Rollers-Trainer stinksauer: "Ich fühle mich verarscht"

Rollstuhlbasketball-Bundesliga: Für Zwickauer bleiben nach der 61:71-Niederlage in Hannover etliche Fragezeichen

Hannover.

Eigentlich entspricht es so gar nicht seiner Art. Marco Förster, 40-jähriger Trainer des BSC Rollers Zwickau, ist Profi durch und durch. Doch nach der 61:71-Niederlage beim wichtigen Spiel in Hannover, bei dem es um nicht weniger als einen Play-off-Platz ging, machte er seinem Ärger Luft. "Wenn Unparteiische in einem Bundesligaspiel zu viele klare Fehlentscheidungen treffen, ob bewusst oder unbewusst, hat das maßgeblich Auswirkungen auf den gesamten Spielverlauf", sagt er.

Försters Mannschaft, in der Spielmacher Edgaras Ciaplinskas nach längerer Verletzungspause wieder mit von der Partie war, hielt das Geschehen von Beginn an offen. Allerdings sah sich die Mannschaft auch schon früh mit fragwürdigen Entscheidungen konfrontiert. "Es gab bereits im ersten Viertel Szenen, wo mich die Spieler ratlos und achselzuckend angeschaut haben", berichtet der Trainer. Und das zog sich letztlich durchs gesamte Spiel.

Dass Hannover in dem bis zum 50:50 nach dem dritten Viertel engen Duell am Ende als Sieger hervorging, akzeptiert Marco Förster. Klare Worte findet er dennoch: "Ich habe ehrlich gesagt die Schnauze voll und fühle mich persönlich und für meine Spieler absolut verarscht. Mir drängt sich die Frage auf, was man tun muss, um die Möglichkeit zu bekommen, ein so entscheidendes Spiel professionell und wertfrei spielen zu können?"

Sein Ärger beruht nicht zuletzt auf der Tatsache, dass er und sein Team viel in die Vorbereitung investiert haben. "Vor jedem Spiel wird versucht, sich taktisch bestmöglich auf den Gegner einzustellen. Das bedeutet Stunden theoretischer Arbeit. Das Ergebnis wird dem Team vermittelt, das wiederum in der Trainingswoche akribisch daran feilt. Das ist ein enormer Aufwand für alle Beteiligten."

Selbstverständlich sei keiner vor Fehlern gefeit und ein gewisses Maß für jeden Spieler und Trainer auch akzeptabel. "Wir sind alle nur Menschen in einem Sport mit Entscheidungen innerhalb von Sekunden", sagt Förster. In der 1. Bundesliga erwartet der Zwickauer Trainer aber, dass ein Spiel klar geführt und gelenkt wird. "Kann man das nicht, wird es zu einer Farce mit Schulsportcharakter." (jokri/tyg)

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