Spannung bis zum letzten Augenblick

Der HC-Glauchau/Mee- rane holt in der Handball-Oberliga einen Punkt. Während die Mannschaft lange Zeit vorn lag, fehlte am Ende die Kraft.

Glauchau.

Neun Sekunden vor Schluss bekommt der HC Glauchau/Meerane den Ball. Torhüter Ludek Kylisek schickt Spielmacher Franz Schmidt mit einem weiten Abwurf auf die Reise. Bei diesem Konter behält der 26-Jährige die Nerven und trifft zum 26:26 (12:11)-Ausgleich. Damit sichert er seinem Team im Heimspiel gegen den SV Hermsdorf einen Punkt. "In diesem Moment darf man nicht nachdenken. Der Ball musste irgendwie in den Kasten. Ich wäre bei Bedarf auch selbst mit ins Tor gesprungen", beschreibt Schmidt die letzte Szene der Partie. Handelt es sich nun um einen gewonnen oder einen verlorenen Punkt für die Mannschaft aus Westsachsen? Schmidt sagt ganz klar: "Mit Blick auf unsere Besetzung ist es ein gewonnener Punkt."

Zum Start in die Saison musste Trainer Jörg Neumann im Rückraum improvisieren. Neben David Kylisek und Felix Kempe standen kurzfristig auch Christian Döhler (Mandelentzündung) und Rostislav Bruna (Wadenzerrung) nicht zur Verfügung. Dafür rückte mit Tobias Piller ein Spieler aus der zweiten Mannschaft ins Aufgebot. Zudem gab Kevin Otto, der nach einem Kreuzbandriss pausieren musste, überraschend sein Comeback. Der Mini-Kader der Gastgeber lieferte dem mit vielen erfahrenen Spielern besetzten Team aus Hermsdorf ein Duell auf Augenhöhe. In der ersten Hälfte konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit begann die stärkste Phase des HC Glauchau/Meerane: Franz Schmidt mit einem Wurf durch die Beine des Torhüters, Markus Elschker aus dem Rückraum und Sebastian Poppitz mit einem Kontertor sorgten für eine 15:12-Führung (38.). Obwohl Gästetrainer Steffen Schreiber bereits zeitig eine Auszeit nahm, verteidigten die Hausherren weiter den Vorsprung von ein bis zwei Treffern. Dabei gelang es in der Offensive immer wieder, die Abwehr des Gegners in Bewegung zu bringen. Sebastian Poppitz, Markus Elschker und Vitalij Arlt übernahmen im Rückraum die Verantwortung. Zudem setzte sich Michel Jentsch zweimal am Kreis gut in Szene. In der 52. Minute gelang Sebastian Poppitz das Tor zur 24:22-Führung. Danach wurden seine Kreise mit einer offensiven Deckung eingeengt. Dadurch kam ein Bruch in den Angriff des HC. Die Gäste konnten drei Tore in Folge erzielen und selbst mit 25:24 in Führung gehen (56.). Die Schlussphase war dann - wie schon so oft in der letzten Saison - nichts für schwache Nerven: Kevin Otto gelang mit einem verwandelten Strafwurf der 25:25-Ausgleich (57.). Er übernahm die Verantwortung, da Markus Elschker und Sebastian Pfeil zuvor von der Siebenmeter-Marke kein Glück hatten. Die Gäste gingen durch Maximilian Remde, der sich auf der rechten Seite durchsetzen konnte, mit 26:25 in Führung (58.). In den Schlusssekunden sorgte Franz Schmidt - wie eingangs beschrieben - für den Ausgleich.

In der Auswertung waren sich die beiden Trainer einig, dass es sich um ein leistungsgerechtes Unentschieden handelt. "Wir haben einen Punkt gewonnen", sagte der Hermsdorfer Übungsleiter Steffen Schreiber. HC-Coach Jörg Neumann kommentierte: "Ich darf mit dem Punkt nicht unzufrieden sein." Er machte deutlich, dass seinem dezimierten Team in der Schlussphase die Kraft gefehlt habe. "Wer so lange mit zwei bis drei Toren vorn liegt, darf den Vorsprung nicht aus der Hand geben", sagte Neumann.

HC: L. Kylisek, Schwinger; Pfeil (3), Elschker (5), Schmidt (5), Hartenstein, Jentsch (2), Poppitz (6), Staude (1), Otto (1), Piller, Pflug (1), Arlt (2). Strafwürfe: HC 6/4, SVH 3/3. Strafminuten: HC: 6, SVH 12. Schiedsrichter: Meyer/Petzold (Dresden). Zuschauer: 250.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...