Riesenjubel beim BSV Sachsen nach Heimsieg mit Auswärtstrick

Die Zwickauer Zweitliga-Handballerinnen können doch noch in eigener Halle gewinnen. Das 25:24 am Samstag gegen Kirchhof war nichts für schwache Nerven und eine Energieleistung aller Beteiligten.

Zwickau.

Die Halle klatschte. Die Halle schrie. Die Halle buhte. Die Halle zitterte. Die Halle tobte. Und am Ende stand sie Kopf: Die knapp 500 Zuschauer haben am Samstag in der Sporthalle Neuplanitz nicht nur ein sehr emotionsgeladenes Spiel erlebt, sondern mit ihrer Unterstützung von den Rängen auch dazu beigetragen. "Es war der Hammer, wie ihr die Mannschaft gepusht habt. Dieser Sieg geht zu 50 Prozent auch auf eure Kappe", sagte Zwickaus Trainer Norman Rentsch nach dem Abpfiff in Richtung Publikum.

Die ausgelassene Stimmung auf dem Parkett und auf den Rängen nach dem 25:24 (11:13)-Erfolg des BSV Sachsen Zwickau gegen die SG Kirchhof war nachvollziehbar. Der bi dato letzte Heimsieg der Mannschaft in der 2. Bundesliga lag fast ein halbes Jahr zurück. Und wie wichtig es war, die Negativserie nach acht vergeblichen Anläufen zu beenden, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Bei einer Niederlage wäre Zwickau auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. So wahrte das Team die zwei Punkte Vorsprung auf Bremen.

Beim ersten Heimsieg 2019 spielten viele Faktoren zusammen. So fruchtete erstmals der Auswärtstrick von Norman Rentsch. Der Trainer trommelt seit den Siegen in Bremen, in Geddern/Nidda und in Trier, bei denen die Mannschaft immer schon lange vor dem Anpfiff vor Ort war, seine Mädels auch vor den Heimspielen schon eher zusammen. "Wir brauchen die Zeit, um den Motor anzuschmeißen und wiederholen dann nochmal die Videoanalyse, ohne dass es in die Phase reinfällt, wo die Spielerinnen schon voll im Tunnel sind", erklärt er.

Gegen Kirchhof ging das am Samstag jedenfalls auf. Zwickau startete mit einer 2:0-Führung, führte nach einer Viertelstunde 6:3 und kassierte bis zur 20 Minute nur sechs Gegentore gegen eine Mannschaft, die in der Hinrunde 37-mal gegen den BSV getroffen hatte. Erst zum Ende der ersten Halbzeit kam Kirchhof besser ins Spiel. Nach drei Gegentoren in Folge in den letzten drei Minuten vor der Pause stand es plötzlich 11:13 gegen Zwickau.

Mit dem Ausgleich innerhalb von vier Minuten brachte der BSV jedoch schnell die Hoffnung zurück und endgültig das Publikum auf seine Seite. Spätestens als Petra Nagy mit einem Heber zum 19:18 (46.) ihr Team erstmals wieder in Führung brachte und Isa-Sophia Rösike vom eigenen Kreis ins verwaiste Kirchhofer Tor zum 21:18 (49.) traf, hielt es keinen mehr auf den Sitzen.

In Sack und Tüten war der Sieg damit aber noch lange nicht: Denn die Gäste glichen auf 22:22 und 24:24 aus. Erst als Christina Zuber zum 25:24 verwandelte (58.), auf der anderen Seite ein Siebenmeter wegen Übertretens ungültig gegeben wurde und Zwickau die letzten 80 Sekunden mit Glück und Geschick runterspielte, war der Sieg perfekt.

"Heute sind alle emotional an ihre Grenzen gegangen. Das Publikum hat uns nach vorn gepeitscht und uns auch den ein oder anderen Fehler verziehen. In der Schlussphase haben wir diesmal diszipliniert gespielt und uns so auch belohnt", sagte BSV-Kapitänin Jenny Choinowski, die mit sechs Treffern neben Nadja Bolze (7 Tore) erfolgreichste Werferin war. Bestnoten in der Abwehr verdienten sich neben Torhüterin Ela Szott vor allem Alina Pester und Petra Nagy.

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