Sören Trommer gewinnt souverän

Das halbe Dutzend ist voll. Insgesamt 208 Starter haben sich am Sonnabend auf die Planitzer Schlossparkrunde begeben.

Zwickau.

Sein T-Shirt mit der Aufschrift "Follow me" auf dem Rücken, das Sören Trommer zur Erwärmung trug, war eine Kampfansage an die Konkurrenz. Die sah den Oberrothenbacher während des Laufs über 5,5 Kilometer nämlich meist nur von hinten. Beim Start in Höhe einer alten Birke war der 42-Jährige in der vordersten Reihe von drei U-15-Spielern des FSV Zwickau flankiert, die das Rennen flott angingen, doch nach fünf Schlossparkrunden kam er mit fast 36 Sekunden Vorsprung vor dem Zweiten allein ins Ziel. Nur knapp verfehlte er den Streckenrekord (19:29,4 min), den er seit 2014 gemeinsam mit Erik Haß hält.

Für den Postzusteller, der für den SV Vorwärts Zwickau startet, war es nach 2013 und 2014 der dritte Sieg in Planitz. Steve Scheffel vom Fast-Zweirad-Haus, der im Radsport tolle Erfolge aufzuweisen hat, konnte eine ganze Weile ordentlich mithalten. "Das ist wirklich ein guter Mann", lobte Sören Trommer seinen hartnäckigsten Verfolger, der nach zwei Runden nur neun Sekunden zurücklag. "Erwartet hatte ich das nicht. Erhofft ja", kommentierte Scheffel seinen respektablen 2. Platz. "Seit zwei Jahren fahre ich nicht mehr aktiv, sondern betreibe den Sport so ein bisschen als Hobby. Aber die Substanz aus den Vorjahren ist offenbar noch da", lachte der Mülsener, der in Schichten bei VW in Mosel arbeitet. Sören Trommer hat er vorher nicht gekannt. "Ich konnte ihn nicht einschätzen", erklärte Steve Scheffel. "Am Anfang habe ich einfach versucht mitzulaufen, ohne zu überpacen. Dann habe ich mein Tempo gefunden, das ich auch durchlaufen kann."

An dritter Stelle lag nach der ersten Runde noch der Vorjahressechste David Tatzelt vom SV Zwickau 04, doch dann wurde er von Elias Berghöfer überholt. Der Nachwuchsspieler des FSV Zwickau gehörte zu einer starken Abordnung der "Jungen Schwäne" im Feld. Auf dem Fußballplatz spielt er etatmäßig als Verteidiger, lief aber von Beginn voll auf Angriff. "Ich wollte schon gern weit vorn landen, hätte aber nicht gedacht, dass es für den 3. Platz reicht", gestand Berghöfer. Ungewohnt war das Ganze für ihn nicht. "Wir laufen auch längere Strecken beim Spielergänzungstraining." Fast die komplette C-Junioren-Mannschaft des FSV (Landesliga) nahm am Schlossparklauf teil. "Die Idee, auch mal eine Quersportart zu machen, kam von unserem sportlichen Leiter, Markus Seiler", verriet Trainer Peter Gottschalk. "Weil kein Meisterschaftsspiel ist, haben wir uns entschlossen, mit der U 15 hier gemeinsam anzutreten, ganz normal aus dem Training heraus." Elias Berghöfer war nicht der einzige auf dem Podium. "Wir haben die Staffeln der 8.und der 9. Klasse gewonnen, über 2200 Meter sind wir Zweiter und Dritter geworden", freute sich der Trainer. Als Belohnung gab er seinen Jungs aber nicht trainingsfrei. Am Nachmittag mussten sie noch ein paar Bahnen im Schwimmbad ziehen, gestern traten sie zum stark besetzten Turnier um den Allianz-Soccercup in Meißen an.

Als schnellste Frau über 5,5 Kilometer erwies sich Kerstin Gärtner vom SV Vorwärts. "Eigentlich war ich gar nicht so gut drauf, weil ich mich schon zum Stundenlauf am Mittwoch ziemlich verausgabt hatte. Aber es waren doch noch ein paar Körnchen übrig", lachte die 45-Jährige, die den bisherigen Streckenrekord von Vereinkollegin Anett Poller um 5,3 Sekunden unterbot.

Manuela Krause vom Ausrichterverein, die am Eingang der Zielgasse stand, achtete nicht nur auf die herannahenden Läufer. Immer wieder ging ihr Blick zum Mobiltelefon. Dann die frohe Kunde, die sie zur Oma machte: Tochter Maxi brachte einen Jungen zur Welt. Luuk Pfannkuch heißt der neue Erdenbürger. Bei den Genen wird er wahrscheinlich in ein paar Jahren auch beim Schlossparklauf mitmachen.


"Ich habe erst wieder langsam angefangen. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung.

Sören Trommer hat das Hauptrennen beim 6. Planitzer Schlossparklauf gewonnen. Thomas Croy hat sich im Ziel mit dem 42-Jährigen unterhalten.

Es war am Ende eine ziemlich souveräne Angelegenheit. Hatten Sie das so erwartet?

Es kommt immer drauf an, wer da ist von der Konkurrenz. Ich habe nach einer Trainingspause auch erst wieder langsam angefangen. Man kann nicht das ganze Jahr immer nur Vollgas geben. In Vorbereitung auf den Herbst geht es jetzt wieder los. Im Oktober will ich in Dresden den Halbmarathon laufen. Da passt so ein Lauf gut rein. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung.

Den Streckenrekord haben Sie knapp verpasst. Hatten Sie die Zeit vorher im Hinterkopf?

Nein, gar nicht. Es war einfach ein Trainingslauf für mich. Ich gucke da nicht so aufs Gesamtergebnis.

Sie haben im eigenen Verein starke Läufer. Diesmal haben einige von den Besten gefehlt. Woran lag's?

Ein Teil ist zum Wettkampf in Stangendorf. Andere müssen arbeiten.

Wie schätzen Sie die Bedingungen der diesjährigen Auflage ein?

Sehr gut. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Eine schöne, wellige Strecke.

Sie sind ja eigentlich längere Distanzen gewohnt, oder?

Stimmt. Das war heute relativ kurz. Ich bin auch schon Marathon gelaufen. Das ist aber zurzeit ein bisschen schwierig - mit Vollzeitjob und Familie ist das fast nicht zu schaffen.

Wie groß sind Ihre aktuellen Trainingsumfänge?

Zurzeit zwischen 50 und 70 Kilometer pro Woche. Für die Marathonvorbereitung geht es bei 100 los.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...