Ringer-Zwerge überzeugen auf Anhieb

Der AC 1897 Werdau führt seit zwei Jahren Talente in einer Anfängergruppe an den Sport heran. Über die jüngsten Erfolge freuten sich nicht nur die Sportler und ihre Trainer.

Werdau.

Sehr viel erfolgreicher hätte der Start in die noch junge Ringer-Laufbahn kaum ausfallen können. Beim Kids-Cup zu Beginn des Monats in Leipzig trumpften die elf Teilnehmer des AC 1897 Werdau groß auf. Den Sieg in der Mannschaftswertung vor Lugau garnierten Alvin Seifert, Paul Grau, Patrice Stark, Apostol Tabakov jeweils mit einer Goldmedaille. Alfred Rahm, John Heine, Enrico Galas, Daymien Pathe, Akhmad Dovtaev und Thorben Uhlig krönten ihre Leistung mit Silber. Und Suleyman Dovtaev brachte eine Bronzemedaille mit zurück in die Heimat.

"Für acht Sportler davon war es der erste Wettkampf, davor waren sie erst fünf Wochen im Training. Das Schöne ist, dass auch alle ihren allerersten Kampf direkt gewonnen haben. Jeder hat bis zum Schluss gekämpft und nie aufgegeben", erklärt der Trainer der Kindergruppe Klaus Dieter Wagner. "Die Eltern waren aufgeregter als die Kinder selbst und haben bei jedem Kampf mitgefiebert. Das war auch für mich ein emotionaler und bewegender Moment", sagt der Trainer weiter.

Seit nunmehr zwei Jahren trainiert die Anfängergruppe des AC Werdau unter seiner Obhut. "Wir bieten für die Schulklassen in den Ferien Schnuppertraining an. Auch bei Kindergartenfesten machen wir Vorführungen und können da auch noch Kinder für uns begeistern", erklärt der 64-Jährige, der seit mehr als 40 Jahren als Trainer arbeitet und auch selbst für den Athletenclub aus Werdau aktiv war. Ein weiterer ehemaliger Ringer des Vereins will ihn demnächst beim Training unterstützen. "Mein alter Kumpel Hans Kretzschmar war einer der großen Namen bei uns, und da freue ich mich. Er hat ein Herz für den Sport und die Kinder", sagt Wagner.

Doch so furios und erfolgreich die noch jungen Karrieren der Ringer begannen, so abrupt wurden sie auch wieder unterbrochen. Denn Mitte März wurde der Trainingsbetrieb beim AC Werdau aufgrund der Corona-Pandemie für alle Altersklassen eingestellt. Einmal in der Woche stehen die Talente sonst auf der Matte. "Ich finde das richtig. Jeder hat auch eine Eigenverantwortung. Ich kann jetzt auch nicht zu Familienfesten gehen und Kontakt suchen. Der Sport sollte auf jeden Fall erst mal ruhen", erklärt Wagner. "Man muss sagen, dass sich viele vorbildlich verhalten und der Umgang miteinander sehr höflich ist."

Doch trotzdem gibt es für die jungen Ringer keine Trainingspause. "Mit dem Sport kann man ja auch die Gesundheit, gerade bei jungen Menschen fördern", sagt Wagner. "Ich habe ein Trainingsprogramm an die Eltern weitergegeben. Damit können die Kinder jeden Tag ihre Übungen machen und fleißig trainieren." Zum Trainingsprogramm gehören unter anderem Gymnastik und spezielle Übungen für die Ringer sowie Krafteinheiten. "Mir schwebt jetzt noch vor, dass jemand für uns ein Video dreht, wie er das Programm absolviert. Dann können alle dazu mitmachen", erklärt Wagner seine Idee.


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