Querelen bei Fortschritt - Regionalligateam fällt auseinander

Bei den Volleyballerinnen aus Lichtenstein schien nach der besten Saison der Vereinsgeschichte alles auf eine rosige Zukunft hinzudeuten. Doch diese Woche kam alles ganz anders.

Lichtenstein.

Der Traum vom Drittligavolleyball in Lichtenstein, der seit der Verpflichtung von Trainer Jan Pretscheck und sieben ehemaligen Spielerinnen des Chemnitzer PSV im vergangenen Spätsommer geträumt wurde, ist wohl geplatzt. Fortschritt Lichtenstein hat sich am Dienstag von Pretscheck getrennt. Neue Verträge mit den Spielerinnen gibt es ebenfalls nicht - offenbar aus verschiedenen Gründen. Wie Sascha Grieshammer aus der Abteilungsleitung mitteilte, hatte sich das ambitionierte Projekt nicht wie gewünscht entwickelt. "Die erhoffte Einheit von Trainer, Spielerinnen und Verein ist leider nicht entstanden", beschrieb Grieshammer die Situation, was darauf hindeutet, dass im Miteinander einiges nicht gepasst hat.

Zwei der neuen Leistungsträgerinnen, die Schwestern Anna-Maria und Franziska Nitsche, hatten sich nach Saisonende für einen Wechsel nach Chemnitz zum Regionalliga-Aufsteiger SG Adelsberg entschieden, weil sie dort offenbar besseres Entwicklungspotenzial als bei Fortschritt sahen oder aber das Angebot lukrativer war. "Ohne die Zwei erscheint es uns unrealistisch, in die dritte Liga zu kommen", sagt Grieshammer, der auch noch weitere Probleme andeutete. Große Wagnisse mit Neuverpflichtungen soll es trotz der guten Sponsorenunterstützung nicht geben. Nach dem dritten Platz in der abgelaufenen Regionalligasaison, der das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte war, ist derzeit aber noch unklar, wie es in der kommenden Spielzeit weitergeht. Die jungen Spielerinnen des jetzigen Teams spielen voraussichtlich wieder mit dem Nachwuchs zusammen und werden von Michaela Thees trainiert. Die bisherige zweite Mannschaft aus der Sachsenliga könnte sich der Herausforderung Regionalliga stellen, dann würde die Reserve in der Sachsenliga spielen. Die zweite Möglichkeit ist der Verzicht auf den Regionalligastartplatz.

Bei Jan Pretscheck ist der Ärger über diese Entwicklung groß. "Trennen kann man sich, was hier läuft ist aber unfair und unprofessionell", sagte der Übungsleiter, der in den Vorjahren auch beim VSV Oelsnitz und beim Chemnitzer PSV in der dritten Liga aktiv war, hier aber ebenfalls nur relativ kurze Stationen hatte. Eigentlich sei schon vor Wochen per Handschlag vereinbart worden, dass die Zusammenarbeit weitergeht. Durch die Wechsel von Leistungsträgerinnen sei dann die Vision von der dritten Liga viel zu leichtfertig aufgegeben worden. "Ich hatte bereits drei Neuzugänge, die die Abgänge gut kompensiert hätten", so der 38-Jährige, der betonte, für Lichtenstein sogar andere Optionen abgesagt zu haben.

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