Rückschlag wirft neue Fragen auf

Nach dem deutlichen Sieg in Bremen herrschte im Lager der Zwickauer Handballanhänger vor dem offiziellen Amtsantritt des neuen Trainers kurzzeitig große Euphorie. Die ist jedoch erstmal der Ernüchterung gewichen.

Zwickau.

Das Thema Kampf gegen den Abstieg wird den Zweitligisten BSV Sachsen Zwickau wohl doch etwas länger beschäftigen. Das Unternehmen "Raus aus dem Tabellenkeller", das mit dem 28:20-Auswärtserfolg bei Werder Bremen so verheißungsvoll gestartet war, hat durch die Verletzung von Katarina Pavlovic und die deutliche Heimniederlage gegen Mainz 05 (23:30) einen Dämpfer versetzt bekommen.

Die Kroatin ist mit 80 Toren (davon 18 Siebenmeter) zweitbeste Torjägerin des BSV. In Bremen war sie achtmal erfolgreich. "Da war ich mit ihr sehr zufrieden. Sie hat auch in der Abwehr stark gearbeitet", lobte Norman Rentsch. Umso schmerzlicher wurde "Kata" Pavlovic bei der Heimpremiere des neuen Trainers in der Ausweichhalle in Fraureuth vermisst. "Das ist am Donnerstagabend in den letzten Minuten des Trainings passiert", erzählt Rentsch. 20 Tage vor ihrem 24. Geburtstag. Die Spielerin wurde in die Notfallaufnahme gebracht und geröntgt. Diagnose: Mittelfußbruch.

"Das ist für uns ein herber Schlag ins Kontor", weiß Norman Rentsch. "Wir haben probiert, das innerhalb von zwei Einheiten zu kompensieren. Die Mädels haben sich auch Mühe gegeben und versucht, ihre Stärken einzusetzen. Aber uns fehlt halt ihre Durchschlagskraft aus der zweiten Reihe. Daran müssen wir arbeiten. Die Mädels müssen mehr Verantwortung übernehmen."

Beim Verein rechnet man mit einem dreimonatigen Ausfall der Torjägerin. Mindestens. Kann auch länger dauern. In der vergangenen Saison hatte es Isa-Sophia Rösike erwischt. Damals erst kurz zuvor von der HSG Bad Wildungen nach Zwickau gewechselt, zog sie sich am 24.Februar bei den Füchsen Berlin ebenfalls einen Mittelfußbruch zu und fiel bis Saisonende aus.

Wäre eine Verstärkung vorstellbar? Bis zum Ende der Wechselfrist am 15. Februar bleibt genau ein Monat Zeit. Wenige Wochen vor Transferschluss ist der Markt allerdings garantiert ziemlich abgegrast. Wer stünde überhaupt kurzfristig zur Verfügung? Und welche Spielerin wäre im Rahmen der bescheidenen Möglichkeiten des Vereins bezahlbar? "Das sind viele Komponenten, die da eine Rolle spielen", betont der Trainer. "Man muss aber auch ein Zeichen an die Mannschaft geben und entsprechend alles in Bewegung setzen, um sie in dieser schwierigen Situation zu unterstützen."

Zwickau bleibt mit 8:20 Punkten an drittletzter Stelle, punktgleich mit Lintfort (13.) und Trier (15.). Schlusslicht Gedern/Nidda weist einen Zähler weniger auf als das Trio. Der erste einstellige Platz, den momentan die TG Nürtingen einnimmt, ist nur drei Zähler entfernt. In der zweiten Tabellenhälfte ist also alles eng beisammen. Da wird es in den kommenden Wochen und Monaten noch viel Bewegung geben.

Für den BSV Sachsen hängen die Trauben beim nächsten Gegner fast unerreichbar hoch. Am Sonnabend müssen die Muldestädterinnen beim Spitzenreiter, Buchholz 08-Rosengarten, ran. Die Handball-Luchse haben zwar beide Spiele im neuen Jahr knapp verloren (27:28 in Waiblingen, 26:27 in Beyeröhde-Wuppertal), wahrscheinlich - so munkeln Insider - aber aus Kalkül, um nicht am Saisonende wieder ganz oben zu stehen. Würde ein Team nämlich dreimal in Folge auf sein Aufstiegsrecht verzichten, droht ein Punktabzug. In heimischer Halle wird sich der Tabellenführer gegen Zwickau aber keine Blöße geben wollen.

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