Spätes Gegentor trübt Stimmung

Bis in die Schlussminuten hat Hohenstein-Ernstthal in der Fußball-Oberliga gegen Halle auf Siegkurs gelegen. Der potenzielle Matchwinner musste den Ausgleichstreffer von der Bank aus verfolgen.

Hohenstein-Ernstthal.

Richtige Freude ist am Samstag bei den Oberliga-Fußballern des VfL 05 Hohenstein-Ernstthal dann doch nicht aufgekommen. Zwar sammelten sie beim 1:1 (1:0) gegen den VfL 96 Halle vor 163 Zuschauern den ersten Heimpunkt der Saison ein, "doch es ist ernüchternd, wenn man zum Ende den Ausgleich kassiert", sagte 05-Verteidiger Felix Hennig. Zumal das Spiel gerade für den 21-jährigen Neuzugang zum ersten ganz großen Tag im Trikot der Karl-May-Städter hätte werden können.

In Hälfte 1 stand er sinnbildlich für das leidenschaftliche Verteidigen, das sein Trainer Steve Dieske bei der gesamten Elf ausgemacht hatte. "Wir wollten insgesamt kompakt agieren. Die ersten 25, 30 Minuten haben wir zwar ein paar Lücken offenbart, die wir aber wieder zulaufen konnten", sagte der Coach. Besonders bei Kontern war Halle brandgefährlich. Nach einer ersten Annäherung der Hausherren spielten die Gäste im schnellen Gegenzug ihre Nummer 6 Nils Morten Bolz im Fünfmeterraum der Hohenstein-Ernstthaler frei - zumindest vermeintlich. In allerletzter Not sprintete Felix Hennig dazwischen, spitzelte den Ball weg und holte sogar einen Abstoß heraus (11.Minute). Nur drei Minuten später folgte ein ähnliches Bild. Nach einem langen Einwurf bot sich Philipp Colditz eine gute Schusschance im Strafraum der Gäste, doch er wurde geblockt. Beim Gegenstoß lauerte erneut Nils Morten Bolz, um alleine auf 05-Torwart Dominik Reissig zuzusteuern - doch eine Grätsche von Hennig machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

"Läuferisch und kämpferisch haben wir viel investiert", sagte Felix Hennig daher völlig zu Recht. Und auch im Angriff blieb das Team dran, wenn sich die Chance bot. Im Anschluss an eine Ecke in der 39. Minute brachte Kamil Popowicz den Ball nochmals gefährlich in den Strafraum. Seinen ersten Kopfballversuch setzte Hennig an die Latte, doch den Abpraller versenkte er - ebenfalls per Kopf - im Tor.

"Ich finde es sehr schade, dass sich die Mannschaft für den Auftritt dann nicht mit drei Punkten belohnt hat. Zumal wir in der zweiten Hälfte eine Phase hatten, in der das 2:0 hätte fallen können", so Trainer Dieske. Zum Beispiel scheiterte Popowicz mit einem Flatterball aus der Distanz an Halles Torhüter Max Stamer. Beim anschließenden Eckball hatte Eric Fischer den Torschrei auf den Lippen, doch sein Schuss wurde noch von einem Verteidiger von der Linie gekratzt. Zudem scheiterte Philipp Sovago in der 70. Minute an einer Glanzparade von Stamer. Der VfL 05 spielte im zweiten Durchgang zwar dominanter, aber nicht fehlerfrei. Zweimal hielt Dominik Reissig im Eins-gegen-Eins die Führung der Gastgeber fest (59./78.). Als ein Ball in der 85. Minute zu Giorgaki Tsipi an der Strafraumkante durchrutschte, war Reissig dann chancenlos. "Philipp Colditz und Eric Fischer haben hinten super verteidigt. Dass sie mal ein Kopfballduell verlieren, kann vorkommen. Aber dann müssen wir die Innenbahn zumachen", sagte Dieske.

Beim Ausgleichstreffer gab es für Felix Hennig auch keine Chance mehr zum Eingreifen - denn er saß bereits auf der Bank. Nach einem Pferdekuss lief er nicht mehr rund, sodass er in der 82. Minute ausgewechselt wurde. Zuvor ging bereits Florian Stier mit einer Verletzung vom Feld (66.). "Bei mir ist es nicht so schlimm, nächste Woche bin ich bestimmt wieder dabei", so Hennig. Viel mehr als die Blessur schmerzten ihm die zwei eingebüßten Punkte: "Wir müssen jetzt einfach dran bleiben und Punkte sammeln." Mit fünf Zählern aus sechs Spielen ist Hohenstein-Ernstthal derzeit Zwölfter. Am Samstag treten sie beim Vierten FC Grimma an.

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