverwaltet. Man hat mich immer irgendwo hingesteckt, wo es gerade gebrannt hat", erzählt Breiner. "Was mir aber recht war, denn ich wollte in dieses Fußballgeschäft rein, und ich will alles wissen und kennenlernen." Er wurde unter anderem mit dem Mitgliederwesen, dem Ticketing und der Sponsoren-Akquise betraut. "Zum Schluss war ich Leiter der Geschäftsstelle und hatte den kompletten Überblick."

Im Januar hat er sich getrennt vom SV Waldhof. "Das ist kein einfacher Verein. Ich habe während meiner Zeit dort sehr viel erlebt: ehrenamtliche Ordner, die mit privaten Problemen zu mir kamen, finanzielle Engpässe - ganz viele Dinge, die man mitmacht und die einen prägen." Deshalb war es ihm wichtig, sich erstmal Zeit zum Reflektieren zu nehmen, um alles zu verarbeiten. Danach war er frei für einen Neustart. Er bewarb sich auf die ausgeschriebene Stelle beim FSV.

Wie rund 90 weitere Kandidaten. "Wir hatten eine Vielzahl von hochqualifizierten Bewerbungen aus Wirtschaft, Industrie und Sport", berichtet Frank Fischer, Breiners Vorgänger als Geschäftsführer. Es gab drei Hauptauswahlkriterien: die fachliche Kompetenz, die menschliche Komponente (Passt der Mitarbeiter in den Verein? Kann man mit ihm den eingeschlagenen Weg fortführen?) und die Kostenfrage.

Umgekehrt war für Christian Breiner wichtig zu wissen: Passt der neue Verein auch zu mir? Da er in Zwickau weder Vorstandsmitglieder mit realitätsfremden Vorstellungen noch Zwist auf der Leitungsebene vorfand, wurde man sich schnell einig. "Ich finde es extrem wichtig, dass der Vorstand genau weiß, was Sache ist. Die Mannschaft verkörpert die Werte: Wir müssen kämpfen, wir müssen rennen, jeder für den anderen da sein. Das haben hier alle verinnerlicht, auch in der Geschäftsstelle. Und das ist ein ganz großes Pfund", lobt Breiner. "Ich hatte sehr gute Gespräche, und bin sehr dankbar, dass man mir das Vertrauen schenkt." Der 37-Jährige ist jetzt voll motiviert. "Ich werde mit aller Leidenschaft und Tatendrang an die Aufgaben herangehen, damit der Verein weiter erfolgreich ist."

Seine ersten Maßnahmen: viele Gespräche führen. "Die sollen mich kennenlernen, und ich will sie kennenlernen." Dann will er sich in die Details der Finanzen einarbeiten und Strukturen schaffen, um professioneller arbeiten zu können. "Unser Ziel ist: Wir wollen den maximalen sportlichen Erfolg. Je mehr Geld dem Verein zur Verfügung steht, umso wahrscheinlicher ist das."

Gleich das erste Heimspiel für den Pfälzer beim FSV ist ausgerechnet gegen den 1. FC Kaiserslautern. Der Zweitliga-Absteiger hat keinen optimalen Start hingelegt. "Das haben sie sich bestimmt anders vorgestellt. Ich finde aber, sie haben keine schlechte Mannschaft", erklärt Breiner. Er ist voller Vorfreude: "Ich hoffe, dass die Bude voll sein wird."

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